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Beim Rennen ist volle Konzentration gefragt

Bückeburg Beim Rennen ist volle Konzentration gefragt

Ist der Akku aufgeladen? Sind die richtigen Reifen aufgezogen? Im Bückeburger Modellbau-Club geht es zu wie in der Formel I, nur ohne Abgase und (größeren) Motorenlärm.

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Voll konzentriert: Vater und Sohn, Leon-Joel und Thomas Gottwald. Von Leitern oder gerüsten haben die Modellbauer ihre Miniaturrennwagen jederzeit im Blick.

Quelle: mig

Bückeburg. Viel Platz brauchen die Mitglieder des Bückeburger Modellbau-Clubs nicht, um ihre Wertungsläufe durchzuführen. Vielleicht 100 Meter. Das reicht, damit die Wagen im Maßstab 1:8 oder 1:10 ihre Runden ziehen können. Bei den Modellbauern, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiern, ist eben alles eine oder zwei Nummern kleiner.

 Das fängt bei den Reifen an und endet noch lange nicht bei den Motoren, die fast so aussehen, als kämen sie aus einem besonders großen Überraschungs-Ei. Kompakt, klein, fast zart. Und doch. Die sogenannten RC-Cars (Radio Controlled) sind kein Kinderspielzeug. Autos und Rennen seien ein 100-prozentiges Abbild des großen Rennsports, sagt der Vorsitzende des rund 30 Mitglieder zählenden Vereins, Wilfried Dettmer. „Man kann alles genau einstellen, je nach Strecke oder Wetter.“ Und: „Jedes Teil kann ausgetauscht werden und wird von uns auch ausgetauscht.“

 Dann aber beginnt die Arbeit eigentlich erst. Wie bei den „Großen“ wird das Auto immer wieder auf Testfahrten geschickt, ein Transponder nimmt die jeweilige Rundenzeit. „Wir schauen dann, welches Material, welches Teil am besten mit den anderen funktioniert.“ Man sei eigentlich rund um die Uhr am schrauben, meint Dettmer schmunzelnd. Immer wieder komme neue Technik heraus, die zum Besten gehöre, was es aktuell auf dem Markt gebe. „Das reicht von Keramik-Kugellagern bis hin zu Carbon, der das Gehäuse leichter und stabiler macht.“ Kurzum: „Der Modellmarkt ist da manchmal schneller als der Automarkt, die Technik geht immer weiter.“

 Ganz billig ist das natürlich nicht. Für Anfänger hält der Verein deshalb einen speziellen Wagen bereit. „So kann jeder mal ausprobieren, ob das was für ihn ist“, sagt Dettmer, der für ein Anfängerpaket rund 300 Euro veranschlagt. Aber auch hierbei, so Dettmer, lohne sich ein Blick ins Internet.

 Das Stadium eines Anfängers hat Leon-Joel Gottwald längst hinter sich. Der Zehnjährige ist ein echter Crack an der Fernsteuerung. Inzwischen lässt er sogar die Erwachsenen hinter sich. „Ich gucke gerne Formel I und spiele Rennspiele auf dem Computer“, sagt der junge Sportler. Überhaupt möge er Autos sehr gerne: „Ich freue mich schon auf meinen Führerschein.“ Was ihm am Modellbau besonders gefällt? „Das Fahren“, sagt er verschmitzt. „Mir machen die Rennen am meisten Spaß, dabei muss man sich richtig konzentrieren.“

 Das Zusammenbauen überlässt Leon-Joel lieber seinem Papa, der seit 17 Jahren Mitglied im Verein ist. Thomas Gottwald ist sichtlich stolz auf seinen Sohn. Er habe von Anfang an Interesse am Modellbau gezeigt, erinnert er sich. Wie es dem Jungen immer wieder gelingt, die älteren Mitglieder zu schlagen? „Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass er noch jung ist. Junge Menschen haben ja noch bessere Augen und können sich besser konzentrieren“, sagt Wilfried Dettmer.

 Punkt 14.30 Uhr ist es so weit. Der letzte Wertungs-Lauf steht an. In den Boxen werden letzte Vorbereitungen getroffen, der Regen hat einen Reifenwechsel nötig gemacht. „Wir haben für jedes Wetter und für jede Bahn verschiedene Mischungen“, erklärt Wilfried Dettmer und zieht neue Pneus auf seinen Offroader. Die Mitglieder steigen auf ihre Leitern und haben so den ganzen Kurs im Blick. Fünf Riesen in Liliput.

 Ein Rennen im Miniatur-Format. Spaß macht das alles trotzdem. Die vielen Karambolagen, die vor sich hinschnurrenden Wagen – all das lässt den Blutdruck steigen, den des Sportlers und den des Zuschauers. Für die Zukunft wünschen sich die Modellbauer nur eines: ein Übungsgelände für ihre Glattbahner, vielleicht auf einem Firmenhof (etwa am Wochenende). Um seinen Nachwuchs muss sich der Verein übrigens keine Sorgen machen. Jungfahrer Leon-Joel hat an diesem Tag alle vier Wertungsläufe gewonnen. mig

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