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Beim Spendenkauf für Flüchtlinge abgewiesen

Bückeburg Beim Spendenkauf für Flüchtlinge abgewiesen

Auf großes Unverständnis ist bei Ramazan Özkeles und drei Kollegen das Verhalten der Filiale der Drogeriemarktkette Rossmann in Bückeburg gestoßen.Özkeles hatte in seinem Dönergrill „Bückeburger Dönerhaus“ an der Langen Straße für die Flüchtlinge gesammelt. 103 Euro waren in zwei Tagen zusammengekommen. Damit wollten er und seine Kollegen am Mittwoch bei Rossmann einkaufen.

Bückeburg.  Körperpflegeartikel aller Art wie Seife, Shampoo, Rasierschaum, Rasierklingen, Zahnbürsten und -pasta hatten sie in ihren Einkaufswagen gepackt – um an der Kasse zu erfahren, dass sie die Ware nicht kaufen könnten. Von jedem Artikel dürften nur drei Teile herausgegeben werden, habe es geheißen. Sie sollten die Ware wieder ins Regal räumen. „Dabei hatten wir noch nicht einmal Aktionsware im Einkaufswagen“, erregte sich Özkeles: „Und in den Regalen hat noch genug gestanden, wir haben nichts leer gekauft.“ Auch zu einer Ausnahme oder einem Anruf bei der Bezirksleitung oder der Zentrale sei man nicht bereit gewesen, sie seien unfreundlich abgewiesen worden.

Auf Nachfrage verwies die Filiale Bückeburg auf die Firmenzentrale. Wie Rossmann-Pressesprecher Stephan-Thomas Klose mitteilte, habe das Unternehmen die „haushaltsübliche Abgabemenge“ für die Unterstützung von Flüchtlingen ausgesetzt. Er kenne diesen Einzelfall aber nicht. Sollte es so gewesen sein, dass die Aussetzung in der Filiale Bückeburg nicht richtig realisiert oder etwas „schief“ gegangen sei, tue es ihm leid.

Rossmann stehe im gesamten Bundesgebiet vor der Situation, dass innerhalb kürzester Zeit große Mengen für Flüchtlinge gefordert würden: „Wir sind Einzelhändler.“ Wenn größere Mengen gebraucht würden, könne der Kunde in der Filiale die Großhandelsfunktion auslösen, sodass ihm die Bestellung in ein bis zwei Tagen sogar nach Hause geliefert werde.

Özkeles konnte schließlich im „Kaufland“ die Geld- in Sachspenden umsetzen. An der Information habe man gefragt, ob man größere Mengen Toilettenartikel kaufen könne, die Antwort habe gelautet: „Kein Problem.“ Als Angestellte erfuhren, für wen der Einkauf ist, legten sie von ihrem Geld noch dazu, ebenso ein paar Kunden. Andere spendeten Süßigkeiten. Der Filialleiter packte einen Karton mit 30 „Mensch ärgere dich nicht“-Spielen und Rucksackanhängern: „Für die Kinder.“ rc

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