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Bückeburg Stadt Belastungszeuge knickt im Prozess ein
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Belastungszeuge knickt im Prozess ein
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00:23 23.11.2015
Quelle: dpa
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Bückeburg

In ersten polizeilichen Vernehmungen hatte der Heranwachsende sinngemäß zu Protokoll gegeben, alle sechs Männer in Aktion gesehen zu haben. Vor der 1. Großen Jugendkammer am Bückeburger Landgericht erklärte der Zeuge jetzt, sich nicht mehr erinnern zu können.

 In einem Punkt räumte er sogar ein, gelogen zu haben. Anfangs hatte der junge Mann behauptet, einer der Linken habe während der Auseinandersetzung vor einem Imbiss in der Fußgängerzone zum Pfefferspray gegriffen, die Flasche aber verkehrt herum gehalten und das Gas selbst ins Gesicht bekommen. Jetzt gab der Heranwachsende zu, dass er es war, der Pfefferspray eingesetzt hat – und nicht der Linke.

 Die Glaubwürdigkeit des Zeugen, der sich selbst als Aussteiger bezeichnet, könnte damit erschüttert sein, ein Teil der Anklage wackelig. Zwei der Angeklagten werden ausschließlich von ihm belastet. Richter Norbert Kütemeyer hat Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig bereits gebeten zu prüfen, ob Dreißig nun einer Einstellung dieser beiden Verfahren zustimmen könne.

 Vernehmen will die Kammer noch drei weitere Belastungszeugen. Darunter ist auch eine junge Frau, die zur mutmaßlichen Tatzeit im Juni 2013 schwanger war. Einer der Linken soll ihr beide Arme in den Bauch gestoßen und gesagt haben: „Na, schwanger? Hoffentlich verlierst Du es.“ So steht es zumindest in der Anklageschrift. Am jüngsten Verhandlungstag hatte sich die Frau krank gemeldet. In einem weiteren Fall soll ein Rechter eine Bratpfanne aus einem Antiquitätengeschäft auf den Kopf bekommen haben. Zwei andere Männer, so heißt es weiter, seien von jeweils mehreren Linken mit Fäusten verprügelt worden.

 Nach dem bisherigen Zeitplan sollen die Urteile am 7. Dezember verkündet werden. Speziell in der linken Szene findet der Prozess großes Interesse. Der Saal ist stets voll. Am Eingang bildet sich meistens eine Schlange, weil alle Zuschauer eine Sicherheitsschleuse passieren müssen. Zuletzt waren rund 40 Sicherheitskräfte im Einsatz. ly

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