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Bernd Lafrenz vor ungewohnter Aufgabe

Bückeburg / Ein-Mann-Sommernachtstraum Bernd Lafrenz vor ungewohnter Aufgabe

Als der Freiburger Schauspieler Bernd Lafrenz auf die Bühne trat, um sich mit ganzer Kraft in Shakespeares „Sommernachtstraum“ zu stürzen, schien er kurz zu zögern: Die ersten Reihen recht gut gefüllt, der Rest gähnende Leere – für einen Komödianten keine leichte Aufgabe. Lafrenz pflegt mit dem Publikum zu spielen, das ganze Theater ist sein Resonanzraum, er ist kein Studiokünstler.

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Mehrere Stimmen, viele Gesichter, rasender Wechsel: Bernd Lafrenz.

Quelle: pr.

Bückeburg. So dauerte es denn auch tatsächlich einige Zeit, bis der ständige Figurenwechsel in diesem Stück um Liebe und Leidenschaft, bis die Variation von Haltung, Grimasse und Stimme die nötige Leichtigkeit bekam. Das Wort von der Rahmenhandlung erhält durch unterschiedliche Bilderrahmen, in denen die Figuren posieren, eine ganz neue Bedeutung.

 Herzog Theseus von Athen hält Hof, Hermia hält es kaum mehr aus, so sehr missfällt ihr der von Vater Egeus als Gatte erwählte Demetrius. So kann unmöglich Hochzeit gehalten werden. Lafrenz beherrscht den hohen Ton am Hofe ebenso wie die lockere Rederei von Mannsbildern wie dem werbenden und umworbenen Lisander. Aus Helena macht er ein Top-Model, aus ihrem Frust flechtet er Zöpfe. Die Wechselrede hat etwas vom Schlagabtausch beim Turnierschach, Lafrenz kommt in Fahrt und zeigt immer wieder viel Spielwitz. Das gefällt anscheinend nicht nur den anwesenden Englischlehrkräften.

 Was der Mann vom Kaiserstuhl aber wirklich kann, wird erst deutlich, als der Zauberwald erreicht ist, in dem Kobold Puck seine Späße treibt und wo eine Gruppe Handwerker sich im antiken Laienspiel versucht. Die Nöte der Unbedarften werden köstlich überzeichnet, Lafrenz macht den Löwen als Hauskatze so gut wie den Mann als Esel und behält auch dann noch klaren Kopf, als die ehedem Liebenden schon nicht mehr wissen, was hier gespielt wird. Der Zaubertrank hat seine Wirkung getan, die „Liebesraserei“ lässt Grenzen durchlässig werden und Konventionen fragwürdig. Lafrenz glänzt, das Chaos nimmt zu, die Heiterkeit ebenfalls. Schade, dass Shakespeare da doch noch ein Gegengift eingefallen ist, um alles zu einem guten Ende zu führen mit Ehestand und ordnender Hand.

 Die Bückeburger Fans, die Lafrenz an diesem Abend hinzugewonnen hat, mussten nach dem recht lange anhaltenden Applaus zur Kenntnis nehmen, dass die Veranstaltung im Oktober in Minden („Die lustigen Weiber von Windsor“) bereits ausverkauft ist.  vhs

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