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Beruf: Bademeister im Bergbad

Bückeburg Beruf: Bademeister im Bergbad

Sommer, Sonne, blauer Himmel und Temperaturen um die 30 Grad Celsius – bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen dürften bei nicht wenigen Besuchern des Bergbads karibische Gefühle aufkommen.

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„Schlag ins Gesicht“

 BU: Bäder-Mitarbeiter Klaus Kramer beaufsichtigt die Springer vom Zehnmeterturm.

Quelle: jp

Bückeburg. „Wozu in den Urlaub fliegen? Das Paradies ist doch hier“, schrieb vor wenigen Tagen eine Bückeburgerin im Netzwerk Facebook, natürlich inklusive Selfie mit Sprungturm als Kulisse. Auch für die Mitarbeiter der Bückeburger Bäder GmbH sind solche Tage die schönsten im Jahr. Dort arbeiten, wo andere Urlaubsfeeling tanken, für das Team um Bäder-Chef Rainer Wilharm und Betriebsleiter Erik Rechenberg ist das ein Traumjob. Allerdings: Mit Urlaub, Füße hochlegen und die Seele baumeln lassen hat die Arbeit im Badeparadies an der Birkenallee nichts zu tun.

Den bislang gewaltigsten Ansturm erlebte das Bergbad in diesem Jahr am vergangenen Mittwoch, als die Quecksilbersäule zeitweilig auf 36 Grad Celsius kletterte. Mit 4022 Besuchern wurde an diesem Tag sogar die 4000er Marke geknackt, eine Latte, die das Bad zuvor zum letzten Mal im August 2012 übersprang. „So kann es von mir aus bis Dezember weitergehen“, meinte Bäder-Mitarbeiterin Christa Hinz.

Doch was müssen die Mitarbeiter tatsächlich leisten, um den Wasserratten ein unbeschwertes Sommer- und Badeerlebnis zu ermöglichen? Vor allem muss man früh auf den Beinen sein. Egal, ob „staatlich geprüfter Schwimmmeister“ wie Erik Rechenberg, „Meister für Bäderbetriebe“ wie sein Stellvertreter Ralph Seele oder „Fachangestellte für Bäderbetriebe“ wie Jasmin Gbur, Jessica Kerkmann, Manuel Steckel und Klaus Kramer, wer Frühschicht hat, benötigt einen guten Wecker. Denn bevor punkt 6 Uhr die Frühschwimmer ihre Bahnen ziehen, müssen bereits zahlreiche Handgriffe absolviert sein. Dazu zählen nicht nur die gründliche Kontrolle aller Messwerte, Wasserstände und Kontrolleinrichtungen, sondern auch, den Beckenboden mithilfe eines Absaugers zu reinigen. Gerade das hat bei hohem Besucherandrang besonders gründlich zu geschehen. Rechenberg: „Da kann ein Arbeitstag im Bergbad schon mal um halb fünf beginnen.“

Aber auch Computer und Elektronik sind zu beherrschen. Mit der energiesparenden Steuerung der Wasseraufbereitung wurde in eine komplexe Computertechnik installiert, die von den Mitarbeitern ebenso zu bedienen, zu warten und zu sichern ist wie die rechnergestützten Kassensysteme. Neu dazu gekommen ist in diesem Jahr das freie WLAN im Bergbad, für das die Schwimmmeister als Administratoren tätig sind.

Mit Beginn des Badebetriebs hat allerdings die Schwimmaufsicht oberste Priorität. Mit Adleraugen wachen die Bäder-Bediensteten über das, was sich in den beiden Becken tut. „Gerade bei älteren Badegästen weiß man ja nie, ob sie nicht irgend ein gesundheitliches Risiko mitbringen, das ihnen im Wasser plötzlich Probleme bereiten könnte“, so Rechenberg. „Daher darf man das Schwimmerbecken nie lange aus den Augen lassen.“ Aufgrund der hohen Zahl von Badegästen während der derzeitigen heißen Witterung wird das Bäder-Team ab und zu von Mitgliedern der DLRG unterstützt.

Glücklicherweise ist das Bergbad in den vergangenen Jahren von spektakulären Badeunfällen verschont geblieben. Die Versorgung kleinerer Blessuren wie Hautabschürfungen oder Prellungen ist hingegen Routine. „Erste Hilfe gehört bei Badewetter zum Tagesgeschäft“, so Rechenberg. Insektenstiche sind bei heißem Wetter besonders häufig. Hin und wieder muss auch mal eine Kühlkompresse für den Kopf eines Turmspringers sein.

Der Sprungturm beinhaltet für die Bäder-Mitarbeiter eine besondere Art der Badeaufsicht: Ist viel Betrieb, dann werden mehrmals täglich die ansonsten gesperrten Siebeneinhalber- und Zehner-Plattform für das sprungvernarrte Wasserrattenvolk freigegeben. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Luftakrobaten jedoch nur unter direkter Aufsicht und auf Kommando eines Bäder-Mitarbeiters aus diesen beiden Höhen den glitzernden Fluten entgegenrasen.

Und was hat ein Schwimmmeister sonst noch so alles zu erledigen? Ist das Bad so stark besucht wie im Moment, sind regelmäßige Durchsagen via Lautsprecheranlage an der Tagesordnung. Meist müssen Falschparker zu ihren Fahrzeugen zitiert werden, oder es geht um Familienzusammenführung.

Ein Lob hat Rechenberg für das gestiegene Umweltbewusstsein der Bergbadbesucher übrig: „Früher wurde viel mehr Müll auf der Liegewiese hinterlassen. Da hat sich wirklich etwas zum Besseren verändert.“ jp

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