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Bückeburg Stadt Betrüger drohen mit Interpol und Verhaftung
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Betrüger drohen mit Interpol und Verhaftung
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21:08 15.05.2018
Das E-Piano, auf das es der Betrüger abgesehen hatte, steht immer noch in der Wohnung des Bückeburgers. Quelle: rc
Bückeburg

Eines vorweg: Das gute Stück, ein E-Piano, steht immer noch bei einem Bückeburger im Flur und wird weiterhin via eBay-Kleinanzeigen angeboten. Aber es hätte auch schon weg sein können, wenn der Hobbymusiker auf einen Betrüger hereingefallen wäre. Dieser hatte immerhin mit Interpol und einer Verhaftung innerhalb von zwölf Stunden gedroht, wenn der Bückeburger nicht endlich 300 Euro auf das Konto einer britischen Bank überweisen würde – obwohl der Ex-Residenzstädter eigentlich der Verkäufer war.

„Absolut dreist“, sagt der Mann, der seinen Namen und sein Foto nicht in der Zeitung sehen, wohl aber andere vor der Betrugsmasche warnen möchte: „Damit es anderen nicht passiert.“ Man müsse gelassen bleiben, nicht auf die Forderungen eingehen. Immerhin war er so cool, dass er nach eigenem Bekunden zum Schluss mit dem Betrüger „gespielt“ hat.

Angefangen hatte der Betrug damit, dass der Bückeburger sein E-Piano für 350 Euro Festpreis verkaufen wollte. Einige potenzielle Käufer meldeten sich, machten aber Preisangebote weit unterhalb der Vorstellung des Veräußerers. Nur einer nicht – derjenige, der sich später als Betrüger entpuppte. Ein Amerikaner mit Arbeit in Schottland, der das Piano für sein Haus in Österreich haben wollte.

Über den Preis war man sich per Austausch über E-Mail schnell handelseinig, ebenso, dass das Piano von einem Transportunternehmen abgeholt werden sollte. Der Bückeburger rückte seine Kontonummer heraus, damit das Geld überwiesen werden konnte. Ein Vertrauen, dass er kurze Zeit später bereute und ihn zwang, erst einmal sein gesamtes Geld vom Girokonto auf ein Sparbuch zu hieven.

E-Mail von Interpol

Der potenzielle Käufer gab stattdessen an, sein Geld schon auf ein Konto einer Bank in Großbritannien überwiesen zu haben. Komisch nur, dass er forderte, nun müsse der Bückeburger noch 300 Euro über Western Union an eine US-Adresse transferieren, damit er eine Sicherheit habe, wenn etwas schief geht. Seine 300 Euro würden umgehend zurücktransferiert, sobald das beauftragte Transportunternehmen das E-Piano in Bückeburg abgeholt und die Übergabe bestätigt hat. Das Geld für den Kauf werde dann auch freigegeben.

Ansinnen, auf die der Bückeburger – natürlich – nicht einging. Vielmehr forderte er die Zahlung auf sein PayPal-Konto oder aber per Direktüberweisung. Ein Ansinnen, dass den Betrüger wohl veranlasste, die große Keule zu schwingen. Man habe alle Infos über ihn und werde ihn binnen zwölf Stunden verhaften, erreichte den Bückeburger eine E-Mail. Zur Bekräftigung war die Mail mit einem Briefkopf von Interpol und mit einen Namen unterschrieben – immerhin dem des Generalsekretärs von Interpol. Darunter prangte noch ein Foto eben dieses Interpol-Beamten an seinem Schreibtisch, dahinter die Fahne von Interpol. „Ein Foto, dass dummdreist aus dem Internet heruntergeladen worden ist“, wie Recherchen ergaben.

Der Bückeburger schrieb nun seinerseits zurück, dass er bei der örtlichen Polizei Erkundigungen einholen werde, ob tatsächlich Interpol eingeschaltet worden ist. Seitdem hat er von dem Betrüger nichts mehr gehört. rc