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Betrunkener „Rennfahrer“ rammt Radfahrer

Bückeburg / Prozess Betrunkener „Rennfahrer“ rammt Radfahrer

Humpelnd betritt das Opfer des Verkehrsunfalls den Gerichtssaal des Amtsgerichts Bückeburg, begleitet von seinem Anwalt Stephan Maiß. Die Entschuldigung des Angeklagten schlägt der Bückeburger (28) aus.

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Bückeburg (ly). „Das ist sinnlos“, erwidert er. Rechtsanwalt Maiß wird dem Mann auf der Anklagebank später vorwerfen, sich wie ein Rennfahrer benommen zu haben – mit einem Unterschied: „Ein Rennfahrer setzt seinen Verstand ein. Sie sind für mich nur ein Verkehrsrowdy, der nicht weiß, was er macht.“

 Dann das Urteil: 5500 Euro Geldstrafe, weitere zwölf Monate Führerscheinsperre. „Danach könnte der Angeklagte wieder geeignet sein, am Straßenverkehr teilzunehmen“, erklärt Richter Armin Böhm. Mit durchdrehenden Reifen war der Rintelner (24) am Abend des 3. Juni vom Hof eines Schnellrestaurants an der Kreuzbreite gerast und hatte mit seinem Auto einen Radfahrer erfasst, der von rechts kam. Eine Blutprobe ergab später 0,95 Promille. Seitdem ist der 24-Jährige seinen Führerschein los.

 Verurteilt hat das Bückeburger Amtsgericht den Rintelner wegen fahrlässiger Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit Trunkenheit im Verkehr und unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Die Geldstrafe entspricht 100 Tagessätzen. Alles über 90 taucht im polizeilichen Führungszeugnis auf.

 Nach dem Zusammenstoß hatte der angetrunkene Mann obendrein Fahrerflucht begangen, obwohl die Frontscheibe seines Autos zersplittert war, zudem beide Vorderreifen platt. Am Kleinenbremer Besucher-Bergwerk sah er einen Bulli der Polizei, die zwischenzeitlich eine Fahndung eingeleitet hatte. Der Flüchtende setzte zurück, um zu wenden, worauf der Polizeibus ihm die Ausfahrt versperrte. Gegenüber dem einzelnen Beamten pochte er auf sein Recht, nichts zur Sache sagen zu müssen.

 All dies passt aus Sicht von Opferanwalt Maiß nicht zur Einlassung des Angeklagten, der vor Gericht erklärt hatte: „Ich stand so unter Schock, dass ich einfach nur nach Hause wollte.“ Verteidiger Thomas Grell: „Was er angerichtet hat, wusste mein Mandant erst auf der Polizeiwache.“

 Laut Anklageschrift war der Wagen des Rintelners mit dem Opfer auf der Motorhaube quer über die Kreuzbreite geschleudert, bevor er vor einem Baumarkt schräg gegenüber kurz zum Stehen kam. An der Unfallstelle blieb ein Kennzeichen zurück.

 Vier Wochen lang lag der verletzte Bückeburger anschließend mit mehreren Beinbrüchen im Krankenhaus, weitere Operationen stehen ihm noch bevor. „Ich habe jede Menge Metall im Bein“, berichtet er. In seiner Freizeit fährt der Bückeburger gern Fahrrad und legt weite Strecken zurück. Ob das in Zukunft noch möglich sein wird, weiß er zurzeit nicht.

 Der angeklagte Rintelner ist seinen Führerschein übrigens schon einmal los gewesen. Ebenfalls wegen Trunkenheit.

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