Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Betrunkener schlägt mit der Flasche zu

Bückeburg / Prozess Betrunkener schlägt mit der Flasche zu

Tatort Disco: Aus heiterem Himmel hat ein 22-Jähriger einem Bückeburger (32) zweimal eine Flasche über den Schädel gezogen. Beide kannten sich nicht, bis zu der nächtlichen Auseinandersetzung am Tresen hatten sie nie ein Wort miteinander gesprochen. Vorausgegangen war eine Art Streit des späteren Opfers mit einem anderen Mann, in dessen Begleitung der Täter war. Es ging um die Frage, wer wem einen ausgeben sollte. Das Opfer erlitt eine Platzwunde, die genäht werden musste. Zwei Wochen war der Bückeburger krankgeschrieben.

Voriger Artikel
Der Schienenfresser bahnt sich neue Wege
Nächster Artikel
Bis Jahresende soll alles fertig sein
Quelle: dpa

Bückeburg (ly). Klarer Fall von gefährlicher Körperverletzung. Den vorbestraften Schläger kostet dies sechs Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung sowie 1500 Euro Geldbuße, zu zahlen an eine gemeinnützige Einrichtung. Ein entsprechendes Urteil des Bückeburger Amtsgerichts ist jetzt in zweiter Instanz bestätigt worden. Im Dunkeln blieb das Motiv. „Der Grund, warum der Angeklagte eine Bierflasche nahm und zweimal zuschlug, ist nicht nachvollziehbar und nicht aufzuklären“, sagte Richter Dr. Jens Rass, Vorsitzender der Berufungskammer am Landgericht.
Umso klarer erscheinen in diesem Fall die Indizien. So hielt sich damals nur der Angeklagte in unmittelbarer Nähe auf. Dass der Täter die Flasche nicht geworfen, sondern damit zugeschlagen hat, gilt als sicher. „Es wäre lebensfremd, dass zwei Flaschen geworfen werden und das Opfer jeweils am Kopf treffen“, so Richter Rass. Außerdem wollte der 22-Jährige nach dem Vorfall mehrfach flüchten, wurde aber jeweils aufgehalten. Dies deutet auf ein schlechtes Gewissen hin.
Nicht zuletzt war ein Türsteher der Sache anschließend näher auf den Grund gegangen. Er war zwar nicht selbst dabei, hat aber recherchiert, dass der Konflikt am Tresen eigentlich gelöst gewesen sei. „Plötzlich kommt Herr (...) von hinten und haut seinem Opfer zweimal mit einer Flasche auf den Kopf.“
Nach der Tat hätten alle auf den Obernkirchener gezeigt, erklärte der Türsteher. Soll heißen: „Die Situation war glasklar.“ Seit Wochen hatte der Mann vom Sicherheitsdienst bereits den Eindruck, dass sich der 22-Jährige „nicht ganz koscher benimmt“.
Zur Tatzeit spielte auf jeden Fall Alkohol eine Rolle. Deshalb billigte das Gericht dem Angeklagten verminderte Schuldfähigkeit zu. Mit ihrem Urteil folgte die dreiköpfige Kammer dem Antrag von Staatsanwalt Wilfried Stahlhut. Verteidiger Dr. Volkmar Wissgott hatte auf Freispruch plädiert.
Ausgestanden ist die Sache juristisch noch nicht. Parallel zum Strafprozess hatte das Opfer in einem Zivilverfahren auf Schmerzensgeld geklagt und in erster Instanz verloren. Demnächst geht es in die Berufung. Die Zivilverhandlung war ausgesetzt worden, um zunächst abzuwarten, was im Strafverfahren rauskommt. Mit dem Berufungsurteil könnten sich die Chancen des Opfers, an Geld zu kommen, verbessert haben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg