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Theaterstück über den Albtraum Flucht

Bückeburg Theaterstück über den Albtraum Flucht

In Rinteln ist das Tanztheater „Albtraum“ der in der Flüchtlingsunterkunft in der Prince Rupert School lebenden Menschen bereits mehrfach und mit großem Erfolg aufgeführt worden. Nun können auch die Bückeburger in den Genuss des Stücks kommen.

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Knallige Lichteffekte setzen die „Nightmare“-Mimen gekonnt in Szene.

Quelle: tol

Bückeburg. Es wird am Sonnabend, 27. Februar, ab 19.30 Uhr im Rathaussaal aufgeführt. Karten zum Preis von fünf Euro, ermäßigt für Schüler drei Euro, sind ab 18.30 ausschließlich an der Abendkasse erhältlich. Es ist freie Platzwahl. Die Einnahmen werden für die kulturellen Projekte in der Flüchtlingsunterkunft verwendet.

„Albtraum“ hat die Theatergruppe „Nightmare“ mit ihren sieben Schauspielern auf die Beine gestellt. Es stellt das gleichnamige Stück des Autors, Regisseurs und Irak-Flüchtlings Rushdie al Fatlawi vor, das den Weg der Flucht ins sichere Deutschland darstellt.

Krieg, Zerstörung, Terrorismus und Armut bestimmten das Leben vieler Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind. Ein Albtraum, der mit der Flucht noch nicht beendet war. In seinem Stück beschreibt al Fatlawi die Gefahren der langen Reise, die viele nicht überlebt haben: die Flucht aus dem Irak nach Syrien und dem Libanon, tagelange Fußmärsche, bittere Kälte und die riskante Überquerung des Mittelmeers von der Türkei nach Griechenland und von dort der lange Marsch über die Balkanroute nach Deutschland. In der Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit.

Mit einer Gruppe junger Intellektueller aus Irak, Syrien und dem Libanon, die zurzeit in der Flüchtlingsunterkunft in Rinteln leben, hat al Fatlawi das Stück inszeniert. Die Schauspieler, allesamt Laien, bringen ihre eigene Geschichte auf die Bühne.

Wie al Fatlawi sowie der Manager und Dolmetscher Feras Naeem mitteilten, ist in den vergangenen Wochen weiter am Stück gefeilt worden und eine neue Szene hinzugekommen, die sich mit dem Fluchtgrund Religion beschäftigt.

In Rinteln ist das rund einstündige Stück übrigens ohne Wissen der Betreuer und Ehrenamtlichen geprobt und inszeniert worden, wie Johann Hubrich erklärte, der sich als Ehrenamtlicher um die Kulturprojekte in der Prince Rupert School kümmert. Eines Tages seien sie eingeladen worden und seien völlig überrascht gewesen, was ihnen gezeigt worden ist. „Es war tief beeindruckend und ergreifend“, so Hubrich. Hinter dem Tanztheater habe auch der Wunsch der Flüchtlinge gestanden, etwas an Deutschland zurückzugeben. Einem Wunsch, dem auch in Bückeburg entsprochen worden ist, wo Anwohner der als Notunterkunft genutzten Herderschule eingeladen wurden: „Wir möchten die Dankbarkeit weitergeben.“

Das Engagement in Bückeburg ist derzeit das Einzige, das die Theatergruppe angenommen hat. Denn angesichts der Situation auf dem Wohnungsmarkt in Rinteln und Schaumburg ist derzeit nicht absehbar, inwieweit die Truppe zusammenbleiben und weiter Theater machen kann. Auch, ob ein solches Engagement auf die Herderschule übertragen werden kann, ist offen. „Es muss sich ein Ehrenamtlicher finden“, so Hubrich.

Al Fatlawi ist gelernter Schauspieler und Regisseur. 14 Jahre arbeitete er am National-Theater in Bagdad und für das irakische Fernsehen, war auch auf seinen Fluchtstationen in Syrien und im Libanon als Theatermann aktiv. Wie überhaupt seine ganze Familie im Film- und Theaterbetrieb aktiv ist.

In Bückeburg haben sich Johanna Woydt und der Vorsitzende des Kulturausschusses, Albert Brüggemann, um die Inszenierung des Stücks gekümmert. Und trafen dabei auf viel Entgegenkommen der Stadt, der Ratskeller-Pächterin Claudia Schurig, dem Bühnenmeister des Bauhofes, und Marinus Kienzl von BDT, der Ton- und Lichtanlage kostenlos zur Verfügung stellt. Einen weiteren Teil trug der Lions Club bei, der der Laptop und Lautsprecher für die Proben und Aufführungen spendete. rc

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