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Bezahlbare Mieten auch für Senioren

Bückeburg Bezahlbare Mieten auch für Senioren

Wenn alles nach Plan läuft, wird in den kommenden zwei Jahren eines der wichtigsten innerstädtischen Bauprojekte dieses Jahrzehntes umgesetzt: Im sogenannten „Herder-Quartier“ im Bereich Schulstraße/Herderstraße sollen bis zu 38 seniorengerechte Mietwohnungen entstehen, die sich auch Bewohner mit niedrigerem Einkommen leisten können sollen.

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Das Eckgrundstück Schulstraße/Herderstraße soll bebaut werden, einbezogen ins Projekt wird auch das Herderhaus (links).

Quelle: kk

Bückeburg. Integriert würde das denkmalgeschützte Herderhaus, das derzeit ungenutzte stadtbildprägende Eckgrundstück Schulstraße/ Herderstraße würde neu bebaut.

Vorgestellt wurden erste Planungen jetzt von Investor Norbert Dittel aus Bremen, Architekt Wolfgang Hein, Pastor Jan-Uwe Zapke, Ulrike Belz und Ulrich Sülflow von der Stadtkirchengemeinde und Baubereichsleiter Jörg Klostermann von der Bückeburger Stadtverwaltung. Die Kirchengemeinde hatte sich entschlossen, das historische Herderhaus und das Nachbargebäude zu verkaufen, nachdem das Landeskirchenamt als Mieter ausgezogen und an die Bahnhofstraße ins ehemalige Sparkassengebäude umgezogen war. Zapke: „Es musste eine vernünftige Nachnutzung für das Herderhaus gefunden werden. Die Stadtkirchengemeinde sah sich außerstande, das allein zu stemmen.“ So war der Verkauf ausgeschrieben worden. Davon erfuhr der Obernkirchener Architekt Hein, der wiederum Dittel von der TerraNova in Bremen aufmerksam machte. Dittel hat bereits einige ähnliche Projekte umgesetzt.

Dessen Idee vom seniorengerechten Wohnen mit sozialem Ansatz kam im Kirchengemeinderat gut an, er bekam den Zuschlag. „Ein Schuh“ wird aber erst dadurch daraus, dass Dittel auch das unbebaute Eckgrundstück erwerben kann. Die Bückeburger lästern gern über diesen „Platz vom Pompeji“, da dort einige „Säulenfragmente“ aus Betonsteinen stehen, die unerlaubtes Parken verhindern sollen. Ansonsten dient das Grundstück derzeit eher als Abkürzung und Hundeklo. Die Idee, es mit einer Wohnanlage zu behauen, hatte der Stadtrat per Veränderungssperre für den Bebauungsplan gestoppt. Kritiker hielten diese Planungen für ungeeignet für diesen sensiblen Teil der Altstadt.

Anders die Vorschläge von Dittel und Hein: Sie stoßen nicht nur bei der Kirchengemeinde auf offene Ohren, sondern auch im Stadtbauamt. Klostermann steht den stadtbildprägenden „Planungen aus einem Guss“ für diesen Bereich aufgeschlossen gegenüber. Das gesamte Quartier werde aufgewertet. Details sollen demnächst im Bauausschuss vorgestellt werden, Abstimmungsbedarf sei natürlich noch vorhanden. Bevor die Politik sich nicht mit den Plänen befasst hat, sollen auch noch keine Bauskizzen veröffentlicht werden.

In Grundzügen wurde das Projekt jedoch vorstellt: Das Herderhaus bleibt in seinen Grundstrukturen erhalten, es soll auch nicht entkernt werden. Dort könnte ein Dienstleister wie zum Beispiel ein Pflegedienst einziehen, oben wäre Platz für Wohnungen. Das nicht denkmalgeschützte Nebengebäude wird abgerissen.

Auf diesem und auf dem Eckgrundstück entsteht ein neuer v-förmiger Baukörper, der sich in der Höhe an der benachbarten historischen Bausubstanz orientiert. Dieser soll sich mit modernen Elementen gut ins Umfeld einfügen, ohne „historisierend“ zu wirken. Im Erdgeschoss wäre Platz für Dienstleister aus dem Pflege- oder Gesundheitsbereich, darüber sind Wohnungen mit meist zwei Zimmern, natürlich barrierefrei, geplant. Viele Wohnungen würden öffentlich gefördert, fielen also in die Kategorie sozialer Wohnungsbau mit bezahlbaren Mieten. Eigentumswohnungen sind nicht vorgesehen. Die Autos der Mieter wandern in den Keller: Unter dem Neubau wird eine Tiefgarage angelegt, die durch einen Auto-Lift erschlossen wird.

Besonderen Charme erhält das Projekt durch großzügige Grünflächen im hinteren Bereich, die mit bereits vorhandenem Grün vernetzt werden. Dort ist auch ein Gemeinschaftsraum geplant, der zum Beispiel für Familienfeiern oder auch für Lesungen der Stadtbücherei genutzt werden könnte. kk

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