Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
„Bild der Zerstörung“

Holzernte im Südharrl „Bild der Zerstörung“

Fahrspuren schwerer Maschinen im aufgeweichten Waldboden,  kreuz und quer herumliegende Kronenäste, etliche neben den Wegen gestapelte Baumstämme – und das alles während der Brut- und Setzzeit. Die derzeit vom Fürstlichen Forstamt Bückeburg im Harrl veranlassten Holzerntemaßnahmen sorgen für Ärger.

Voriger Artikel
Fiddler’s Green als nächtlicher Höhepunkt
Nächster Artikel
Tierheim: Es wird eine Verschmelzung

Schwere Forstmaschinen haben nicht erst seit dem Dauerregen der vergangenen Tage tiefe Spuren auf dem Waldboden des Südharrls hinterlassen.

Quelle: wk

Bückeburg. „Im Südharrl ist aktuell wieder der Harvester unterwegs. Und wie schon in den Jahren davor, bietet sich auch hier wieder ein unglaubliches Bild der Zerstörung. Und es geht hierbei nicht um verschlammte Wege, sondern ich spreche hier von einem Schlachtfeld, das vom Wegesrand sichtbar ist und mich wirklich erschüttert“, berichtet die Bückeburgerin der Redaktion. Am Nordharrl sei vor circa zwei Jahren in gleicher Weise mit schwerem Gerät Holz durch das Fürstliche Forstamt Bückeburg geerntet worden. Die Spuren seien immer noch deutlich sichtbar.

 Darüber hinaus beklagt die Bückeburgerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung genannt haben möchte, dass diese Arbeiten durchgeführt werden, obwohl die Brut- und Setzzeit noch lange nicht zu Ende ist: „Ich kann mir leider nicht vorstellen, dass der Fahrer des Harvesters so aufmerksam ist und bei seiner Arbeit auf Nester im Baum achtet – oder auf im Unterholz liegende Rehkitze“, konkretisiert sie und ergänzt: „Mir ist bewusst, dass der Harrl ein forstwirtschaftlich genutzter Wald ist, aber kann man solche Arbeiten nicht wenigstens in eine andere Jahreszeit verlegen?“ Und die Ironie bei alledem sei schließlich, dass der Wald als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist.

 Für die Leserin ist dieses Vorgehen des Fürstlichen Forstamtes Bückeburg jedenfalls „unfassbar“. Das Bild, dass sich Spaziergängern in den betroffenen Waldgebieten bietet, beschreibt sie als „Kriegsschauplatz im Harrl“.

Holz wird das ganze Jahr über geschlagen

Dass es aufgrund der laufenden Waldarbeiten am Südharrl angeblich wie ein „Schlachtfeld“ oder „Kriegsschauplatz“ aussieht, diesen Vorwurf lässt Alfred Matthaei, Revierförster beim Fürstlichen Forstamt Bückeburg, unkommentiert. Dass dort derzeit Holz eingeschlagen wird, das bestätigt er indes.

 „Wir ernten im Prinzip fast das ganze Jahr durch“, erklärt er. Dabei praktiziere man eine „ordnungsgemäße Forstwirtschaft“, in deren Rahmen man von den die Brut- und Setzzeit betreffenden gesetzlichen Auflagen befreit sei. Gleichwohl versuche man im Interesse der Tierwelt, nach Möglichkeit außerhalb dieser Zeit im Wald zu arbeiten. „Organisationstechnisch“ sei dies aber eben nicht immer möglich.

 Ausdrücklich betont Matthaei, dass er bemüht ist, beim Markieren der zu fällenden Bäume solche Exemplare davon auszunehmen, bei denen es sich um Horstbäume handelt – sofern dies vom Boden aus zu erkennen ist. „Auch auf Bruthöhlen achten wir natürlich.“

Schwere Maschinen im Einsatz

Was den von der Leserin monierten Harvester betrifft, wird dieser im Sommer vorzugsweise in Nadelbaumbeständen eingesetzt, berichtet der Revierförster. Nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Erwägungen ist die schwere Holzerntemaschine momentan aber auch in den daran angrenzenden Buchenbeständen aktiv. Vorgegeben ist dem jeweiligen Fahrer, dass er damit in den Forstbeständen nur auf ausgewiesenen Gassen fahren darf, die zudem mit von den abgesägten Baumstämmen entferntem Reisig bedeckt werden. Die auf dem Boden liegenden Zweige wirken dabei wie eine „Matratze“, sodass die Bodenschäden „möglichst gering“ gehalten werden, erklärt Matthaei.

 „Das ist die bodenschonendste Arbeitsweise, die ein Harvester an den Tag legen kann“, unterstreicht Matthaei weiter. Und in gleicher Weise seien auch die Holzrückemaschinen – im Fachjargon „Forwarder“ genannt – auf diesen zuvor ausgewiesenen Gassen unterwegs, wenn sie die vom Harvester gefällten Bäume aus den Beständen holen. wk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg