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Bis zu 350.000 Erkrankte

Landesverband Niedersachsen der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew tagt in Bückeburg Bis zu 350.000 Erkrankte

Mit einem umfangreichen Programm hat der Landesverband Niedersachsen der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew seine Delegiertenversammlung im Bückeburger Hubschraubermuseum absolviert.

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Dr. Christoph Terkamp von der Medizinischen Hochschule Hannover referiert zum Thema Osteoporose.

Quelle: jp

Bückeburg. Bei Morbus Bechterew handelt es sich um eine chronische, entzündlich-rheumatische Erkrankung des Achsenskeletts, die sich in einer Vielzahl von Schmerzsymptomen und entzündlichen Prozessen äußern kann und unheilbar ist. Für Deutschland wird eine Zahl von 100.000 bis 150.000 diagnostizierten Fällen genannt, die Zahl der tatsächlich Erkrankten wird auf 350.000 geschätzt.

 Die häufigsten Auswirkungen von Morbus Bechterew sind Gesäß- und Rückenschmerzen sowie eine Versteifung von Wirbelsäule und Gelenken. Die Ursachen der Krankheit sind nach wie vor weitgehend unbekannt. Fest steht, dass es sich um eine Fehlsteuerung des Immunsystems handelt und bestimmte Erbfaktoren, aber auch das zentrale Nervensystem eine wichtige Rolle spielen. Mit gängigen Therapieverfahren ist die Krankheit bis heute nicht heilbar. Es gibt jedoch erfolgreiche Ansätze zur Linderung.

 Ein entscheidender Faktor bei der Therapie ist die Selbsthilfe der Patienten, die seit 1979 im Bundesverband Morbus Bechterew (BVMB) organisiert ist. 1989 wurde der Landesverband Niedersachsen in Hameln gegründet, seine Geschäftsstelle ist in Luhden. Zu den Hauptaufgaben des BVMB zählen der Erfahrungsaustausch unter Betroffenen und Angehörigen, die Information von Patienten über medizinische, sozial- und versicherungstechnische Fragen, die Interessenvertretung von Patienten gegenüber dem Gesundheitssystem, dem Gesetzgeber und den Kostenträgern, die Kooperation mit Ärzten, Kliniken und Therapieeinrichtungen sowie die Förderung der Forschung.

 In ihrer Doppelfunktion als Präsidentin der Rheuma-Liga Niedersachsen und als Ärztliche Direktorin des Rehazentrums Bad Eilsen sprach Dr. Inge Ehlebracht-König zu den Delegierten. Rheuma-Liga und DVMB können auf eine lange Zusammenarbeit zurückblicken, insbesondere bei Funktionstraining und Rehabilitation, so Ehlebracht-König. Zudem haben beide Selbsthilfevereinigungen mit den gleichen Problemen zu kämpfen: „Seitens der Kostenträger wird von ehrenamtlich Aktiven immer mehr Professionalität und Verwaltungsaufwand gefordert.“ Allein wegen der enorm gestiegenen Dokumentationspflichten hätten Ehrenamtliche kaum noch Zeit, sich den Betroffenen zu widmen.

 Ansätze zu weiterer Zusammenarbeit sieht sie in den Bereichen Schmerzbewältigung und Sozialberatung. Aus Sicht des Rehazentrums Bad Eilsen hob die Direktorin den Wert der ehrenamtlichen Mitarbeit durch die DVMB hervor, unter anderem im Bereich von Patientenschulungen.

 Neu im Kreis der beratenden Ärzte des Landesverbandes ist der Arbeitsmediziner Rolf Melms. Der Leiter des in Bückeburg ansässigen Arbeitsmedizinischen Zentrums Schaumburg hob die Bedeutung der Sozialmedizin bei seiner Arbeit hervor. jp

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