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Bis zum Tod im vertrauten Umfeld

Bückeburg Bis zum Tod im vertrauten Umfeld

Schwerstkranken Menschen die Möglichkeit geben, zu Hause zu sterben: Das ist ein Ziel des Diakonie-Pflegedienstes Schaumburg. „Wir haben ein spezielles Palliativ-Care-Team, das die Menschen bis zuletzt begleitet“, sagt Pflegedienstleiterin Elisabeth Stummeier. Diese Leistungen würden in den vergangenen Jahren immer stärker nachgefragt.

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Elisabeth Stummeier (2.v.r.) mit einem Teil des Palliativ Care Teams aus Bückeburg und Sachsenhagen.

Quelle: mig

Bückeburg. Zu Hause, in Würde und in den Armen der Liebsten zu sterben – wer möchte das nicht? Was vor Jahren eher selten war, wird seit 2007 von der Politik gefördert. Das in diesem Jahr in Kraft getretene Gesetz zur Finanzierung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) bildete die Grundlage für speziell geschulte Palliative Care-Teams. Diese organisieren eine umfassende palliativmedizinische und pflegerische Behandlung Schwerkranker und Sterbender im häuslichen Bereich. Seitdem haben schwerstkranke und sterbende Krankenversicherte den Anspruch auf leidensmindernde medizinische und pflegerische Behandlung – im häuslichen Bereich. Der Gesetzgeber hat damit dem Wunsch vieler Patienten entsprochen, bis zu ihrem Tod im vertrauten Umfeld bleiben zu können.

Für Stummeier hat sich das Gesetz bewährt. „Eine normale Pflegekraft hätte gar nicht die Zeit, für eine so intensive Betreuung, die beispielsweise auch die Angehörigen einschließt.“ Sie selbst könne sich noch gut an die neunziger Jahre erinnern, wo sterbenskranke Patienten nur wenig begleitet waren. „Man wollte mehr machen, konnte es aber oft nicht“, so Stummeier.

Das sei inzwischen ganz anders geworden. Konkret bedeutet das: „Die speziell ausgebildete Pflegekraft kann heute mehr oder weniger selbst bestimmen, wie viel Zeit sie für einen Patienten braucht. Heute wird uns ein Zeitfenster gegeben, damit wir uns um die Kranken und die Angehörigen kümmern können.“ Es gebe die Möglichkeit, Leistungen der Palliativ-Care über die Krankenkasse abzurechnen.

Sowohl in Bückeburg als auch in Sachsenhagen, dem zweiten Standort des Pflegedienstes, haben etliche „Schwestern“ eine besondere Fortbildung im Bereich „Palliativ-Care“ absolviert. „Palliativ-Care“ (von englisch „care“: „Versorgung, Betreuung, Aufmerksamkeit“) ist der Oberbegriff für alle Bereiche der Versorgung unheilbar Schwerkranker und Sterbender, wie beispielsweise die Palliativmedizin und -pflege sowie die Hospizarbeit.

Palliativ-Care wird als Konzept zur Beratung, Begleitung und Versorgung von diversen Berufsgruppen in enger Vernetzung umgesetzt: Außer ärztlichem und pflegerischem Personal beteiligen sich daran auch Psychologen, Physiotherapeuten, Seelsorger, Sozialarbeiter sowie ehrenamtliche Helfer. Auch Angehörige werden mit einbezogen und erfahren ebenso wie der Patient Unterstützung und Zuwendung. Stummeier sieht das so: „Es geht darum, den Menschen überall und so gut wie möglich zur Seite zu stehen.“ Eine Schwester ergänzt: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage, sondern dem Tag mehr Leben zu geben.“

Die sogenannte Palliativ-Fachkraft arbeitet im Rahmen ihrer Tätigkeit eng mit dem behandelnden Arzt zusammen. Sie kann bestimmte Symptome erkennen und bestimmte Maßnahmen – im Bereich Schmerzmanagement – einleiten. „Wir sind sehr nah am Patienten dran, führen Gespräche und schauen, wie es ihm und seinen Angehörigen geht“, erläutert eine Schwester ihre Arbeit.

Außer speziellen Pflegetechniken braucht eine Fachkraft auch Kenntnisse über den Umgang mit Lebenskrisen. „Unsere Pflegekräfte haben viel mit den Ängsten der Patienten und ihrer Angehörigen zu tun“, sagt Stummeier. Die Resonanz auf das Angebot sei groß und werde verstärkt genutzt. Wobei: „Die Kenntnisse unserer Fachkräfte können natürlich überall mit einfließen.“ Zufrieden ist Stummeier auch mit der Lage vor Ort. „Im Palliativ-Bereich hat sich viel getan, die Versorgung ist viel besser geworden.“ Während in den neunziger Jahren die Begleitung Sterbender „nicht so gelaufen ist, wie man sich das wünscht“, sei das heute viel besser geworden. mig

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