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Bisher nur grobe Entwürfe

Was wird aus dem Bückeburger Krankenhaus? Bisher nur grobe Entwürfe

Für die Nachnutzung des Areals des Krankenhauses Bethel an der Herminenstraße in Bückeburg sind sicher noch sehr viele Überlegungen anzustellen.

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Abrissbirne für Krankenhaus und Haus Reiche? Derzeit wird nichts ausgeschlossen.

Quelle: rc

Bückeburg. Das hat Baubereichsleiter Jörg Klostermann im Gespräch mit dieser Zeitung gesagt. Bisher liege seitens der Stiftung und der Projektplaner nur ein „grober Entwurf“ für die Errichtung eines Heims auf dem Gelände vor, offen sei, ob es ein Pflegeheim oder ein Seniorenwohnheim werden soll. Diese Planung müsse zunächst vorangetrieben und konkretisiert werden. Dann könne das Bauamt einen Bebauungsplan für das gesamte Areal um dieses Vorhaben „herumstricken“. Es sei Aufgabe der Politik, über diese Bauleitplanung zu beraten und zu entscheiden.

Stand der Dinge ist jedenfalls, dass der Verwaltungsausschuss am 25. Januar dieses Jahres nach Vorberatung im Bau- und Umweltausschuss den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 88 „Bethel-Quartier“ gefasst hat. Ziel der Planung ist es, nach Aufgabe der Krankenhausnutzung ein gemischt genutztes Quartier zu schaffen, das auch Raum für innerstädtisches Wohnen umfasst. 11.000 Quadratmeter Fläche in guter Innenstadtlage gilt es, zu überplanen.

 Außer einem Pflege- oder Seniorenheim – damit würde dem Stiftungsgedanken Rechnung getragen – führte Klostermann eine Reihe von Stichpunkten an, die für die künftige Nutzung von Bedeutung sind oder sein können: Mehrgenerationenhaus nannte Klostermann als ein Stichwort, nachdem das Projekt in den Hofwiesen an der Standortfrage gescheitert war. Mehrfamilienhäuser mit bezahlbarem Wohnraum für Familien ist eine zweite Option. Die Einrichtung eines Cafés, eines Parks, einer Tiefgarage, die notwendig ist, sollte ein Heim gebaut werden, sind weitere Stichpunkte, ebenso die Frage der Erschließung oder aber der Bau von Fußwegen zu angrenzenden Einrichtungen wie etwa der Grundschule Am Harrl.

 Klostermann: „Es muss ein Quartier geschaffen werden.“ Vorstellungen, die vor einigen Tagen in einem Gespräch zwischen dem Projektentwickler und späteren Vermarkter, der Volksbank in Schaumburg, den die Stiftung ins Boot geholt hat, sowie zwei Planern auf der einen Seite und Bürgermeister Reiner Brombach und Klostermann auf der anderen Seite, ausgiebig erörtert worden sind.

Jörg Klostermann: Abriss nicht ausgeschlossen

Sicher scheint jedenfalls bisher, dass das eigentliche Krankenhaus abgerissen wird, wie die Stiftung bereits im Januar gegenüber der Presse mitgeteilt hat. Der Gesamtzustand des Hauses sei nicht zufriedenstellend. Die verschachtelte Bauweise, zu niedrige Raumhöhen und die nicht vorhandene Barrierefreiheit seien nur einige Schwachstellen. Die Substanz des Hauses lasse eine Nachnutzung kaum zu: „Daher ist der Abriss des Gebäudes nicht ausgeschlossen. Eine Sanierung wäre technisch und finanziell nicht vertretbar“, hatte es damals geheißen. Heute liegt ein abschließendes Gutachten zu dieser Frage immer noch nicht vor – natürlich auch, weil das Krankenhaus in Betrieb ist und einige Untersuchungen nicht gemacht werden können.

Bleibt noch die Frage nach dem Haus Reiche, in dem bis vor Kurzem der Einzug eines stationären Hospizes geplant war. Diesem Vorhaben hat die Stiftung inzwischen eine Absage erteilt, auch aus finanziellen Gründen. Stattdessen wurden Überlegungen laut, auch dieses Gebäude abzureißen, auch wenn es unter Denkmalschutz steht. Eine Frage, die auch in dem Gespräch vor einigen Tagen erörtert worden ist, wie der Baubereichsleiter bestätigte.

In einer Stellungnahme verwies er auf den Aufstellungsbeschluss vom Januar, in dem auf eine stattliche Anzahl denkmalgeschützter Villen hingewiesen wird. Zu diesen genannten denkmalgeschützten Gebäuden gehört das 1858 errichtete Haus Reiche. Es ist ein klassizistisches, zweigeschossiges Villengebäude mit straßenorientierter Schmuckfassade, das seit 1987 als Einzelbaudenkmal unter Denkmalschutz steht – und daher eigentlich nicht abgerissen werden darf. Allerdings besteht laut Denkmalschutzgesetz die Möglichkeit, dass es aus dem Denkmalschutz herausgenommen und abgerissen werden kann. Klostermann: „Das muss alles sorgfältig abgewogen werden.“

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