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Blick hinter die Kulissen

Blick hinter die Kulissen des Amtsgerichtes Bückeburg Blick hinter die Kulissen

Klein, aber oho – so lässt sich das Landgericht in Bückeburg wohl am besten beschreiben. „Bei uns muss jeder alles machen“, sagt Präsidentin Eike Höcker den Gästen des SPD-Stadtverbands. Man sei super aufgestellt und habe den Verfahrensstau, den es vor Jahren gegeben habe, weitestgehend abbauen können.

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Eike Höcker und ihre Gäste betrachten jene Urkunde, die ihrem Großvater 1921 bei seiner Einbürgerung ausgestellt wurde.

Quelle: mig

Bückeburg. Einmal hinter die Kulissen des Gerichts zu sehen, das ist schon etwas Besonderes, zumal hier in Bückeburg nicht nur das Amtsgericht und das Landgericht, sondern auch der Niedersächsische Staatsgerichtshof angesiedelt ist. Und der sorgt, zusammen mit dem Bückeburger Schloss, für viel überregionale Beachtung.

 Hausherrin ist Höcker, die die 20 Mitglieder des SPD-Stadtverbands am Eingang begrüßte. Zu sehen gibt es dort eine Menge. Da ist beispielsweise die kleine Verwahrzelle, die Gefangene aufnehmen kann. Oder die Stühle des früheren schaumburg-lippischen Parlaments (selbstverständlich ohne Krone).

 Und dann natürlich der Raum, in dem auch der Niedersächsische Staatsgerichtshof tagt. Neun Stühle stehen hinter der Begrenzung. „Ich hätte ihn mir größer vorgestellt“, meint eine Teilnehmerin des Rundgangs, „im Fernsehen sieht der viel größer aus.“

 Im funktionalen Schwurgerichtssaal dürfen sich die SPD-Mitglieder dann auf die Gästebank setzen. Höcker begrüßt den Vorsitzenden des Stadtverbands, Jens Meier, und gibt einen geschichtlichen Überblick. Erzählt vom Landgericht, das erst 1953 hier eingezogen ist, und davon, dass in diesem Saal das schaumburg-lippische Parlament getagt hat. Man habe sogar eine Stimme im Bundesrat gehabt, was besonders gewesen sei, „weil Schaumburg-Lippe ja sehr klein war“.

 Eine andere Besonderheit sei die politische Ausrichtung gewesen, so Höcker weiter: „Schaumburg-Lippe war seit Beginn der Parteien immer rot geprägt. Die SPD hat hier eine große Rolle gespielt.“

 Auch die Entstehung des Landgerichts entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Kuriosum: Eigentlich gab es Landgerichte in Ländern mit 200.000 bis 300.000 Gerichtseingessenen – Schaumburg-Lippe hatte lediglich 32.000 Einwohner, weshalb es auch durchaus Widerstand gab. Letzten Endes konnte sich Fürst Adolf-Georg aber durchsetzen.

 Heute ist das Landgericht aus Bückeburg nicht mehr wegzudenken. „Bückeburg ist ein wirklicher Justizstandort mit juristischem Leben in der Stadt“, fasst Höcker zusammen. Allein in Bückeburg arbeiten 107 Menschen für die Justiz, im ganzen Schaumburger Land sind es 160.

 Am Landgericht sind neun Richter tätig, Luft nach unten gibt es nicht mehr. Schon jetzt, sagt Höcker, „wird bei uns nur der Richter glücklich, der alle Rechtsgebiete kann – bei uns muss jeder alles machen“. Und jeder sei dort bereit, alles zu machen, „deshalb werden wir hier auch fertig“.

 Zum Schluss bittet Höcker ihre Gäste zu einem Glas Wein in ihr Büro. Dort wartet ein besonderes Dokument auf die Besucher: die Urkunde, die ihrem Großvater einst bei seiner Einbürgerung ausgestellt worden ist. Der sei 1921 nach Schaumburg-Lippe gekommen, „weil das hier ein Freistaat war“, sagt Höcker. mig

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