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Bloß nicht ärgern: Student beißt um sich

Bückeburg / Prozess Bloß nicht ärgern: Student beißt um sich

Als Hund wäre ihm ein Maulkorb sicher: Wenn er Streit hat, neigt ein Bückeburger dazu, wild um sich zu beißen. Dreimal ist der 31-Jährige jetzt deshalb verurteilt worden. Armin Böhm, Direktor des Amtsgerichts, rät dem bissigen Studenten, sich vielleicht einmal behandeln zu lassen.

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Quelle: dpa

Bückeburg (ly). Dass Verurteilungen allein offenbar nicht reichen, hat sich in der Vergangenheit gezeigt. Richter Böhm versuchte es trotzdem mit einer viermonatigen Freiheitsstrafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung, ausgesetzt zur Bewährung. Hinzu kommen 1000 Euro Geldbuße. Daran wird der Angeklagte zu knabbern haben.

Zuletzt hat der Student im September vorigen Jahres in einem Bückeburger Bistro zugebissen. Abgesehen hatte er es auf den Unterarm eines jungen Mannes (26), der in einem Streit zwischen ihm und seinem Vater (56) schlichten wollte. Gläser waren durchs Lokal geflogen, ein Bild von der Wand gerissen worden. Zwischenzeitlich ohrfeigte sich der Beißer selbst, bevor er mit dem Vater in den Clinch ging. Beide sanken zu Boden.
In dem Moment zeigte ein anderer Gast Zivilcourage, mischte sich ein, fixierte den Studenten am Boden und hielt einen oder beide Arme des 31-Jährigen fest. Als er den Griff lockerte, bedankte sich der Unterlegene mit einem Biss in den Unterarm, der später zu einer eiternden Wunde führen sollte. „Dieser Fall ist relativ bizarr“, meint Verteidiger Alexander Ulbrich. „Was soll man dazu sagen?“, fragt Staatsanwalt Dieter Liese und meint nicht nur die jüngste Tat des Angeklagten, sondern auch dessen Vorstrafen.

Beißer beißt Türsteher ins Geschlechtsteil
Im April 2005 war er in einer Portaner Diskothek mit einem anderen Besucher in Streit geraten. Der Beißer schnappte zu, verfehlte aber den anvisierten Unterarm. Als ein Türsteher einschritt, biss der zu Boden gegangene Bückeburger diesen „ins Geschlechtsteil“, wie die Staatsanwaltschaft im Strafbefehl formuliert. Natürlich durch die Hose, denn nackte Türsteher kommen in Diskotheken so gut wie gar nicht vor.
Ähnlich gelagert ist ein weiterer Fall: Im Jahr 2007 wurde der Bückeburger verurteilt, weil er und ein Bekannter sich vor einem Schnellrestaurant mit einem Autofahrer angelegt hatten. Das Opfer erlitt Bissverletzungen an mehreren Stellen.

Im Prozess um den Bodenkampf im Bistro stellte sich der Angeklagte eher als Opfer dar und wollte wohl so etwas wie Notwehr konstruieren. Richter Böhm hat jedenfalls „von einem Geständnis nichts gehört“.
Der Student will an jenem Abend seine „Existenz in Gefahr“ gesehen haben. „Ich hatte noch nie solche Schmerzen und dachte, der bricht mir den Arm“, erinnert er sich mit einem leichten Hang zur Übertreibung.
„Dann hätte ich mein Studium vergessen können. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich irgendwie zu wehren.“ Angefangen hatte der Streit übrigens, weil der Vater des Bückeburgers mit dessen Freundin nicht einverstanden war.

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