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Böses Foul: Nachspiel vor Gericht

Fußballfan bekommt Glas an den Kopf Böses Foul: Nachspiel vor Gericht

Wir erinnern uns: Auf dem Weg zu ihrem vierten WM-Titel bezwang die deutsche Nationalmannschaft am Abend des 4. Juli 2014 Frankreich mit 1:0. Den Treffer erzielte der Dortmunder Mats Hummels. Für einen Bückeburger (22) behält dieser Sieg im Fußball einen bitteren Beigeschmack. Vor einer Kneipe in der Innenstadt, in der er und andere Fans die Begegnung verfolgt hatten, bekam der Soldat in den frühen Morgenstunden des folgenden Tages ohne Vorwarnung ein Weizenbierglas an den Kopf.

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Quelle: dpa

Bückeburg. Zurück blieb eine stark blutende Wunde, nachdem das Opfer zunächst zu Boden gegangen war. Der Sturz führte überdies zu einer Verletzung am Steißbein.

 Ein böses Foul, das für den vorbestraften Täter (19) jetzt ein Nachspiel vor Gericht hatte. Richterin Eike Höcker, Vorsitzende einer kleinen Jugendkammer am Bückeburger Landgericht, zeigte dem Heranwachsenden in einem Berufungsverfahren die Rote Karte und verhängte zwei Freizeitarreste. Beide müssen übers Wochenende verbüßt werden. So kann der junge Mann an den Werktagen seinen schulischen oder beruflichen Verpflichtungen nachgehen. In erster Instanz hatte das Amtsgericht eine Woche Dauerarrest wegen gefährlicher Körperverletzung verhängt.

 „Wer hat ihnen das Glas an den Kopf befördert?“, fragte Richterin Höcker den Soldaten jetzt im zweiten Prozess. Als Antwort zeigte der Zeuge auf den Angeklagten. Nachdem der 22-Jährige damals rasch herausgefunden hatte, wer der Täter war („Bückeburg ist ja nicht so groß“), hatte er diesem im Internet bei Facebook einige Zeilen geschrieben und eine Entschuldigung bekommen. Im ersten Prozess räumte der Bückeburger die Tat dann ebenfalls ein. „Irgendwann“, so wird er im Protokoll der damaligen Verhandlung zitiert, „muss ich das Glas in sein Gesicht befördert haben.“

 Leugnen war angesichts dieser erdrückenden Beweislage zwecklos, doch der Angeklagte versuchte es trotzdem. In der Berufungsverhandlung behauptete er plötzlich sinngemäß, das Glas sei aus einer Gruppe geflogen gekommen, die hinter seinem Rücken gestanden habe. „Wenn ich für eine Sache, die ich nicht gemacht habe, ins Gefängnis soll, kann ich das nicht akzeptieren“, so der Bückeburger. Begründung für den Sinneswandel: Der Angeklagte will die Tat anfangs auf sich genommen haben, weil er „keinen reinreißen“ wollte. Das war nicht nur Staatsanwalt Wilfried Stahlhut zu wenig, denn der wollte Namen hören. „Wenn der Angeklagte aus der Nummer rauskommen möchte, muss er mal etwas präziser werden“, meinte Stahlhut.

 Nachdem der Täter sich wenige Tage nach dem Vorfall entschuldigt hatte, wollte der Soldat die Sache auf sich beruhen lassen, um sich eine Gerichtsverhandlung zu ersparen. „Sie sind hart im Nehmen“, stellte Eike Höcker fest.

 Von Glück kann der 22-Jährige reden, dass er relativ glimpflich davongekommen ist. Der Schläger hatte damals vor dem Lokal gestanden. Er soll mit dem Glas zugeschlagen haben. Bis dahin kannten sich Täter und Opfer höchstens vom Sehen. Sie hatten nie ein Wort miteinander gesprochen. ly

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