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Boom bringt Behörde in Bredouille

130 Bauanträge in Bückeburg Boom bringt Behörde in Bredouille

Das Bauamt der Stadt ächzt unter dem anhaltenden Bauboom. 130 Bauanträge und -voranfragen sind in diesem Jahr bei der Bückeburger Verwaltung schon zu bearbeiten, der Durchschnitt der vergangenen Jahre lag bei 80 bis 100 Anträgen im Jahr.

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Das Bauvorhaben Fenkner mit 17 geplanten Wohnungen an der Wallstraße ist genehmigungsreif, selbst für die Zufahrt zur Tiefgarage ist eine Lösung gefunden. Nur: Es fehlen Unterlagen zu Abstandsregeln, die der Bauherr beizubringen hat.

Quelle: rc

BÜCKEBURG. Dadurch kommt es zu Verzögerungen bei der Bearbeitung der Anträge, nicht gerade zur Freude der Bauherren, die sich auch gegenüber unserer Zeitung bereits über die schleppende Bearbeitung beziehungsweise über langwierige Auseinandersetzungen mit dem Bauamt in Detailfragen beklagten.

Schreiben an die Bauherren

 In einem Schreiben, das an Bauherren – allerdings nicht alle – geschickt wurde und unserer Zeitung vorliegt, hat das Bauamt in Person von Baubereichsleiter Jörg Klostermann auf diese Verzögerungen hingewiesen und informiert: „Mit diesem Schreiben möchten wir sie darauf aufmerksam machen, dass die Bearbeitung ihres Verfahrens aufgrund der derzeitigen Auslastung der Bauaufsichtsbehörde der Stadt Bückeburg noch Zeit in Anspruch nehmen wird. Ich werde in dieser Angelegenheit unaufgefordert auf Sie zurückkommen.“ Ein Schreiben, das einigen Bauherren – natürlich – sauer aufstieß. „Die kommen einfach nicht in die Pötte“, klagt einer gegenüber unserer Zeitung.

 In einem Pressegespräch wiesen sowohl Bürgermeister Reiner Brombach als auch Baubereichsleiter Klostermann auf die angespannte Situation im Bauamt hin. Der Verwaltungschef: „Wir sind beglückt über die hohe Bautätigkeit in Bückeburg – und leiden auch darunter.“ Es gebe keinen Stillstand im Bauamt, sondern einen „erheblichen Druck“. Die sonst üblichen schnellen Bearbeitungszeiten seien nicht zu halten. Derzeit müsse ein Bauwilliger nach Angaben von Klostermann zehn bis zwölf Wochen auf die Bearbeitung seines Antrags warten. „Bei größeren Bauvorhaben, wenn viele Detailfragen zu klären sind, könnte es länger dauern“, so Klostermann. Kleinere Bauanträge mit vollständigen Unterlagen würden auch kurzfristig bearbeitet und genehmigt: „Da sind wir flexibel.“

Ehemaliges Sorgenkind ist voll

 Sowohl Brombach als auch Klostermann wiesen darauf hin, dass es nicht nur die großen Bauvorhaben im Wohnungsbaubereich sind, die das Bauamt abzuarbeiten hat (wir berichteten). Vielmehr gebe es sowohl im Gewerbebereich als auch beim Bau von Einfamilienhäusern einen regelrechten Boom. Baugebiete wie „Am Bergdorfer Wege“ mit seinen 30 Bauplätzen oder aber das jahrelange Sorgenkind „Sprekelsholzkamp“ seien mittlerweile so gut wie vollgelaufen. Im Gewerbegebiet Kreuzbreite II, in dem sich jahrelang nichts getan habe, gebe es keine freien Flächen mehr, so Brombach. Die Nachfrage von ansiedlungswilligen Firmen sei dennoch so groß, dass die Stadt Anfang des Jahres die Aufstellung des Bebauungsplans Kreuzbreite III auf den Weg gebracht habe. 45000 Quadratmeter werden nördlich der Hans-Neschen-Straße in Verlängerung der vorhandenen Gewerbebetriebe ausgewiesen (wir berichten). Auch für die im Flächennutzungsplan ausgewiesene Gewerbefläche nördlich der Scheier Straße hinter der Bahnbrücke gebe es Interessenten.

 Nicht nur wegen der Flut an Bauanträgen seien derzeit Kräfte in der Bauverwaltung gebunden. Die Tatsache, dass die Stadt mit der Sanierung der Krippe/Kindergarten an der Hinüberstraße sowie der Übergangslösung am Straußweg selbst als Bauherr tätig sei, tue ein Übriges, so Klosterman. „Außerdem stehen energetische Sanierungen an stadteigenen Gebäuden an.“ Und natürlich habe auch die Urlaubszeit zu Verzögerungen geführt. „Jeder tut, was derzeit möglich ist“, sagte Klostermann.

Hilfe von anderen Behörden

 Der Druck ist jedenfalls so hoch, dass die Stadt versucht hat, Hilfe von anderen Behörden zu erhalten, etwa vom Landkreis. „Aber auch dort ist die Auslastung sehr hoch“, so Brombach. Etwas entzerrt hat sich die Situation dadurch, dass die Anfang des Jahres neu eingerichtete Stelle für das Gebäudemanagement im Bauamt vor Kurzem besetzt werden konnte.

 Wie Klostermann zur Genehmigungspraxis ausführte, versuche das Bauamt, den Antragsstellern so weit wie möglich entgegenzukommen. „Wir sind aber natürlich an Bauplanungsrecht und Baurecht gebunden.“ Wenn manche Anträge gesetzlichen Verpflichtungen nicht genügten, sage das Bauamt nicht einfach nein, sondern versuche, Lösungen zu finden: „Bestimmte Sachen müssen aber einfach eingehalten werden.“ Bei größeren Projekten sei es gängige Praxis, dass Antragskonferenzen durchgeführt werden, bei denen sich alle Beteiligten – auch Externe – abstimmen, um dann die Bauanträge einreichen zu können, erläuterte Klostermann. Bei einigen Projekten gebe es aber schlicht Verzögerungen dadurch, dass Unterlagen nicht vollständig seien und trotz Aufforderung von den Bauherren nicht eingereicht würden. rc

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