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Brandstifter brummt in Brandenburg

Bückeburg / Prozess Brandstifter brummt in Brandenburg

Der Brandstifter von der Georgstraße ist nach Brandenburg umgezogen und sitzt wieder im Gefängnis.

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Quelle: pr.

Bückeburg. Bückeburg. Zurzeit verbüßt er dort elf Monate Haft wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung, verhängt vom Bückeburger Amtsgericht. Zunächst hatte der 32-Jährige das Urteil angefochten. Wie Thorsten Garbe, Sprecher des Landgerichts, auf Anfrage bestätigt, ist der Angeklagte jedoch nicht zur Verhandlung vor der Berufungskammer erschienen. Die Berufung wurde daraufhin verworfen, das Urteil rechtskräftig. Doch bei den elf Monaten bleibt es wohl nicht.

Dirk von Behren, Richter am Amtsgericht, hat zudem die Bewährungsstrafe wegen der 2007 begangenen Brandstiftung widerrufen. Das sind weitere 17 Monate Gefängnis, die der Bückeburger nun doch absitzen soll, weil er nach der Brandstiftung erneut straffällig geworden ist, diesmal als Schläger.

Nach einem Kneipenbesuch hatte er einen Zechkumpan, der bereits volltrunken am Boden lag, mit der flachen Schuhsohle gegen den Kopf getreten. Damit der Verletzte nicht sofort gefunden wurde, legten der 32-Jährige und ein anderer Mann das Opfer neben eine Hecke. Bei dem Streit war es um Geld gegangen. Fünf Monate zuvor hatte der Bückeburger vor derselben Kneipe bereits einen anderen Mann mehrfach geschlagen. Anschließend ging er mit dem Zecher zum Geldautomaten, wo dieser 50 Euro abheben musste.

Als es darum vor dem Amtsgericht ging, bezeichnete Staatsanwalt Timo Goldmann den Angeklagten als „Zeitbombe“. Richter von Behren attestierte ihm speziell unter Alkohol „ein hohes Gewalt- und Aggressionspotenzial“, bei einer der beiden Gewalttaten zudem „eine menschenverachtende Gesinnung“. In einem dieser Fälle hatte der Schläger 2,34 Promille Alkohol im Blut, jedoch keinerlei Ausfallerscheinungen.

Alkohol spielte auch bei der Brandstiftung an der Georgstraße eine Rolle, wo im November 2007 der Dachstuhl des Gebäudes völlig ausgebrannt war. Zur Tatzeit hatte der seinerzeit Obdachlose 2,4 Promille. Nicht nachweisen konnte das Gericht ihm damals weitere Taten: Vor dem Feuer an der Georgstraße waren Mülleimer, Papierkörbe sowie ein Toilettenhäuschen hinter der Stadtkirche angezündet worden.

Auf der Haben-Seite kann der 32-Jährige einen Freispruch verbuchen. Nach dem Brand eines Mehrfamilienhauses an der Wilhelm-Busch-Straße, ausgebrochen in der Nacht zum 17. Dezember 2011, war er ebenfalls unter Verdacht geraten. In einem Indizienprozess verurteilte das Schöffengericht den Bückeburger zu 32 Monaten Haft, bevor ihn eine Berufungskammer des Landgerichts freisprach.

In Untersuchungshaft hatte der Arbeitslose nach beiden Bränden gesessen, jeweils bis zur Gerichtsverhandlung. Für die zu Unrecht erlittene Haft bekam er später eine finanzielle Entschädigung. Im Haus an der Georgstraße schlief der Obdachlose auf einem Matratzenlager. An der Wilhelm-Busch-Straße, wo neun Menschen evakuiert werden mussten, hatte er ein Zimmer. ly

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