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Bückeburg: Die Feuerwehr rückt immer aus

Oft handelt es sich um Fehlalarm Bückeburg: Die Feuerwehr rückt immer aus

Die Feuerwehr Bückeburg verzeichnet fast 50 Fehlmeldungen für das laufende Jahr, die durch automatische Brandmeldeanlagen ausgelöst werden. „Störungen in der Anlage, Staub von Bauarbeiten oder Essensausdünstungen“ sind nur einige der klassischen Auslösegründe, die die Brandschützer an den Einsatzorten feststellen müssen.

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Der Einsatzleitdienst erkundet zusammen mit seinem Gruppenführer die Lage. Dabei schauen sie auf der Feuerwehrlaufkarte, wo sich der ausgelöste Melder befindet.

Quelle: Titze

BÜCKEBURG. Viele Gebäude mit erhöhtem Besucheraufkommen, zahlreichen Bewohnern und historischen Werten sowie besondere Lagerstätten verfügen über eine automatische Brandmeldeanlage. Dabei sind im Gebäude unter der Decke kleine Melder verbaut, die entweder auf Rauch oder auf Flammen reagieren. Diese Daten werden zu einer Zentrale im Gebäude weitergeleitet, die einen akustischen Alarm im gesamten Gebäude auslöst und zeitgleich die Feuerwehrleitstelle in Stadthagen informiert.

Von dort aus werden dann die entsprechenden Feuerwehren alarmiert. Für alle 36 Objekte mit einer automatischen Brandmeldeanlage im Stadtgebiet Bückeburg gibt es einen entsprechenden Alarmplan, der festlegt, wie viele Einsatzkräfte alarmiert werden. „In der Regel wird ein Löschzug alarmiert“, berichtet der Bückeburger Ortsbrandmeister Oliver Witt. Es gibt aber auch besondere Schwerpunktobjekte im Stadtgebiet, wo sofort je ein Löschzug aus den Ortsteilen und ein Löschzug aus der Kernstadt ausrücken.

Vor Ort können die Feuerwehrleute die ausgelösten Melder am Feuerwehrbedienfeld der Anlage ablesen. Zu jedem Melder gibt es eine sogenannte Laufkarte. Darauf ist der schnellste Weg vom Standpunkt der Brandmeldezentrale zum ausgelösten Melder zu finden.

610 Euro kostet den Verursacher ein Fehlalarm

Fast 50 derartige Einsätze für das laufende Jahr verzeichnet die Einsatzstatistik alleine der Schwerpunktfeuerwehr aus der Kernstadt. Oft lösen die Anlagen vormittags oder über die Mittagsstunden sowie nachts aus, wie aus der Statistik ersichtlich wird. „Dies stellt eine enorme Belastung für unsere Einsatzkräfte dar – und bei der Häufung von vermeidbaren Fehlalarmen sind auch Probleme mit den Arbeitgebern zu befürchten“, berichtet Witt. Ursache dafür ist, dass ein Großteil der Alarmierung hätte vermieden werden können. „Störungen in der Anlage, Staub von Bauarbeiten, Disconebel oder Essensausdünstungen“ sind nur einige der klassischen Auslösegründe, die die ehrenamtlichen Brandschützer an den Einsatzstellen feststellen müssen.

Ein solcher Fehlalarm kostet den Verursacher 610 Euro gemäß der Gebührensatzung der Stadt Bückeburg. Dabei ist es unabhängig, ob nur der Einsatzleitdienst anrückt oder ein kompletter Löschzug. „Mindestens der Kommandowagen fährt in jedem Fall durch zur Kontrolle“, berichtet Witt und weist auf diverse Einsätze hin, wo die Rückmeldung „Es ist nichts“ kam – und vor Ort doch ein nicht bemerkter Schwelbrand festgestellt wurde.

Die Bedeutung einer Brandmeldeanlage zeigte sich im Mai, als bei einer Textilreinigung in Müsingen eine solche anschlug. Als die ersten Einsatzkräfte des Löschzuges Bückeburg Ost an der Einsatzstelle eintrafen, stellten sie eine deutliche Rauchentwicklung im Gebäude fest. Nur aufgrund der rechtzeitigen Alarmierung durch die automatische Anlage konnte die Feuerwehr das Feuer im Entstehen ersticken.

Jeder Alarm wird ernst genommen

Deshalb nehmen die Einsatzkräfte auch jede Auslösung ernst. Sogar wenn eine Anlage mehrmals innerhalb weniger Stunden Alarm schlägt, rücken die Einsatzkräfte mit Blaulicht und Martinshorn aus. „Im September löste in einem Pflegeheim die Anlage dreimal aus“, berichtet Witt. Zweimal aus ungeklärter Ursache, beim dritten Mal war Essen angebrannt. „Es wäre grob fahrlässig bei einer wiederholten Auslösung von einem neuerlichen Fehlalarm auszugehen“, mahnt Witt.

Viele ältere Feuerwehrkräfte haben noch das Jahr 1996 in Erinnerung, als die Wehr mehrfach zu Fehlalarmen in einem Baumarkt ausrücken musste. Bei einem Alarm jedoch änderte sich schlagartig die Situation: „Als wir die Pulverstraße hochfuhren, sahen wir nur noch eine schwarze Wand vor uns“, erinnert sich einer der Wehrmänner. Es folgte einer der größten Feuerwehreinsätze Bückeburgs.

Auch in der jüngeren Vergangenheit wurden mehrere Großbrände in der Stadt von der Brandmeldeanlage gemeldet, so 2008 in einem fleischverarbeitenden Betrieb, wo es ein Todesopfer zu beklagen gab. Zwei Brände in einem Holzkontor im Hafen Berenbusch wurden ebenfalls via Brandmelder gemeldet. „Solche Brände sind allerdings die Ausnahme.“ In der Regel wird der Alarm frühzeitig ausgelöst. Titze

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