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Bückeburg unterm Hakenkreuz

Broschüre zum Stadtrundgang Bückeburg unterm Hakenkreuz

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Diese vom Stolpersteine-Initiator Gunter Demnig formulierte Erkenntnis haben die Verfasser einer Stadtrundgang-Broschüre vorangestellt, die die Ex-Residenz unter dem Gesichtspunkt „Bückeburg unterm Hakenkreuz“ präsentiert.

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Klaus Maiwald (Zweiter von rechts) stellt den Stadtführer gemeinsam mit Schülern und Pädagogen sowie Zeitzeugin Marie-Luise Spickschen-Sievers (Dritte von rechts) und Stadtvertreterin Bettina Remmert (rechts) vor.

Quelle: bus

Bückeburg. Die 24 Seiten umfassende Publikation soll Ausführungen des Lokalhistorikers und Pädagogen Klaus Maiwald gemäß den vor einiger Zeit veröffentlichten „Historischen Stadtrundgang“ um wichtige Informationen ergänzen.

 Außer Maiwald fungieren die Geschichtswerkstatt der Oberschule und die Stadt als Herausgeber. Oberschulleiter Herwig Henke hob während der Vorstellung das Engagement der Schüler sowie der Lehrer Angelika Dierking, Hannah König, Christine Müller und Simon Zilkers hervor. „Sie haben im Rahmen des sich über zwei Jahre erstreckenden Projekts ‚Bückeburg unterm Hakenkreuz – NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum‘ eine Menge bewegt“, brachte Henke zum Ausdruck.

 Maiwald richtete einen besonderen Dank an Tom Corby. Der Präsident der Erwin Rautenberg Foundation (Los Angeles) habe die Herstellung des Flyers finanziell unterstützt. „Die Veröffentlichung bietet viel Wissenswertes in kompakter Form“, merkte Bettina Remmert seitens der Stadt an. „Bemerkens- und lobenswert, dass auch viele junge Leute an dem Vorhaben mitgewirkt haben“, meinte der Vorsitzende des Ratsauschusses für Kultur und Tourismus, Albert Brüggemann.

Der reich bebilderte und mit einer Übersichtskarte ausgestattete Stadtführer enthält zusätzlich zu einem kurzen geschichtlichen Abriss der nationalsozialistischen Zeit Bückeburgs Auskünfte über 29 in diesem Zusammenhang relevante Stationen. Zu finden sind sämtliche von Demnig seit 2005 in der Stadt verlegten Stolpersteine. Darüber hinaus finden der evangelisch-reformierte Friedhof, der Jetenburger Friedhof, der Friedhof Scheier Straße, der jüdische Friedhof, das Redaktionsgebäude der Zeitung „Die Schaumburg“, das Ensemble Marktplatz/Hofapotheke, die ehemalige Synagoge und der jüdische Gedenkstein am Stadthaus Berücksichtigung.

Die Hofapotheke-Station ruft Kurt Freiherr von Plettenberg in Erinnerung, der dort am 31. Januar 1891 das Licht der Welt erblickte. Dem Forstmann, Offizier und Widerstandskämpfer oblag als Hofkammerpräsident die Gesamtvermögensverwaltung des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe. Von 1941 an bekleidete er als Generalbevollmächtigter im ehemaligen preußischen Königshaus hochrangige Ämter. Wegen seiner Beteiligung am Stauffenberg-Attentat wurde Plettenberg im März 1945 verhaftet. Auf dem Weg zu einem Verhör schlug er einen Bewacher nieder und stürzte sich aus dem dritten Stockwerk in den Tod, um seine Mitwisser im Widerstand zu schützen. Vor seiner Gedenktafel wird alljährlich am 20. Juli eine Gedenkfeier organisiert.

Maiwald kündigte an, dass die Broschüre „Bückeburg unterm Hakenkreuz“ auch bei dem am 13. September veranstalteten „Tag des offenen Denkmals“ eine Rolle spielen wird. An diesem Tag soll am jüdischen Friedhof in Bückeburg eine Informationstafel aufgestellt werden. bus

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