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Bündnis gegen Nazistrukturen plant Kundgebung

Bückeburg / "Copy and Paste" Bündnis gegen Nazistrukturen plant Kundgebung

Der Bückeburger Marktplatz wird am Sonnabend, 16. Juni (aller Voraussicht nach) zum Schauplatz einer Kundgebung gegen rechtsextreme Gewalt: Das Bündnis „Copy and Paste – Gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg“ will Flagge zeigen und rechnet mit rund 100 Teilnehmern. „Wir wollen friedlich demonstrieren“, versichert Olaf Buschmann. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Nenndorf-Rodenberg der Partei Die Linke und Mitglied in deren Kreisvorstand hat die Kundgebung beim Landkreis angemeldet. Die Linke unterstützt das Bündnis, in dem sich verschiedene antifaschistische Gruppen zusammengeschlossen haben.

Bückeburg (kk). Zurzeit wird die Genehmigung der Kundgebung beim Landkreis geprüft. Wie Katharina Augath von der Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilte, läuft das Verfahren noch. Der Bescheid werde dann kurzfristig erfolgen. Buschmann erwartete nach Rücksprache mit den Behörden keine Probleme im Genehmigungsverfahren.

Das Bündnis begründet die Kundgebung in einer Pressemitteilung mit neuen Übergriffen aus der rechten Szene auf antifaschistische Aktivisten in Bückeburg. Wie berichtet hatte es in Vergangenheit bereits Auseinandersetzungen gegeben. Nach einigen Monaten vermeintlicher Ruhe, so das Bündnis, bewiesen die „erneuten Übergriffe, dass die Neonazis in Bückeburg unverändert gewaltbereit sind und somit eine ernst zu nehmende Gefahr darstellen“. Das sieht auch Buschmann so. „Andersdenkende“ seien akut gefährdet, die Neonazis hätten sich inzwischen gut vernetzt.

Die beiden angeführten Übergriffe kann die Bückeburger Polizei nur zum Teil bestätigen. Kommissariatsleiter Werner Steding bestätigte auf Nachfrage, dass ein Wohnungsfenster eines Mannes in der Nacht zu Dienstag durch eine Stahlkugel beschädigt worden sei. Das Opfer, das der linken Szene zugerechnet wird, war in der Silvesternacht bereits einmal (in einer anderen Wohnung) attackiert worden.

Über den oder die Täter hat die Polizei aber noch keine Erkenntnisse. „Copy and Paste“ macht Neonazis für den Übergriff verantwortlich und spricht vom Angriff mit einer Zwille.

Der zweite vermeintliche Vorfall lässt sich aus Polizeisicht nicht verifizieren. Das Bündnis spricht davon, dass Dienstagabend in der Innenstadt antifaschistische Jugendliche mit Knallkörpern, eventuell sogenannten verbotenen „Polenböllern“ mit großer Sprengkraft, beworfen worden seien.

Bei der Polizei ist zwar über die Leitstelle in Nienburg ein anonymer Hinweis eingegangen. Als ein Streifenwagen in der Bahnhofstraße eingetroffen sei, hätten die Beamten aber weder Opfer noch Täter angetroffen, so ein Sprecher.

Die Bückeburger Polizei bereitet sich vorsorglich gemeinsam mit Nienburger Kollegen auf einen größeren Einsatz am Samstag vor. In jedem Fall wird während der Kundgebung, die zwischen 14 und 17 Uhr stattfinden soll, Präsenz gezeigt, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern.

Olaf Buschmann betont aber ausdrücklich den friedlichen Charakter der Kundgebung: „Wir wollen ein Zeichen gegen die neuen Übergriffe setzen und informieren.“

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