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Bürgerstiftung muss zurückfahren

Jahresversammlung Bürgerstiftung muss zurückfahren

Im vergangenen Jahr hat die Bürgerstiftung Schaumburg eigener Bilanz zufolge wieder zahlreiche Projekte aus den Bereichen Kultur, Naturschutz, Jugendarbeit und Schulwesen finanziell unterstützt. Das dürfte sich ändern. Der Grund: die niedrigen Zinsen. Dies teilte Schatzmeister Oliver Bruns während der Jahresversammlung der Stiftung im Bückeburger Ratskeller mit.

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Bei der Jahresversammlung berichtet Rolf Watermann (links), dass die Bürgerstiftung inzwischen ein Stiftungskapital von 3,4 Millionen Euro verwaltet. Rechts auf dem Bild zu sehen: Gebhard Hitzemann, der Vorsitzende des Stiftungsrates.

Quelle: wk

Bückeburg. Die Menge der eingereichten Förderanträge hat sich nach Auskunft von Vorstand Rolf Watermann auf dem Niveau der Vorjahre gehalten. Einen Spitzenwert erreichte mit 91 000 Euro die Summe des ausgezahlten Fördergeldes.

Das niedrige Zinsniveau indes lässt die Bürgerstiftung eher besorgt in die Zukunft schauen. „Wir beziehen unsere Einnahmen im Wesentlichen aus Kapitalerträgen – also aus der Anlage des uns überlassenen Geldes“, erklärte Bruns.

Niedrige Zinsen sind Problem

In der Vergangenheit habe dies „gut geklappt“, indem man „mit sicheren Anlageprodukten gute Erträge“ erwirtschaftet habe. Die momentan sehr niedrigen Zinsen indes seien ein echtes Problem. Branchenexperten prognostizierten, dass etwa 50 bis 70 Prozent aller festverzinslichen Anleihen in den kommenden Jahren einen negativen Zins haben werden, sodass man „als Anleger nicht mal einen Ausgleich des Kaufkraftverlustes erzielen“ könne.

Dennoch gelte weiter das Versprechen den Stiftern gegenüber, das Kapital der Bürgerstiftung zu erhalten, so Bruns. Daher werde man bei der Anlage des Stiftungsgeldes „nicht ganz so effizient-offensiv“ vorgehen, wie man dies – bei entsprechender Risikobereitschaft – von anderen Vermögensverwaltern erwarten dürfe. Auch bislang nicht genutzte Anlagen wie speziell auf Stiftungen zugeschnittene Fonds mit Zinserträge von rund zwei Prozent kämen infrage.

Spenden sind willkommen

Für das laufende Jahr kündigte Bruns an, dass die Bürgerstiftung Schaumburg ihre letzten gut verzinslichen Coupons aus den von ihr gehaltenen Anleihen verlieren wird. Das werde Einnahmen mindern. Als Reaktion darauf wolle man aber „nicht mit der Sense die Förderungen reduzieren“ – sondern stattdessen die Anzahl der Projekte, die gefördert werden. „Spenden sind uns immer willkommen“, ergänzte der Schatzmeister. Solche könne man anders als erwirtschaftete Erträge direkt umsetzen.

Zur Bürgerstiftung Schaumburg selbst berichtete Watermann, sie habe– bezogen auf den Stichtag 31. Dezember 2015 – insgesamt 159 Stifter gezählt, von denen 102 seit der Gründung im Jahr 2004 hinzugekommen sind. Ferner verwalte man inzwischen sechs Treuhandstiftungen – darunter die im vergangenen Jahr neu hinzugewonnene Julius-Rodenberg-Stiftung und die Voges-Stiftung.

Das Kapital der Bürgerstiftung Schaumburg bezifferte der Vorstandsvorsitzende auf rund 535 000 Euro. Mit dem Geld der Treuhandstiftungen verwalte man mittlerweile sogar rund 3,4 Millionen Euro.

27 400 Stifter

In ganz Deutschland gibt es laut Watermann bis jetzt exakt 293 – dem „Gütesiegel“ des Arbeitskreises Bürgerstiftungen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen entsprechende – Bürgerstiftungen, die insgesamt 27 400 Stifter zählen und in Summe 305 Millionen Euro an Kapital verwalten.

In diesem Zusammenhang wies Gebhard Hitzemann, der Vorsitzende des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Schaumburg, darauf hin, dass Unternehmer mittels einer Treuhandstiftung Steuern sparen können. So zum Beispiel, indem sie Grundstücke aus ihrem Betriebsvermögen herausnehmen und in eine Treuhandstiftung hineingeben.

Bis zu einer maximalen Höhe von einer Million Euro seien solche Vermögensübertragungen auch steuerlich absetzbar.  wk

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