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Bückeburg Stadt „Bufdi“-Stelle unverzichtbar
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt „Bufdi“-Stelle unverzichtbar
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00:29 18.04.2018
Die eifrige Bedienung am Kuchenbuffet: Schulsozialarbeiterin Oxana Hielscher (von links), Praktikantin Dilara Demir, Christina Schiller vom Förderverein, Schulleiterin Antje Kronenberg und „Bufdi“ Sabrina Stube. Quelle: gn
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Bückeburg

Zurzeit absolviert Sabrina Stube dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr und ist damit ein „Bufdi“.

Ein Sprechtag bringt viele Eltern in die Schule. Wenn gleichzeitig ein Spielzeugflohmarkt aufgebaut ist, kommen auch viele Kinder mit. Auf den Fluren im Erdgeschoss wurden auf Decken Feen, Puppen, Lego, Playmobil, Ponys, Autos, Bücher und Spiele, einfach alles, was im Kinderzimmer nicht mehr benutzt wird, ausgebreitet. Eine Standgebühr von drei Euro musste zuvor bei der Sekretärin bezahlt werden.

"Bufdi"-Stelle wird selbst finanziert

In der Mensa bot der Schulelternrat selbst gebackenen, gespendeten Kuchen sowie Kaffee und Getränke an. Das eingenommene Geld in der Cafeteria und die Standgebühr vom Flohmarkt werden für die Bezahlung der Mitarbeiter des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi) verwendet. Auch Einnahmen beim Winterbasar und Unterstützung vom Förderverein sind nötig, um die „Bufdi“-Stelle zu finanzieren.

„Seit fünf Jahren arbeiten wir mit Bufdis. Sie sind aus unserer täglichen Arbeit nicht mehr wegzudenken“, so Kronenberg. Die Stadt hat zwar die organisatorische Abwicklung des Projektes übernommen, die finanzielle Seite muss die Schule jedoch selbst stemmen.

2600 Euro pro Jahr als Anerkennung

Ein „Bufdi“ bekommt im Jahr 2600 Euro für seine Arbeit. Dieses Geld ist wirklich nur als Anerkennung und Taschengeld gedacht. Es wird vorausgesetzt, dass der „Bufdi“ weiterhin bei seinen Eltern lebt, dort isst und bekleidet wird.

Stube sieht ihr Engagement im sozialen Bereich als Nutzen für beide Seiten. Sie kann sich ein Jahr lang über ihren beruflichen Weg klar werden und intensiv in die Arbeit an einer Grundschule hineinschnuppern. Die Schule kann eine pädagogische Hilfskraft einsetzen, die aufgrund ihres Alters, kurz nach dem Abitur, noch nah an den Schülern dran ist und durch ihre Motivation, sich ein Jahr lang sozial zu engagieren, beste Voraussetzungen mitbringt.

Kinder bringen Probleme von zu Hause mit

Den Vormittag verbringt Stube oft zusammen mit der Sozialarbeiterin Oxana Hielscher im Trainingsraum. Dorthin werden Schüler geschickt, die im Unterricht gegen Regeln verstoßen haben. Im Rahmen einer Auszeit wird über ihr Fehlverhalten gesprochen. Oft bringen diese Kinder schon Probleme von zu Hause oder Konflikte aus den Pausen mit, die dann zu problematischem Verhalten in der Klasse führen. Meist kann durch Zuwendung und ruhige Gespräche viel erreicht werden.

Stube geht aber auch mit in die Klassen, um einzelne Kinder beim Lernen zu unterstützen. Sie hilft in der Mensa, bei den Hausaufgaben, bei den Angeboten im Ganztag oder fährt bei Ausflügen mit.

Während ihr Berufswunsch zunächst noch nicht genau definiert war, tendiert sie jetzt zum Abschluss ihrer Findungsphase in Richtung Lehrerberuf. gn

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