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Bückeburg Stadt CDU protestiert gegen Abriss des Dorfgemeinschaftshauses
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt CDU protestiert gegen Abriss des Dorfgemeinschaftshauses
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00:29 16.03.2015
Nur auf dem Papier: Evesens Ortsbürgermeister Horst Schwarze (SPD) freut sich nicht gerade über einen symbolischen Scheck von 1,71 Millionen Euro, den ihm CDU-Fraktionschef Axel Wohlgemuth in die Hand drückte. Quelle: rc
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Bückeburg

Fraktionschef Axel Wohlgemuth hatte selbst gedruckte Schecks mit Summen zwischen 200.000 bis 1,7 Millionen Euro mitgebracht und übergab diese den anwesenden Ortsbürgermeistern und Ortsvorstehern.

 Die Summen hatte Wohlgemuth anteilig aus den Kosten für Ersatz und Abriss des Dorfgemeinschaftshauses zur Bevölkerungszahl der Ortsteile hoch gerechnet. 404 Euro je Achumer habe sich die Stadt Abriss und Ersatz kosten lassen. Eine Summe, die anteilig nun jedem anderen Ortsteil auch zustehen würde.

 Eine Aktion, die Mehrheitschef Bernd Insinger (SPD) nicht unwidersprochen hinnahm. Wenn er als reiner Kassenwart auftrete, könne er dem Protest der Christdemokraten ja zustimmen. Alle wüssten aber, was die potenziellen Kaufinteressenten mit dem Dorfgemeinschaftshaus vorgehabt hätten. Einer habe dort Events anbieten wollen – und das in dem eng bebauten Dorfkern. Hierbei habe man an die Bürger im Umfeld gedacht. Bei dem zweiten Kaufinteressenten sei die Interessenlage „wohl eine andere gewesen“, hielt sich Insinger – ohne weitere Ausführungen zu machen – etwas bedeckt, warum auch dieser Interessent nicht zum Zuge gekommen ist.

 Nach Informationen unserer Zeitung soll dieser Interessent ein Mitglied der CDU-Fraktion gewesen sein, der ein Gebot noch unter dem Grundstückswert abgegeben haben soll.

 Wie Insinger weiter ausführte, habe Wohlgemuth bei seiner Kostenaufstellung – 50.000 Euro für die Erweiterung des Ersatzraums am Sportheim des FC Hevesen und 30000 Euro für den Abtriss des Dorfgemeinschaftshauses – nicht bedacht, dass die Stadt durch den Verkauf des Grundstücks noch einmal rund 30000 Euro erzielen könne. „Prüfen Sie ihre Rechnung, es kommt wesentlich weniger heraus“, mahnte Insinger. Und an die Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher gewandt: „Gebt das Geld nicht aus.“

 „Das war eine nette Sache“ kommentierte der Ratsvorsitzende Reinhard Luhmann die Aktion. Dabei fragten sich einige Ratsherren nach der Sitzung, warum er diese Aktion unter dem Tagesordnungspunkt Anfragen und Anregungen überhaupt zugelassen hatte. Ebenso fragten sich manche Ratsmitglieder, warum Wohlgemuth, wohnhaft in Cammer, nicht auch Bürgermeister Reiner Brombach einen Scheck überreicht hatte – für die Bewohner der Kernstadt. rc

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