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CDU stellt Krippenneubau infrage

Kosten müssen erklärt werden CDU stellt Krippenneubau infrage

Gleich zwei Ratsausschüsse haben sich jetzt mit dem geplanten Neubau einer Krippe am Straußweg in Bückeburg befasst.

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Der Krippenbauplatz ist zum Teil schon gerodet, im Juni soll mit dem Bau begonnen werden.

Quelle: kk

Bückeburg. Dabei äußerten insbesondere Vertreter der CDU heftige Kritik an Projekt: Beanstandet wurden die Kostensteigerung bei gleichzeitiger Reduzierung der Raumgrößen und die Verkehrssituation. Es wurde sogar gefordert, das Projekt noch einmal grundsätzlich zu überdenken: Da – wie berichtet – auch zwei Kindergartengruppen neu geschaffen werden müssen, wurde eine „große Lösung“ in einem bestehenden Gebäude angeregt. Im Auge haben die Kritiker dabei die leer stehende Blindow-Schule an der Hinüberstraße.

Plan ist fertig, Antrag in Bearbeitung

Nach Darstellung der Verwaltung ist die Entwurfsplanung für die neue Kinderkrippe fertiggestellt, der Bauantrag wird bearbeitet. Wie Baufachbereichsleiter Jörg Klostermann sagte, ist Ende April mit der Erteilung der Baugenehmigung zu rechnen. Die Architekten arbeiteten zurzeit an der Ausführungsplanung. Baubeginn könnte im Juni sein, Fertigstellung wäre dann Mitte kommenden Jahres.

Klostermann geht derzeit von Kosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro aus. Um auf diese Summe zu kommen, waren die Räume gegenüber der ursprünglichen Planung bereits verkleinert worden. Das ist insbesondere in den Gruppenräumen und im Eingangsbereich zu spüren. Die genaue Höhe der Kosten ließe sich aber erst nach dem Ergebnis der Rohbauausschreibung ermitteln. Als sich die Gremien für den jetzt vorgesehenen Entwurf entschieben haben, war noch von 1,7 Millionen Euro mit 30 Prozent Spielraum nach oben ausgegangen worden.

Planer soll Kostenkalkulation erklären

Im Erdgeschoss der neuen Krippe sind zwei Gruppenräume geplant, im Obergeschoss einer. Dazu kommen die Funktionsräume. Oben gibt es noch Reserven für eine vierte Gruppe, dann müsste aber der Bewegungsraum umgewidmet werden.

Axel Wohlgemuth (CDU) kritisierte die „massive Kostenexplosion“. Für 400000 Euro mehr gebe es nun weniger Kinderkrippe, da die Raumgrößen ja reduziert worden seien. Und: Die CDU habe dieses Problem schon vorausgesagt. Auch andere Kommunen hätten bereits Probleme mit Kostenkalkulationen der beauftragten Planer gehabt.

Für Aufklärung soll nun der Planer selbst sorgen. Der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger (SPD) sprach sich dafür aus, diesen direkt im Ausschuss zu Wort kommen zu lassen und nicht weiter über mögliche Kalkulationsfehler zu spekulieren.

Probleme mit der Verkehrsanbindung

Andreas Paul Schöniger (WIR) plädierte für Kosteneinsparungen bei „teuren Extras“, zum Beispiel bei der Heizungsanlage. Hier ist eine umweltfreundliche Sole-Wasser-Gas-Absorptionswärmepumpe vorgesehen. Hier zu sparen, hält Klostermann nicht für sinnvoll: Es sei gut, in Energiesparen und ein gesundes Raumklima für die Kinder zu investieren.

Der Baubereichsleiter widersprach auch Einwänden von Hermann Kempf (CDU), die Verkehrsanbindung sei problematisch. Immer wieder war bereits in der Vergangenheit kritisiert worden, die Sackgasse und die wenigen vorgesehenen Parkplätze könnten den Verkehr nicht aufnehmen. Am Endes des Straußweges gibt es zwar einen Wendehammer, der befindet sich jedoch in Privatbesitz. Klostermann geht aber davon aus, dass vor dem Krippenneubau genügend Platz zur An- und Abfahrt sowie zum Wenden vorhanden ist. Es sei kaum zu erwarten, dass alle Kinder gleichzeitig gebracht oder abgeholt würden.

Zeitfaktor ist ein Problem

„Können wir einen Krippenplatz nicht für weniger als 50000 Euro bekommen?“, fragte Hermann Kempf schließlich provokativ. Sei es nicht preiswerter, die Krippe in einer Bestandsimmobilie unterzubringen? Dass damit die leer stehende Blindow-Schule an der Hinüberstraße gemeint ist, war bereits in der Sitzung des Ausschusses für Jugend und Familie deutlich geworden. Dort hatte Iris Gnieser (CDU) eine „große Lösung“ ins Gespräch gebracht: Die Krippe und die notwendig werdenden zwei neuen Kindergartengruppen könnten doch dort untergebracht werden.

Zuvor hatte die Verwaltung mitgeteilt, dass das Gebäude für den Kindergarten nicht in Frage komme, da es die Eigentümer nur als Ganzes vermarkten wollen. Allerdings wurde die Verwaltung auch beauftragt, hier noch einmal nachzuhaken.

Auch im Bauausschuss bat Insinger die Verwaltung, eine gemeinsame Lösung für Krippe und Kindergarten noch einmal zu prüfen. Selbstverständlich sei es legitim, über Alternativen nachzudenken, meinte der Ausschussvorsitzende in Richtung CDU. Er bezweifele jedoch, dass solche Lösungen preiswerter zu haben seien. Ein Problem sei auch der Zeitfaktor: Es könne passieren, dass Bückeburg weder Kindergarten- noch Krippenplätze anbieten könne, weil sich das Verfahren in die Länge ziehe.

Ursprünglich war einmal geplant gewesen, den Krippenneubau Ende dieses Jahres in Betrieb zu nehmen. Die zwei zusätzlichen Kindergartengruppen werden spätestens zum Sommer 2017 benötigt. kk

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