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Chronist des deutschen Sports

Bückeburg Chronist des deutschen Sports

Die ehemalige Residenzstadt hat als einstiges Zentrum des früheren Landes Schaumburg-Lippe einiges zu bieten. Sie hat auch eine ganze Reihe von Persönlichkeiten hervorgebracht, die von dort aus einen erfolgreichen Weg genommen haben. Dazu gehört Friedrich Mevert, der es bis zum Bundesgeschäftsführer der Deutschen Sportjugend mit Sitz in Frankfurt am Main gebracht hat.

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Friedrich Mevert bei der Übergabe einiger seiner Bücher an die Schulbibliothek des Bückeburger Gymnasiums.

Quelle: sig

Bückeburg. „Ich hatte das Glück, aus meinem Hobby einen Beruf zu machen“, versicherte der inzwischen 78-jährige Pensionär, der in seiner Heimatstadt zunächst mit dem Tischtennissport begann, später aber auch noch Basketballer, Leichtathlet und Handballer wurde.

 Im VfL Bückeburg hatte er schon in jungen Jahren zahlreiche Funktionen inne und so manche Weiche gestellt. Mit 16 Jahren wurde er Jugendwart, danach Übungsleiter und Sportwart. Die nächste Station war der Vorsitz im Fachverband Basketball des Kreissportbundes Schaumburg-Lippe. Mevert bewies seine Qualitäten auch bei der schreibenden Zunft. Als freier Mitarbeiter kam er unter anderem in zwei Tageszeitungen zum Einsatz.

 Besonderen Ehrgeiz entwickelte er auch in dem Bemühen, innerdeutsche und internationale Sportbegegnungen zu organisieren. Er ließ nicht locker, bis er die Voraussetzungen dafür schaffen konnte, mit seinem Tischtennis-Team zu „Turbine Erfurt“ reisen zu dürfen.

 Nachdem er am Gymnasium Adolfinum das Abitur abgelegt hatte, studierte der gebürtige Bückeburger in Göttingen Sport und Anglistik. Mit 26 Jahren wurde er zum Geschäftsführer der Deutschen Sportjugend gewählt. In dieser Funktion war er unter anderem für die Ausrichtung olympischer Jugendlager zuständig.

 Im Frühjahr 1978 wechselte Mevert in die niedersächsische Landeshauptstadt, um dort die Funktion des Hauptgeschäftsführers des Landessportbundes zu übernehmen. Dieses Amt übte er mit großer Umsicht und viel Engagement aus, bis er 1998 als Sportreferent ins niedersächsische Innenministerium wechselte. In diesem Amt war er auch zuständig für die Mitwirkung des Sports im Rahmen der Weltausstellung.

 Als Mitbegründer des Vereins Deutsches Sportmuseum in Köln und des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte in Hoya, wo er auch im Vorstand mitarbeitete, bewies er nachhaltig sein großes Interesse an der Historie des deutschen Sports.

 Anhand seiner akribischen Aufzeichnungen und vieler im Privatarchiv aufbewahrten Schriftstücke und Dokumente konnte Mevert sehr genau die Entwicklung des deutschen Sports verfolgen – von der Nachkriegszeit bis heute. Das hat zu einer stattlichen Reihe von Veröffentlichungen und Büchern geführt, die ihn als „Chronist des deutschen Sports“ ausweisen. Deshalb wurde er auch als das „wandelnde Gedächtnis des Sports“ bezeichnet.

 Mevert hat sich unter anderem mit den Biografien wichtiger Sportführer befasst und mit den Weichenstellungen der Sportpolitik. Noch heute gehört er zum Autorenstamm des Deutschen Olympischen Sportbundes.

 Einen Besuch anlässlich des Jubiläums des Gymnasiums Adolfinum nutzte der seit vielen Jahren in Hannover lebende Pensionär, um einige seiner Veröffentlichungen „seinem“ Gymnasium zur Bereicherung der Bibliothek zu überreichen.

 Angesichts seiner imponierenden Lebensleistung blieben natürlich die verdienten Ehrungen nicht aus. Der Bückeburger erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Ludwig-Wolker-Plakette des Deutschen Sportbundes.sig

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