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Da staunt auch der Hausherr

Bückeburg / "Ährensache" Da staunt auch der Hausherr

Es gibt viele Menschen, die Tiere lieben. Und dann gibt es Menschen, die haben einen so besonderen Draht zu Tieren, dass dieser Draht ihr ganzes Leben prägt. Einer davon ist Maximilian Kopp: Der 21-jährige engagierte Tierschützer und angehende Tierpfleger aus Nammen war jetzt während der dreitägigen Schaumburger Landmesse „Ährensache“ auf Schloss Bückeburg mit seiner „rechnenden Ziege“ zu erleben. Dieses mathematisch hochbegabte Nutztier ist nur eines von inzwischen mehr als 50 Tieren, derer sich Kopp angenommen hat.

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Maximilian Kopp (rechts) demonstriert den Besuchern seine rechnende Ziege Emily. © jp

Bückeburg (jp). Schon als kleines Kind hatte Maximilian Kopp in seinem Elternhaus ständig Kontakt mit Hunden, Katzen und Hühnern. Als er eingeschult wurde, waren auf einem Nachbargrundstück Ziegen untergebracht. „Alle anderen Kinder hatten Angst vor denen, ich dagegen bin dort hin und habe sie gefüttert und zahm bekommen.“ Als die Ziegen einmal ausbüxten, half Grundschüler Max sogar, sie wieder einzufangen. „Mit 13 Jahren habe ich dann angefangen, selbst Tiere zu retten.“

Zuerst waren es nur einige Hühner, die er vor dem Schlachtermesser bewahrte. Dann kamen Enten hinzu, Hunde und anschließend die Ziegen. Und so, wie Maximilian den Tieren half, halfen die Tiere ihm. „Tiere haben mich unterstützt, meine Sprachschwierigkeiten und meine Legasthenie zu überwinden“, so der 21-Jährige heute. Und seine Mutter Elisabeth erinnert sich: „Max hat durch die Tiere das Lesen gelernt, indem er ihnen als Kind aus seinen Büchern vorgelesen hat.“

Inzwischen sind es rund 25 Enten, drei Ziegen, 20 Hühner, zwei Hunde und eine Katze, die auf dem über 3000 Quadratmeter großen Grundstück der Familie in Nammen ein Zuhause gefunden haben. Jedes hat einen Namen, und zu jedem lässt sich eine Geschichte erzählen. Da ist zum Beispiel die Lockengans Kate, die Kopp vor dem Schicksal als Weihnachtsgans bewahrte. Oder die Gänse Lotti und Peter, die als ehemalige Tierdarsteller der Tucholsky-Bühne Minden zu ihm kamen. Einen Hund rettete Kopp aus Stendal, nachdem er dort mit Rattengift umgebracht werden sollte. Ziege Hanni kam vor wenigen Tagen aus der Tierärztlichen Hochschule zu ihm nach Nammen.

„Mit diesen Geschichten könnte ich bereits Bücher füllen“, erzählt der Tierschützer aus Leidenschaft. Richtig skurrile Geschichten sind darunter wie die der Laufente Shiva, die von einem Huhn ausgebrütet wurde und seitdem so felsenfest davon überzeugt ist, selbst ein Huhn zu sein, dass sie ganz entgegen ihrer eigentlichen Natur sogar das Fliegen lernte. „Der Wille versetzt eben Berge.“

Oder die des Gänsekükens aus Dankersen, das sich Kopp einmal in die Brusttasche seines Hemdes steckte, damit es sich gemäß eines Versuches des Zoologen Konrad Lorenz an seinen Herzschlag gewöhnte. Als er damit in einem Bückeburger Lebensmittelmarkt an der Kasse stand, schnappte er von der Kassiererin die Bemerkung auf: „Verdammt, ist das heiß heute, ich höre es schon ständig irgendwo piepen.“

Aber auch todtraurige Geschichten sind darunter wie die vom Ziegenbock Arthus, den Unbekannte im Winter 2008 während eines Schneesturms am Gevattersee anbanden und zum Sterben zurückließen. Glücklicherweise entdeckte ihn ein Tierarzt dort gerade noch rechtzeitig, sodass Arthus jetzt auf der Landmesse die Ziegenkutsche ziehen konnte. Aus schlimmen Verhältnissen rettete Max Kopp auch Ziege Emily: Diese wurde von ihren früheren Besitzern schlecht ernährt und mit Elektroschocks gequält, bis sie entfliehen konnte und bei ihm ein glückliches neues Zuhause fand.

Und diese Emily war nun mit ihren Rechenkünsten einer der vierbeinigen Stars auf der Landmesse „Ährensache“. Auch Hausherr Alexander zu Schaumburg-Lippe staunte nicht schlecht, als Kopp seiner Ziege diverse Additions- und Subtraktionsaufgaben stellte – und sie ihm jeweils genau die richtige Antwort in Form von Hufbewegungen lieferte.

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