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Damoklesschwert schwebt weiter

Rinteln zieht nicht mit Damoklesschwert schwebt weiter

Ist das Bückeburger Tierheim finanziell über den Berg? „Leider nein“, bedauert Monika Hachmeister,Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung.

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WEZ-Chef plaudert aus dem Nähkästchen

Herrenlose und ausgesetzte Katzen haben das Tierheim in finanzielle Schieflage gebracht.

Quelle: jp

Bückeburg. Bückeburg. Gut zwei Monate, nachdem die Vierbeiner-Unterkunft haarscharf an einer Schließung vorbeigeschrammt war, schwebt dieses Damoklesschwert immer noch unsichtbar über dem Hasengarten. Zwar haben das Tierheim und dessen Trägerverein durch eine enorme Spenden- und Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung eine vorübergehende Atempause gewonnen, doch die Verhandlungen mit den Vertragskommunen über die für einen langfristigen Bestand dringend erforderliche Erhöhung der Betriebskostenzuschüsse sind immer noch in der Schwebe.

Nach wie vor als einzige Kommune hat die Samtgemeinde Eilsen die Erhöhung auf 80 Cent pro Jahr und Einwohner ohne Vorbedingung bewilligt. „Und auch schon bezahlt“, betont Hachmeister. Bückeburg und Obernkirchen stimmten der Erhöhung ebenfalls bereits zum Jahreswechsel zu. Mittlerweile zogen auch Auetal und Porta Westfalica nach.

Doch sowohl Porta und Auetal als auch Bückeburg und Obernkirchen machen ihre Zusagen nach wie vor davon abhängig, dass alle beteiligten Vertragskommunen mitziehen. Und genau das scheitert weiterhin an der Stadt Rinteln. Diese schmetterte bislang alle Verhandlungsbemühungen des Tierheimvorstands ab. Erst vor wenigen Tagen endete ein Gespräch mit dem Ersten Stadtrat der Weserstadt, Jörg Schröder, ergebnislos.

„Alles steht und fällt also mit dem Verhalten der Stadt Rinteln“, so Hachmeister. Man gebe aber die Hoffnung nicht auf, „dass wir möglichst bald zu einer für alle tragbaren Lösung kommen. Schließlich geht es um nicht mehr und nicht weniger als den Fortbestand des Tierheims.“

Dass die Einrichtung und ihr Trägerverein überhaupt in eine so katastrophale finanzielle Schieflage geraten konnten, ist vor allem auf die enorme Zunahme herrenloser und ausgesetzter Tiere – vor allem Katzen – zurückzuführen, die sich in freier Natur unkontrolliert vermehren und deren dringend erforderliche Versorgung vor allem die Tierarztkosten explodieren ließ. Diese lassen sich jedoch praktisch nicht reduzieren, da Tierärzte aus gesetzlichen Gründen keine Rabatte geben dürfen.

Alle möglichen Sparpotenziale, inklusive der Reduzierung von Personal und der Verteilung der Arbeit auf noch mehr ehrenamtliche Schultern, wurden im Tierheim schon lange ausgeschöpft.

Nach wie vor auch nicht geklärt ist die Frage, wer überhaupt für die Versorgung dieser Streuner aufkommen muss. Erst im November 2014 hatte Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer in der Diskussion um die Finanzierung des Tierheims argumentiert, für die Versorgung ausgesetzter und herrenloser Tiere seien gesetzlich nicht die Kommunen in der Pflicht, sondern der Landkreis Schaumburg.

Einen starken Verbündeten hat der Tierschutzverein Bückeburg-Rinteln und Umgebung immerhin seit dem vergangenen Jahr in Gisbert Hiller. Der Veranstalter des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums sorgte im Dezember nicht nur mit einer fünfstelligen finanziellen Zuwendung, die vor allem durch Spenden von Besuchern des Mittelalter-Festivals zusammengekommen war, für die dringend erforderliche Atempause im Überlebenskampf des Tierheims.

Er kündigte auch mit Nachdruck an, die Entwicklung um die Einrichtung mit einem sehr wachen Auge zu verfolgen und nötigenfalls weitere Maßnahmen zu ergreifen. Dass er dazu in der Lage ist, bewies der Gründer des größten reisenden Mittelalter-Kultur-Festivals vor zwei Jahren im Falle eines völlig verwahrlosten Tierheims im Kreis Warendorf, wo er mittels einer lautstarken Medien- und Öffentlichkeitskampagne alle beteiligten Behörden und politischen Entscheidungsträger an einen Tisch holte und dazu brachte, die dortigen erbarmungswürdigen Zustände nachhaltig zu verbessern.  jp

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