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Das Blasorchester „Bückeburger Jäger“ mit 40. Jahreskonzert

„Hier gehören wir hin“ Das Blasorchester „Bückeburger Jäger“ mit 40. Jahreskonzert

 Zum 40. Jahreskonzert hatte das Blasorchester „Bückeburger Jäger“ geladen – und alle kamen. Im Rathaussaal war so gut wie jeder Platz besetzt. „Das ist wirklich überwältigend“, meinte Dirk Hase, der Vorsitzende der Bläser, sichtlich bewegt.

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Beifallsstürme: Sven Schnee dirigiert die Bückeburge Jäger.

Quelle: mig

Bückeburg.  „The boys are back in town“ – „Die Jungs sind zurück“: Das hätte das Motto dieses besonderen Konzerts sein können. Denn die Musiker sind tatsächlich umgezogen – im vergangenen Jahr, und zwar von Nienstädt nach Bückeburg. „Wir sind jetzt wieder ganz zu Hause“, sagte Hasse in seiner Begrüßung. Und betonte: „Hier gehören wir hin.“

 Zwei Dekaden lang hatte das Orchester in Nienstädt geprobt und dort seine Vereinsversammlungen abgehalten. Das ist jetzt Geschichte. Seit rund einem Jahr halten die „Jäger“ ihre Übungsabende in der Jägerkaserne ab. Man sei jetzt wieder „in der alten Heimat“, ließ Hasse das Publikum gut gelaunt wissen. Und im Rathaussaal fühlen sich die Musiker offenbar besonders wohl. „Der Saal ist die gute Stube des Orchesters“, so Hasse.

 Dass die Musiker längst in der Jägerkaserne angekommen sind, zeigt eine weitere Ankündigung Hasses. Das Blasorchester will noch in diesem Jahr eine neue CD aufnehmen. „Das Konzert heute ist quasi die Generalprobe für die Aufnahme.“

 Der musikalische Teil des Konzerts begann dann mit der monumentalen Tondichtung „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss. In genau bestimmten Graden steigerten sich die Instrumente zu einem hellen Glühen in C-Dur. Erst schlägt die Pauke, dann folgt heller Trompeten-Glanz – so könnte der Sonnenaufgang klingen.

 Weiter ging es mit dem Kürassiermarsch „Der große Kurfürst.“ Aus dem der charmant unterhaltende Moderator Hasse den „großen Kürfurst“ machte. Und das nicht nur einmal, sondern zweimal, dreimal. „Das gibt’s doch nicht“, meinte Hasse kopfschüttelnd. „Ich glaub, ich brauch einen Schnaps.“ Das ließen sich seine Kollegen nicht zweimal sagen. Kaum zehn Sekunden später bekam Hasse ein Gläschen mit Inhalt. Und der hatte ganz offensichtlich Heilkräfte. „Jetzt ist meine Stimme wieder da“, so Hasse erfreut.

 Leicht melancholisch kommt das nächste Stück daher: „Vineta-Glocken“, ein Stück über eine Stadt, die aufgrund ihrer moralischen Verderbtheit untergeht und auf den Meeresgrund sinkt. Nur leise sind ab und an die Kirchenglocken zu hören. Allerdings gibt das Orchester dem Werk einen etwas fröhlicheren Anstrich. Nichtsdestotrotz läuft es einem kalt den Rücken herunter, wenn von Ferne das Glockenspiel erklingt. Unheimlich.

 Es folgt mit „Perfer et obdura“ ein Konzertmarsch. Tolle Posaunen-Läufe und ein fast schon rockiges „Gewand“ – dieser „Genre-Mix“ von Peter Platt ist ausgesprochen kleidsam. Opulenter Bombast und feine, fast virtuose Miniaturen – all das erinnert ein bisschen an den Sound der Gruppe „Queen“.

 Ein erstes Ausrufezeichen setzten die Jäger mit dem Marsch „Die Regimentskinder“ von Julius Fucik. Unter der Leitung von Sven Schnee agierten die Musiker sensibel und bestens aufeinander abgestimmt. Das in seiner Lautstärke stets changierende Werk meisterte das Orchester mit Bravour. Ein echter Ohrenschmaus! Dass auch das „Böhmisch-Mährische“ nicht zu kurz kam, dafür sorgte beispielsweise die „Anna-Polka“, die anschließend auf de Programm stand.

 Ebenfalls zum Dahinschmelzen: die Polka „Böhmische Liebe“, ein Lied, das ans Herz geht. „Du weißt ich liebe Dich“, sangen Dieter Bals und Ernst Weiser, die beide über eine ausgesprochen angenehme Stimme verfügen. Richtig ans Herz geht auch der „Marsch des Soldaten Robert Bruce“, der in einem kräftigen Blech-Tutti endet. Kurzum: ein großartiges Heim-Spiel der „Jäger“ in ihrem „Wohnzimmer“. Fetziges Blech trifft auf virtuose Soli. Bückeburg kann stolz sein auf sein „Haus-Orchester“.

 Bückeburg. Fetziges Blech trifft auf virtuose Soli: Zu einem vollen Erfolg wurde das Jahreskonzert der Bückeburger Jäger im ausverkauften Rathaussaal. Beifallsstürme motivierten die Musiker um Dirigent Sven Schnee zu Höchstleistungen.

Von Michael Grundmeier

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