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Bückeburg Stadt Das Rathaus verbraucht am meisten
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Das Rathaus verbraucht am meisten
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10:48 07.07.2017
Schön, aber das Rathaus ist der Energieverschwender Nummer 1 unter den öffentlichen Gebäuden der Stadt Bückeburg. Quelle: rc

Die Klimaschutzagentur Weserbergland GmbH legte den Bericht im Mai der Stadt Bückeburg vor. Dessen Ergebnisse, beziehungsweise das weitere Vorgehen wurden auf der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses beraten.

Das Gremium einigte sich darauf, die in der Prioritätenliste festgehaltenen Gebäude weiter auf ihre Schwachstellen analysieren zu lassen und den Betrieb zu optimieren. Danach wird in eine Detailbetrachtung eingestiegen und konkrete Sanierungsmaßnahmen mit ersten Kostenabschätzungen und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen berechnet. Insgesamt 24 öffentliche Gebäude in Bückeburg – Schulen, Sporthallen, Sportheime, Dorfgemeinschaftshäuser und Kindertagesstätten – wurden betrachtet, zwölf fanden Einzug in die Prioritätenliste.

Ursprung und Grundlage des Energieberichts ist das CO2-Sparpaket für Kommunen in Schaumburg, das aus den Bausteinen Kommunales Energiemanagement und Klimaschutz in Schulen besteht. Hintergrund ist, dass zwei Drittel des Endenergieverbrauchs im gesamten öffentlichen Sektor der Bundesrepublik in den Gemeinden und Landkreisen anfallen. Bisher ist kein flächendeckendes systematisches kommunales Energiemanagement in Deutschland vorhanden. Aufgrund der gesetzten ambitionierten Klimaschutzziele und der sich daraus ergebenden Vorbildfunktion für die Gesellschaft, die Kommunen und Landkreise tragen, soll ein kommunales Energiemanagement zeitnah auch operativ umgesetzt werden.

Zwölf Gebäude auf der Prioritätenliste

Dies hat der Landkreis mit der Gründung der Klimaschutzagentur Weserbergland begonnen, die in Zusammenarbeit auch mit der Stadt Bückeburg den Energiebericht erstellt hat. In ihm ist der Ist-Zustand nahezu aller stadteigenen Liegenschaften erfasst und bewertet worden. Zwölf Gebäude sind auf der Prioritätenliste aufgeführt, die seitens der Klimaschutzagentur für eine weitere Betrachtung akzeptiert würden, wie Baubereichsleiter Jörg Klostermann im Ausschuss sagte.

Es gehe dabei nicht nur um bauliche Maßnahmen, wie Klostermann weiter sagte, sondern auch darum, das Nutzerverhalten zu ändern, zum Beispiel durch die Schulung von Hausmeistern. Im Rathaus mit seinen mehr als 50 Computerarbeitsplätzen sei das Stromeinsparpotenzial relativ gering. Im Jahnstadion falle aber zum Beispiel der exorbitant hohe Wasserverbrauch auf. Dort müsse umgehend geprüft werden, ob die Bewässerung der Plätze mit Trinkwasser erfolgt. Auch bei allen Flutlichtanlagen gebe es reichlich Stromsparpotenzial, sollte zum Beispiel auf LED-Beleuchtung umgestellt werden können, regte Ratsherr Wolfhard Müller (SPD) an. Er verspreche sich von der Untersuchung der zwölf Gebäude „einiges“, so der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger (SPD). Beim absoluten Energieverbrauch seien das die wichtigsten Maßnahmen und die, die am meisten „den Geldbeutel der Stadt schonen“.

55.000 Euro Ersparnis pro Jahr

Die Klimaschutzagentur nennt bereits konkrete Zahlen. Sollten zum Beispiel alle Liegenschaften mit überhöhten Verbrauchswerten auf den jeweiligen Zielwert gebracht werden, könne die Stadt jährlich rund 55.000 Euro Energiekosten sparen. Das Minderungspotenzial bei den CO2-Emissionen wird auf jährlich rund 170 Tonnen beziffert.

Folgende Gebäude stehen auf der Prioritätenliste: Auf Platz 1 das Rathaus, dann folgen die Stadtbücherei, Feuerwehrgerätehaus Bückeburg-Stadt, Jahnstadion, Kindertagesstätte Unterwallweg, Feuerwehrgerätehaus Meinsen-Warber-Achum, Jugendfreizeitstätte, Stadthaus II, Grundschule Am Harrl samt Sporthalle und Pavillon, Grundschule Evesen samt Sporthalle, Feuerwehrgerätehaus Scheie und die Grundschule Meinsen samt der Sporthalle. rc

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