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Das größte Adolfiner-Teffen aller Zeiten

Bückeburg Das größte Adolfiner-Teffen aller Zeiten

Mit dem Jubiläumstreffen der Adolfiner hat das Gymnasium der Ex-Residenz die nächste Runde der Festivitäten zum 400-jährigen Geburtstag eröffnet.

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„Aus aller Welt“ sind ehemalige Abiturienten des Adolfinums nach Bückeburg gekommen. wk

Quelle: Michael Werk

Bückeburg. Anders als beim Auftakt im Februar 2014 diente am Sonnabend nicht das Forum der Schule als Location, sondern die Stadtkirche. Und zwar aus zwei Gründen, wie der amtierende Schulleiter Michael Pavel bei der Begrüßung der mehreren hundert Besucher verriet: Die Kirche fasse deutlich mehr Menschen als die Aula des Adolfinums; und der Erbauer der Stadtkirche, Graf Ernst zu Holstein-Schaumburg, habe großen Anteil am Jubiläum.

 Denn der Adelige habe den für den Bau eines Kirchturms eingeplanten Obernkirchener Sandstein für den Bau der Lateinschule (heute: Standort der Stadtbücherei) freigegeben, nachdem sich während der Errichtung der Stadtkirche herausgestellt hatte, dass der Untergrund nicht tragfähig genug war, um daran auch noch einen Glockenturm anzubauen.

 „400 Jahre Schule stehen auch für 400 Jahre Wandel“, berichtete Landrat Jörg Farr. Dabei erinnerte er an den in den siebziger Jahren erfolgten Neubau des Adolfinums an der Lulu-von-Strauß-und-Torney-Straße und die Erweiterungen 2005 und 2012 nebst Bau einer Mensa. An Herausforderungen, die das Gymnasium ebenfalls zu meistern (gehabt) habe, nannte er die bereits vor Längerem eingeführte Ganztagsbetreuung und die neu hinzugekommene Inklusion von Schülern mit einem besonderen Förderbedarf. „Was die Zukunft auch bringt, das Adolfinum wird dies genauso gut umsetzen“, prognostizierte Farr. Gut gelaunt merkte er an, dass sich Graf Ernst (später Fürst Ernst) sicher freuen würde, könnte dieser nun „das größte Adolfiner-Teffen aller Zeiten“ erleben.

 Die in Bückeburg bestehende Verbindung zwischen Landeskirche und Gymnasium griff Landesbischof Karl-Hinrich Manzke auf: Bildung und Religion seien wie Geschwister, erklärte er. Und wie in menschlichen Beziehungen gebe es „Zeiten der Annäherung“ und solche, in denen sich Geschwister profilieren und sich auf Kosten ihrer Brüder und Schwestern „Geltung“ verschaffen wollen.

 In der jüngeren Vergangenheit habe man hier jedoch eine „leichtfüßige, heitere Geschwisterschaft“ miteinander gelebt, betonte Manzke. Doch anders als in den USA, wo es „ein religiöses und ein aufgeklärtes Bewusstsein“ gebe, die beide in Harmonie nebeneinander leben, müsse man diese Geschwisterschaft in Europa noch neu „buchstabieren“. Sprich: Die konsequente Aufklärung, die jede Religion überflüssig zu machen scheint, und die Wiederentdeckung der Religion bedürfen der Versöhnung und des gegenseitigen Respekts.

 In diesem Kontext erinnerte der Landesbischof daran, dass auch Schule immer mit dem Zeitgeist verbunden sei und diesem mitunter Widerstand entgegensetzen müsse – „nicht nur, wenn tausendjährige Reiche errichtet werden sollen“.

 Klaus Schnierl, Vorsitzende des Adolfiner-Vereins, nutzte das Treffen der – so Manzke – „aus aller Welt angereisten Adolfiner“, um Ex-Abiturienten eine Ehrung zukommen zu lassen. So erhielten die in Bückeburg lebenden Eheleute Gisela und Kurt Grimme sowie die Stadthägerin Edith Möller jeweils ein Präsent dafür, dass sie als älteste „Adolfiner“ (Abiturjahrgang 1949) teilnahmen. Hugo Bähr wurde für sein jahrzehntelanges Engagement im Vorstand des Adolfiner-Vereins ausgezeichnet. „Mit Stolz erfüllt“ angesichts dessen, „dass die Kirche voll mit ehemaligen Adolfinern ist“, zeigte sich Schülersprecher Philip Müller.

 Umrahmt wurde der einstündige Festakt vom Bläserkreis der Landeskirche unter Leitung von Kantor Siebelt Meier sowie einem Schulchor. Letzterer intonierte zum Abschluss den eigens für das 400-jährige Jubiläum von Schülern bei einer Projektwoche im Juli 2014 komponierten „Jubiläumssong“, in dem die Historie des Adolfinums in acht Versen erzählt wird und der eine Liebesbekundung an die Schule ist. Oder, um es mit dem Refrain zu sagen: „Adolfinum, 400 Jahr – 2014, das Jubeljahr! Die Lateinschule aus Sandstein, der Bunker aus Beton. Adolfinum, Du bist unser Star!“ wk

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