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Bückeburg Stadt „Das ist echter als Computermusik“
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt „Das ist echter als Computermusik“
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18:15 27.04.2012
 Kathy Kelly begeisterte in der Stadtkirche Jung und Alt.  Quelle: mig
Bückeburg

Bückeburg (mig). An der Musik der „Kelly Family“ scheiden sich die Geister. Manchen ist sie zu schnulzig, andere sind ganz versessen auf die engelsgleichen Kinderstimmen. Sei es, wie es sei. Der Auftritt von Kathy Kelly am Donnerstagabend erlaubte jedenfalls keine zwei Meinungen. „Sie war einfach großartig“, meinte beispielsweise Helena Kreft, die extra aus Bielefeld angereist war. Sitznachbarin Mareike Kraft ging in ihrem Urteil sogar noch einen Schritt weiter: „Für mich war das das Konzert des Jahres“, sagte sie. „Kathy singt Lieder, die von Herzen kommen.“ Einer anderen Generation gehört die 17-jährige Janine Mensching an. Die Kelly-Family findet sie „nicht so gut“, die Lieder von Kathy Kelly gefallen ihr trotzdem. „Das ist echter als Computermusik. Ich finde es toll, dass sie so viele Instrumente beherrscht.“

 Dieses besondere musikalische Talent zeigte die Künstlerin von Beginn an. Fulminant, wie sie ihre Ausnahmestimme mal mit dem Akkordeon, dann wieder mit der Gitarre und der Geige untermalte. Überhaupt: ihre Stimme. Sie scheint mit ihrem Timbre und einer von Herzen kommenden Wärme, das ganze Kirchenschiff auszufüllen. Manch ein Zuhörer hatte jedenfalls – vor allem bei den eher ruhigen Stücken, wie dem „Halleluja“ von Leonard Cohen und der wunderschönen Ballade „Engelsmensch“ – Tränen in den Augen. Einen belebenden Kontrapunkt bildeten da die kraftvollen Gospel-Lieder sowie Folk-Stücke aus Spanien und Irland („Morrigan“). Mit dem Lied „On my Path“ bedankte sie sich Kathy Kelly dann bei all jenen, die sie auf ihrem Weg als Solo-Künstlerin (seit 1999) begleitet haben.

 Eine sehr gute Figur machte an diesem Abend auch der Chor „Rhythm of Life“. Mit einem bunten Mix aus Gospel („O happy day“) und Pop („Shout“, „We are the world“) zeigte sich das Ensemble unter der Leitung von Imke Röder von seiner besten Seite. Höhepunkt des Konzerts war dann der gemeinsam gestaltete dritte Teil. Bei „O happy day“, „Good news“ und „Glory, glory“ hielt es auch das Publikum nicht mehr auf den Sitzen. Singend und tanzend endete die rundum gelungene Kultur-Veranstaltung nach zwei Stunden mit dem Lied „Möge die Straße“.