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Bückeburg Stadt Dem Ernst mit Leichtigkeit begegnen
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Dem Ernst mit Leichtigkeit begegnen
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00:16 24.01.2016
Sabine Kemmann (links) trug zum Thema „Dem Ernst des Lebens mit Leichtigkeit begegnen“ vor. Edeltraut Müller (rechts) überreichte ihr als kleines Dankeschön einen Blumenstrauß. Quelle: bus
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Bückeburg

Mit diesem aus einem Song des niederländischen Liedermachers Herman van Veen stammenden Text hat Sabine Kemmann die 2016er Reihe des Gesprächskreises „Nachgefragt“ eröffnet.

Der Auftakt der vom Museum in Kooperation mit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und dem Kulturverein Bückeburg veranstalteten Reihe stand unter dem Motto „Dem Ernst des Lebens mit Leichtigkeit begegnen“. „Eine passende Devise für das noch junge Jahr“, meinte Edeltraut Müller, die das Publikum als Vorsitzende des Museumsfördervereins willkommen hieß. Die Besucher erfuhren nicht nur vielfältige Details aus der Welt der Spaßmacher, sondern auch allerhand Interessantes über Kemmanns Weg vom streng katholisch erzogenen Mädchen zum Charakterclown.

Die Figur des Clowns wird allgemein auf Dienerfiguren in der Commedia dell’arte zurückgeführt, die ihrerseits auf Gestalten in griechischen und römischen Komödien basieren. Im 16. Jahrhundert traten sie erstmals in den Pausen englischer Bühnenstücke auf, um die Zuschauer zu unterhalten. Bald reichte die Bandbreite vom Dummen August, Harlekin, Hanswurst und Bajazzo über Eulenspiegel, Faxenmacher, Schelm und Kasper bis zum Possenreißer, Schalk, Narr und Pierrot. Die Figur, erläuterte Kemmann, habe darüber hinaus bei Naturvölkern neben Häuptling und Medizinmann eine wichtige Rolle gespielt.

Beim tollpatschig, tölpelhaft und unschuldig auftretenden Clown handele es sich um jemand, der Sicherheiten und Gewohnheiten hinter sich lasse und zu Neuem aufbreche, legte die Referentin dar. „Er überschreitet bestehende Grenzen.“

Dass das Auftreten der Leute, die mit der roten Kugelnase über das kleinste Kostüm der Welt verfügen, durchaus positive Ergebnisse zeitige, hätten mehrere Studien bestätigt. „Die Immunwerte der Patienten verbessern sich“, berichtete die als „Clown Motte“ auftretende Expertin beispielsweise von Erhebungen der Universität Düsseldorf.

Für sie sei es von Vorteil, etwa beim Besuch in der Klinik oder im Seniorenheim möglichst wenig über das jeweilige Gegenüber zu wissen. „Es ist besser, wenn ich nicht allzu viele Informationen habe, um nicht in eine bestimmte Richtung zu denken und offen, unvoreingenommen und frei zu sein.“

Die verheiratete Mutter von vier Kindern gewährte den Gesprächskreisgästen zudem Einblicke in ihr Privatleben. „Eigentlich fand ich Clowns immer doof“, ließ sie das Publikum wissen. Im Anschluss an einen unerwarteten Einschnitt im Familienleben sei sie durch das Lesen des Buches „Die Kraft des Lachens“ umgestimmt worden. „Während meiner Ausbildung in Köln haben wir viel gelacht, aber es ist für mich teilweise auch nicht einfach gewesen“, gestand die frühere Religionslehrerin ein.

Besonders der Umgang mit schwer kranken Mädchen und Jungen habe ihr viel abverlangt. „Eingedenk von Trauer, Schmerz, Ohnmacht und Hilflosigkeit kann es mit der Freude schwierig werden“, erläuterte „Motte“, die derzeit auch als Kindertrauerbegleiterin und an der Berufsschule – Unterrichtsfach „Humor“ – tätig ist.

„Und wenn du dann nach Hause gehst / und kannst die Sterne sehn / und wenn der Kirchturm zwölfe schlägt / dann bleibst du noch mal steh’n / du denkst an dieses Clownsgesicht / und ganz tief in dir drin / wird aus der Welt ein Tausendschön / die ganze Welt macht Sinn“, heißt es bei van Veen.

Hinweis: Die Reihe „Nachgefragt“ wird am Mittwoch, 24. Februar, ab 19 Uhr mit einem Vortrag von Eduard Hunker fortgesetzt. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Schaumburg-Lippe spricht zum Thema „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da – Energieversorgung in Schaumburg“. bus

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