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Denkmal mit Idee und Gesicht

Umfangreiche Sanierung Denkmal mit Idee und Gesicht

Ingrid Blindow ist für die Sanierung und Renovierung der alten Villa Herminenstraße 17e mit der Plakette „Denkmal Niedersachsen“ des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege ausgezeichnet worden.

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Ingrid und Bernd Blindow (Mitte) freuen sich mit Vertretern der Stadt und des Landesamtes für Denkmalpflege über die Auszeichnung mit der Plakette „Denkmal Niedersachsen“.

Quelle: rc

Bückeburg. Rund 700.000 Euro steckte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Bernd Blindow in Kauf und Sanierung der um 1883 bis 1886 erbauten Villa. „Das war sehr teuer“ lachte Bernd Blindow: „Aber ich freue mich, der Stadt etwas zu geben.“ Das Gebäude wird von der Diploma-Hochschule als Prüfungsamt und Verwaltungsgebäude genutzt.

 Das Gebäude war von dem Sektfabrikanten August Lüling errichtet worden, der 1876 als Rentier nach Bückeburg kam und zunächst die Lülingsche Villa oder Harrl-Villa auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Herminenstraße errichtete, die heute als Schulgebäude der Bernd-Blindow-Schulen genutzt wird. Wer die Baumeister und Architekt der jetzt ausgezeichneten Villa war, ist heute nicht mehr bekannt. Alte Unterlagen bei der Stadt lassen eine Errichtung zwischen 1883 bis 1886 vermuten.

 Das Gebäude wurde unter Federführung des Mindener Architekten Oliver Schwarze vom Büro Esther und Schwarze in den Originalzustand zurückversetzt. Es erhielt ein neues Dach, der Klinker wurde ebenso aufgearbeitet wie die prägenden Holzelemente an Giebeln und Balkonen. Auch der alte parkähnliche Garten wurde neu gestaltet. Fast zwei Jahre dauerte die Sanierung. „Hier ist sehr viel Herzblut hineingesteckt worden,“ stellte der Architekt bei der Verleihung der Plakette fest. Solche Gebäude hätten es verdient, wieder hergestellt zu werden. „Sie haben eine Idee und ein Gesicht, das in ihnen steckt.“

 Ein Lob, dass auch Klaus Wolter, Denkmalpfleger bei der Stadt, aussprach. Die Stadt habe ein Zeichen setzen wollen, als sie beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege die Auszeichnung für das sanierte Objekt vorgeschlagen hatte. In der Stadt gebe es eine große Anzahl weiterer denkmalgeschützter Gebäude, deren Eigentümer diese Sanierung als Ansporn dienen könne.

 „Absolut kein Selbstgänger eine solche Auszeichnung“, stellte Katrin Barthmann, Wissenschaftliche Volontärin vom Landesamt für Denkmalpflege aus Hannover, bei der Übergabe fest. Für Bückeburg sei es die erste Plakette, landesweit würden nur sehr wenige Projekte eine solche Auszeichnung erhalten.

 Für sie sei es wichtig gewesen, eine sinnvolle Nutzung für das Gebäude zu finden und den Verfall zu stoppen, so Familie Blindow.

 Auch das nächste Projekt ist schon in der Grobprojektierung: Die Sanierung des Palais, ebenfalls an der Herminenstraße gelegen und ebenfalls als Schulgebäude der Blindow-Gruppe genutzt. „Zwei bis drei Millionen Euro werden wir da investieren müssen, um das Gebäude langfristig zu sichern“ stellte Bernd Blindow fest: „Noch eine sehr große Aufgabe.“ Insbesondere das Wasser setzt dem Palais und seinem Sandstein zu, sodass Dach, Dachrinnen, Fallrohre und Abdichtungen zu den Balkonen erneuert, beziehungsweise eingebaut werden müssen. Das Dach soll zum Beispiel wieder seine alte Schiefereindeckung erhalten.

 Außerdem sollen Schäden an dem Gebäude beseitigt werden, die bei einem Brand 1948 entstanden sind, als das Gebäude noch von den Briten genutzt wurde.  rc

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