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Der Blechmann wünscht sich so sehr ein Herz

Bückeburg / „Weihnachtszauber“ Der Blechmann wünscht sich so sehr ein Herz

Eigentlich hatte Stefanie Brandt ja ihren Ruhestand in Bückeburg genießen und sich allenfalls noch beim morgendlichen Frühschwimmen im Dr.-Faust-Hallenbad ein wenig verausgaben wollen.

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Ronald Schaller als Vogelscheuche, Jessica Blume als Dorothy, Jens Wassermann als Löwe und Alexander Steckel als Blechmann.

Quelle: pr.

Bückeburg (jp). Doch dann war die Berliner DEFA-Veteranin, die als Schauspielerin in den sechziger Jahren schon gemeinsam mit Rolf Hoppe und Armin Mueller-Stahl vor der Kamera stand und später viele Jahre als Theater-, Opern- und Operettenregisseurin mit Stars wie René Kollo, Deborah Sasson und Johannes Heesters arbeitete, doch wieder schwach geworden: Nachdem sie bereits 2011 auf der Landpartie die Revue „Petticoats & Toast Hawaii“ und 2012 „SOS Kuba“ inszeniert hatte, nahm sie jetzt wieder auf dem Regiestuhl Platz: Für den Weihnachtszauber auf Schloss Bückeburg setzte sie die musikalische Revue „Der Zauberer von Oz“ in Szene, die zweimal täglich zur Aufführung kommt.

 Auch bei der Revue im Rahmen des vergangenen Weihnachtszaubers war Brandt, die vor ihrem Ruhestand knapp 20 Jahre lang einen Lehrauftrag im Fach Schauspiel an der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik in Berlin ausübte, aktiv gewesen, damals jedoch als Schauspielerin in der Rolle der Großmutter, die ihrer Enkelin Lina den wahren Sinn des Weihnachtsfests erklärt. Beim „Zauberer von Oz“ arbeitet sie hingegen wieder als Regisseurin und schickt ihre fünfköpfige Darstellerriege zweimal täglich auf eine zauberhafte und – dem Thema des Weihnachtszaubers entsprechend – amerikanisch angehauchte und überdies höchst musikalische Reise. Geschrieben wurde das Stück vom Berliner Schauspieler Jens Wassermann, als Produzentin fungiert erneut Hofsängerin Miriam Heinze.

 Das Kinderbuch „The wonderful wizard of Oz“, geschrieben von Lyman Frank Baum und erschienen im Jahr 1900, zählt in den USA zum Kulturgut. In Europa erlangte das Buch vor allem durch die 1939 entstandene Verfilmung „Das zauberhafte Land“ mit Judy Garland in der Hauptrolle der Dorothy Berühmtheit. Doch „Der Zauberer von Oz“ ist noch viel mehr: Seine populären Figuren Vogelscheuche, Blechmann und Löwe, in deren phantastische Parallelwelt es die kleine Dorothy aus Kansas durch einen Wirbelsturm verschlägt, bilden nicht nur eine Allegorie auf die innenpolitische Situation der USA zur Jahrhundertwende, Frank Baums Geschichte stellt auch einen der ersten Fälle in der Literatur mit einem lupenreinen Plot-Twist dar: Denn der höchst mysteriöse, titelgebende „Zauberer von Oz“, zu dem sich Dorothy mit ihren drei Begleitern Hilfe suchend auf den Weg macht, entpuppt sich am Ende als Scharlatan ohne jegliche magische Fähigkeiten. Nur: Mit Weihnachten hat die literarische Vorlage nicht viel zu tun. Kein Problem für Autor und Löwen-Darsteller Jens Wassermann, der aus dem Zauberer in der Parallelwelt flugs den allseits bekannten Santa Claus hierzulande machte. Ein echter Glücksgriff gelang dem Ensemble bei der Wahl seiner Hauptdarstellerin: Die Bückeburgerin Jessica Blume, als Musicalstar auf der Bühne des Metropol-Theaters Wien ebenso zu Hause wie auf der des Deutschen Theaters München und der Deutschen Oper Berlin und seit Februar 2010 zudem Leiterin der Singklasse und des Kinderchors der Schaumburger Märchensänger, gibt eine entzückende Dorothy auf der Suche nach dem Heimweg aus dem Lande Oz nach Kansas.

 Als Vogelscheuche ohne Verstand, aber mit hinreißender Steptanz-Fähigkeit, ist der Berliner Schauspieler, Kabarettist und Chansonnier Ronald Schaller zu erleben. Der ebenfalls aus Berlin stammende Wassermann hat den karierten Anzug des Bückeburger Klatschreporters Jimmy Sauer von der Landpartie gegen das Kostüm des feigen Löwen eingetauscht.

 Und wieder einmal kaum zu erkennen ist Alexander Steckel: War der Baritonsänger vergangenes Jahr hinter einem Nikolausbart verborgen, so steckt er diesmal – jedes Mal weidlich schwitzend – in der Metallumhüllung des Blechmanns, der sich vom Zauberer von Oz so sehr ein Herz wünscht, um auch einmal Liebe schenken zu können.

 Anstrengung pur bedeutet das Stück aber auch für Miriam Heinze: Die Hofsopranistin muss mit der guten Hexe Glinda, der bösen Hexe des Westens und dem Santa Claus gleich drei Figuren Leben einhauchen. Ein bezaubernder kleiner Bühnenmoment inmitten des Trubels beim Weihnachtszauber ist „Der Zauberer von Oz“ geworden, nicht ganz so ironisch und kabarettistisch wie vor einem Jahr, als das von Schaller so hinreißend besungene Rotkäppchen statt des Wolfs den „Herrn Hirsch“ im Bett der Großmutter vorfand, dafür umso märchenhafter. Und natürlich musikalisch, denn zu hören gibt es nicht nur Melodien aus der Fleming-Verfilmung von 1939, sondern auch Evergreens wie „Memories“ aus „Cats“ oder „You’re a mean one, Mr. Grinch“ aus dem TV-Cartoon „How the Grinch stole Christmas“ von 1966. Termine:

 Aufgeführt wird „Der Zauberer von Oz“ täglich um 13.30 Uhr und um 15.30 Uhr im Gemeinschaftszelt am Nostalgischen Markt.

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