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Der Bulli – das Auto gegen Fernweh

VW-Bus-Gemeinschaft Bückeburg Der Bulli – das Auto gegen Fernweh

Bis 1950 hat es kein Mittel gegen Fernweh gegeben. Dann kam der Bulli auf den Markt, wie jener Kleintransporter aus dem Hause Volkswagen liebevoll genannt wird.

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Bulli fahren als Lebensgefühl: Stefan Redecker (von links), Harald Reinbold und Robert Gallagher. ly

Quelle: ly

Bückeburg. Einsteigen, losfahren, Urlaub machen auf eigene Faust – das letzte Abenteuer. Bulli-Fahrer Harald Reinbold aus Rusbend nennt es „ein Gefühl von Freiheit“. Kaputt geht normalerweise nichts, der VW-Bus gilt als grundsolide. Er läuft und läuft und läuft. Mittlerweile ist die sechste Generation des kultigen Transporters unterwegs, der T6.

 Eingeschworene Fans gibt es auch in Bückeburg und Umgebung: Einmal im Monat trifft sich die „Bullibande 2.0“, entstanden aus der ehemaligen „Bückeburger Bullibande“, um Benzin zu reden oder Reisen zu planen. Das nächste Treffen ist am Sonnabend, 8. August, ab 19 Uhr in der Gaststätte „Minchen“. Gäste sind willkommen. Darüber hinaus werden pro Jahr mindestens zwei Bulli-Treffen besucht und andere Ausfahrten unternommen.

 „Bulli-Fahrer sind eine große Gemeinschaft“, erklärt Reinbold. Sie grüßen sich wie Motorradfahrer. Und wenn doch mal einer liegen bleibt, hält garantiert ein anderer an, um zu helfen. „Und zwar in jedem Land“, wie Reinbold betont. Das Gute daran: „Bis zum T3 kann ein begabter Handwerker alles selbst machen.“ Reinbold kennt einen Mann, der am Rande der Autobahn die Ventile eingeschliffen hat. „Machen Sie das mal mit einem neuen Auto.“

 Zur „Bullibande 2.0“ gehören 15 Fans. Alle hängen an ihren Fahrzeugen, denn der VW-Bus drückt auch ein Lebensgefühl aus. Früher galt er als Auto der Hippies, der Blumenkinder. „Woodstock fährt mit“, sagt Robert Gallagher (Rehburg-Loccum) schmunzelnd. Selbst heute noch. Mit dem Woodstock-Musikfestival von 1969 begann wohl auch der Kult. Reinbold hat seinen Bulli „schon so oft geputzt wie alle anderen Autos zusammen“. Er ist in guter Gesellschaft. Zu den bekanntesten Bulli-Fahrern gehört Altkanzler Gerhard Schröder. Sogar Rallye-Legende Walter Röhrl, sonst viel schneller unterwegs, schwört darauf.

 Die Preise steigen. „Für einen T1 aus den 1950er Jahren, der damals um die 3000 D-Mark gekostet hat, werden heute schon mal 120000 Euro gezahlt“, erzählt Stefan Redecker (Buchholz). „Das ist schon verrückt“, meint er. Die Nachfrage sei enorm, das Angebot begrenzt. Gut erhaltene T2 (Baujahr 1967 bis 1979) sind laut Fachzeitschrift „Motor Klassik“ ab etwa 20000 Euro zu haben.

 Redecker fährt einen T4 Multivan. Sieben Sitzplätze, 102 PS aus 2,5 Liter Hubraum. Schnell ist anders, aber es reicht. Der Vorteil liegt woanders: „Ich sitze höher und habe einen besseren Überblick.“ Vom großzügigen Platzangebot ganz zu schweigen.

 Es kommt eben doch auf die Größe an: Reinbolds einmaliger Bulli, zumindest in Privatbesitz der einzige T4 mit langem Radstand und Allradantrieb, hat ein um 30 Zentimeter verlängertes Heck mit Platz für ein komplettes Badezimmer. Da kann man sich den Weg zum Waschraum auf dem Campingplatz sparen.

 Robert Gallagher ist nach zehn Jahren Pause seit September 2014 glücklicher Besitzer eines VW Caravelle T4, in den er unter anderem gerade Schränke und ein Bett einbaut. „Das Feuer ist richtig entfacht“, schwärmt Gallagher. Später will der Hobbyfotograf mit seinem Bulli auf Motivsuche durch ganz Deutschland fahren – oder wohin ihn die Straße führt.

 Im Internet ist die „Bullibande 2.0“ auf Facebook vertreten.ly

 Dieser Augenaufschlag: Speziell ältere Bullis haben einen unverwechselbaren Charme.

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