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Der Faulturm lässt auf sich warten

Zwei Millionen Euro-Investition Der Faulturm lässt auf sich warten

Der Abwasserbetrieb wartet weiter auf den Förderbescheid aus Hannover. Dann kann endlich verstärkt in die Planungen für einen Faulturm samt Blockheizkraftwerk auf dem Gelände der Kläranlage in Bückeburg begonnen werden. „Wir sind leider etwas ins Hintertreffen geraten“, so Betriebsleiter Reiner Klenke im Betriebsausschuss.

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In dem Kanal im Vordergrund fließen täglich 4000 bis 5000 Kubikmeter Schmutzwasser in die Kläranlage, bei Starkregen sogar bis zu 25000 Kubikmeter, wie Abwassermeister Manfred Schacht (Mitte) dem Betriebsausschuss erklärte.

Quelle: rc

BÜCKEBURG. Der Förderantrag liege beim zuständigen Wirtschaftsministerium. Klenke erwartet, dass im August der Bescheid vorliege: „Er wird auf jeden Fall kommen.“ Sobald er vorliegt sollen die Planungen weiter vorangetrieben werden, sodass spätestens im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. Rund zwei Millionen Euro will der Abwasserbetrieb investieren.

Leicht brennbare Gase

 In Faulturm-Anlagen entstehen leicht brennbare Gase. Die sogenannten Faul- oder Klärgase besitzen zwar keinen ganz so hohen Energiegehalt wie beispielsweise Erdgas, doch eine Energiemenge von sechs bis sieben Kilowattstunden lässt sich aus einem Kubikmeter Klärgas leicht gewinnen. Per Kraft-Wärme-Kopplung kann das Gas zum Heizen oder zur Stromproduktion genutzt werden. Das würde die Betriebskosten der Kläranlage deutlich reduzieren. Rund 200.000 Euro beträgt jährlich die Stromrechnung für den Betrieb der Kläranlage, von der sich der Ausschuss zu Beginn der Sitzung ein Bild machte. Zwischen 4000 bis 5000 Kubikmeter Abwasser fließen täglich in die Kläranlage. Bei Starkregen können es bis zu 25.000 Kubikmeter sein. Ausgelegt ist die Anlage auf 33.000 Einwohner-Gleichwerte, mit der der Abwasseranfall von Einwohnern und Industrie bewertet wird. 31000 Einwohner-Gleichwerte fließen derzeit in die Lage. „Wir haben noch Kapazitäten“, so Abwassermeister Manfred Schacht: „Die Bückeburger Bevölkerung kann ruhig weiter wachsen.“

Reinungsprozess von 12 bis 24 Stunden

 Zwischen zwölf bis 24 Stunden braucht ein Liter Wasser, um alle Reinigungsprozesse zu durchlaufen. Dann kann er aus der sogenannten Nachklärung in den Schlossbach geleitet werden. Natürlich unter Einhaltung aller Grenzwerte, wie Schacht versicherte. Deren Einhaltung wird regelmäßig in einem eigenen Labor geprüft. Außerdem ist mindestens einmal im Monat der Landkreis unangemeldet zu Kontrollen vor Ort. Nicht geklärt werden können Medikamente, Salze und sogenannte Nanopartikel, die immer mehr Hersteller insbesondere Kosmetika und Körperpflegemitteln beimischen und die mittlerweile als umweltgefährdend eingestuft werden, weil sie sich im Nahrungskreislauf anreichern. Um diese Stoffe zu klären bräuchte die Bückeburger Kläranlage eine vierte und fünfte Reinigungsstufe. rc

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