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Der Lack ist ab

Grundschule Petzer Feld Der Lack ist ab

Vor der eigentlichen Sitzung des Schulausschusses hat jetzt eine Besichtigung der Grundschule Petzer Feld auf dem Programm gestanden– „freiwillig“ und eher informell. Es hat sich gezeigt: Die Schule ist an vielen Stellen renovierungsbedürftig – und zwar erheblich.

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Mängellisten präsentiert: Ortsbesichtigung in der Grundschule Petzer Feld.

Quelle: kk

Bückeburg. Was die kommissarische Schulleiterin Melanie van de Vorle und Hausmeister Bernd Schmöe den Interessierten im Hinblick auf den Zustand der Schule als Hausaufgaben mit auf den Weg gaben, wird diese wenig erfreut haben und noch lange beschäftigen.

 Eigentlich war die Grundschule im Petzer Feld immer Bückeburgs Vorzeigeschule: umweltfreundlich konzipiert, architektonisch anspruchsvoll. Doch der Neubau von einst ist in die Jahre gekommen, nach 21 Jahren ist der Lack im wahrsten Sinne des Wortes ab. Der Renovierungsbedarf summiert sich, es hat den Anschein, als sei hier (aus Kostengründen) in den vergangenen Jahren nur das Allernötigste passiert.

 Die Mängelliste, die van de Vorle und Schmöe den Ausschussmitgliedern präsentierten, ist lang:

 Schon ein Blick auf die Fassade lässt auch den Laien erkennen: Hier ist dringend ein neuer Anstrich fällig. Schmuddeliges Weiß mit grauen Schatten und grünen Verfärbungen soweit das Auge reicht. Auch viele Holzfenster sind marode: Einige mussten schon nach fünf Jahren ausgetauscht werden, andere sind erst vor Kurzem durchgefault.

 Immer wieder macht schlecht abfließendes Wasser Kindern und Lehrern auf den Außenanlagen das Leben schwer. Nach Regenfällen verwandelt sich die Fußballwiese inzwischen in schöner Regelmäßigkeit tagelang in Morast – da helfen selbst Gummistiefel nicht weiter. Besonders schmerzlich sei das, da die Außenspielflächen rar seien, so die kommissarische Schulleiterin.

Fußballspielen im Morast

  Auch mit der Laufbahn ist man alles andere als glücklich: Die hängt in der Mitte durch, auch hier sammelt sich Wasser. Vor der Turnhalle, wo einmal der Baukran stand, bilden sich ebenfalls immer wieder tiefe Pfützen.

 In der großzügigen und luftigen Eingangshalle ärgert „ein Dreckbeet“ unter der Freitreppe alle Beteiligten. In einer Mischung aus Staub, Sand und roten Kieseln führen trostlose künstliche Pflanzen ein Schattendasein. Für echtes Grünzeug wäre es hier zu dunkel, eine Speziallampe für richtige Pflanzen wurde schon vor 20 Jahren aus Kostengründen gar nicht erst angeschafft.

 Gerne würde man in der Schule den Raum unter der Treppe anders nutzen, zum Beispiel für einen Büchertauschschrank. Doch dafür müsste die Freitreppe verkleidet werden, damit nicht mehr ständig Dreck herunterrieselt – ob dabei wohl der Architekt mitspielen würde?

 Im Musikraum, dem einzigen Raum der Schule, der für Filmvorführungen verdunkelt werden kann, strömen die Rollos auch nach 20 Jahren noch einen ausgesprochen unangenehmen Geruch aus, wissen die, die hier regelmäßig arbeiten. In anderen Räumen wäre längst mehr als ein wenig Kosmetik erforderlich gewesen: Neue Tapeten (Schmöe: „Wenn ich die noch einmal überstreiche, kommen die herunter“) und eine neue Versiegelung für den Fußdoden. Dem Linoleum-Korkgemisch haben möglicherweise falsche Reinigungsmittel zugesetzt, auch die jährliche Grundreinigung und Neuversiegelung sei (aus Kostengründen) auf der Strecke geblieben, so Schmöe. Folge: Löcher erhöhte Abnutzung.

Mängellisten werden immer länger

  Regelmäßig muss der Hausmeister seine Mängellisten für die Verwaltung ergänzen, doch es tue sich nicht viel. Kommentar von Schulfachdienstleiter Christian Schütte: „Da müssen wir nach 21 Jahren wirklich renovieren“ Zuständig sei allerdings das Gebäudemanagement.

 Als die Schule im Petzer Feld konzipiert wurde, war von Ganztagsbetreuung oder Inklusion noch nicht die Rede. Folge: Einige Räume sind inzwischen zu klein, zum Beispiel das Lehrerzimmer. Auch einen abgetrennten Arbeitsbereich wünscht sich das Kollegium – die Zeiten, in denen Lehrer die Nachmittage im heimischen Arbeitszimmer verbrachten, sind nämlich endgültig vorbei. Hierfür könnte ein Teil der oberen Freiflächen abgetrennt werden. Ob diese Idee auch praktisch umsetzbar ist, ist fraglich.

 Alles Einzelfälle? Nicht, wenn man leicht resignierten Stimmen aus dem Ausschuss glaubt: „Das ist doch in Meinsen, Evesen oder in Grundschule am Harrl nicht anders…“.  kk

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