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Adelsfamilie im Interview Der Nachfolger

„Wir sind schon ein tolles Team“, sagt Alexander zu Schaumburg-Lippe, streicht seiner Exfrau über die Schulter und blickt dem gemeinsamen Sohn Heinrich-Donatus zu Schaumburg-Lippe in die Augen.

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Alexander (von links), Heinrich-Donatus und Lilly gemeinsam bei der Einweihung des Park-Cafés „Lilly’s“.

Quelle: jak

Bückeburg. Am Rande der Einweihungsfeier des nach Lilly zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg benannten Park-Cafés treffen sich die drei zum Gespräch mit „ihrer“ Lokalzeitung. Um das zu bewerkstelligen, musste einige Zeit mitgebracht werden. Denn nicht nur die zahlreichen Gäste, sondern auch diverse Vertreter der Regenbogenpresse buhlen um die Aufmerksamkeit der Adelsfamilie.

Zunächst findet sich Heinrich-Donatus ein, und schon bei der Begrüßung wird klar: Auf das Durchdeklinieren von Titeln, eine katzbuckelnde Hofgesellschaft oder eine Anrede als „Erbprinz“ besteht der 21-Jährige nicht. Im Gegenteil. Am Tisch der Adeligen wird geduzt und herumgealbert. Der Umgang miteinander – und mit den beinahe im Minutentakt an den Tisch herantretenden Gästen – ist auffallend herzlich. Natürlich tragen das Wetter und die gelöste Stimmung bei der Einweihung das Ihre dazu bei.

Mit diesem Projekt will Heinrich-Donatus sein Engagement in der Schaumburger Heimat intensivieren. Doch bevor er zumindest theoretisch voll durchstarten kann, steht noch das Studium an. Management oder „Entrepreneurship“ möchte er studieren, in London oder Boston, wo genau stehe noch nicht fest. Noch wartet er auf die letzte Rückmeldung, und dann müsse er sich entscheiden. Entweder die bessere Uni oder die interessantere Stadt. „Ich tendiere aber zu Boston“, verrät er.

Mittlerweile haben sich auch Lilly und ihre Tochter Lana mit einem Teller Nudeln eingefunden. Die Stimmung bleibt gelöst. Beinahe im Minutentakt schauen weitere Gäste am Tisch vorbei und werden auf Deutsch, Englisch und Italienisch herzlich begrüßt. Während die kleine Lana im weißen Sommerkleid konzentriert einen Muffin in seine Einzelteile zerlegt und anschließend verspeist, erzählen Mutter und Sohn von ihren Plänen.

Zwei Monate war der Erbprinzals Ranger in Kenia

Denn Stillstand gibt es im Leben des Erbprinzen auch vor dem Studium nicht. Zuletzt ist er zwei Monate in Kenia gewesen, wo er als Ranger auf der Jagd nach Wilderern war. „Ich sauge jetzt alles auf, wie ein Schwamm“, erklärt er.

Als Nächstes steht eine Mutter-Sohn-Unternehmung auf der Agenda. Lilly und Heinrich-Donatus wollen gemeinsam einen „Trail“ laufen, satte 40 Kilometer am Tag, fünf Tage lang. Dafür wird jetzt natürlich heftig trainiert. Einfach toll sei es, so Lilly, dass sie mit ihrem Sohn so etwas machen könne.

Auch Alexander ist voll des Lobes über das Verhältnis zu seinem Sohn. Als Abschluss der Ranger-Tätigkeit des Filius’ haben die beiden noch eine Woche gemeinsam in Kenia verbracht. Es sei eine seiner besten Entscheidungen gewesen, Donatus eine eigene Wohnung in Bückeburg zu überlassen. Dadurch sei er eben nicht bei ihm zu Gast, sondern hier wirklich zu Hause.

Sponsoren gesucht

Für Heinrich-Donatus ist sein Engagement im Park-Café ein weiterer Schritt in Richtung Nachfolge. „Das heißt aber nicht, dass ich hier direkt nach dem Studium übernehme“, meint er und lacht. Auf jeden Fall könne er nun die im Studium gesammelten Erfahrungen und Innovationen direkt vor Ort anwenden und in den Betrieb integrieren. Alle drei gemeinsam wollen „Lilly‘s“ zu einem einmaligen Platz in Bückeburg machen. „Wir sind fast da, wo ich hin will“, erklärt Alexander zu Schaumburg-Lippe und blickt auf die Bühne. „Wir könnten hier jede Woche einmalige Konzerte haben, wenn wir es finanziert kriegen“, sagt er.

Gemeinsam mit Partnern aus der Region möchte er nun Musik- und Jazzstars ins Park-Café holen. „Helft mir, das zu verwirklichen“, appelliert er an potenzielle Sponsoren. jak

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