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Bückeburg Stadt Der „Waldkauz“ ruft auf dem Spectaculum
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Der „Waldkauz“ ruft auf dem Spectaculum
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00:23 18.07.2015
 Die Gruppe „Waldkauz“ spielt erstmalig beim Spectaculum. Quelle: jp
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Bückeburg

Es ist der dritte Sommer der noch jungen Formation aus der Domstadt, die sich ganz dem seit etwa seit der Jahrtausendwende vor allem in der Mittelalterszene so populären Stil des Pagan-Folk verschrieben hat, und zum ersten Mal ist das Hildesheimer Quintett auf einem so großen Mittelalter-Festival wie dem Spectaculum in Bückeburg zugegen.

Musik hat die drei Bandgründer – Gina Klause (23), ihr Ehemann Lennart Klause (27) und ihr Bruder Peter Guenter – schon immer ebenso geprägt wie die Leidenschaft für die Mittelalterszene. Im Mai 2013 standen die drei – damals noch als reines Familienunternehmen – erstmals auf der Bühne eines kleinen, mittelalterlichen Hoffestes in der Nähe von Salzgitter. Durch puren Zufall liefen sie auf einem großen, niederländischen Mittelalter-Fest dann mit Nina Weggen (21) und Niklas Steffen (22) zwei ebenso vom Pagan-Folk begeisterten Musikern über den Weg, die – Zufälle gibt’s – wie sie aus Hildesheim stammten. Es war die Geburtsstunde der Band „Waldkauz“ in ihrer heutigen fünfköpfigen Formation.

Die fünf jungen Hildesheimer verweben klassische Folk-Harmonien mit ebenso leichtfüßig-verträumten wie schwärmerisch daherfliegenden Harfen- und Bouzouki-Klängen, berichten in ihren Songs von tiefen Wäldern, von Märchen, Mythen, von mystischen Kreaturen wie der slawischen Hexe Baba Jaga, die auf einem Ofen mit Hühnerfüßen reitet, vom Kreislauf des Lebens und vom Schleier zur Anderswelt, deren Zugang wir Menschen der Moderne durch den Verlust von Phantasie und naivem Glauben verloren haben. Doch auch tanzbare Rhythmen und mehrstimmige Flötenklänge sind Teil ihrer Musik. Gesungen wird nicht nur auf Deutsch oder Englisch, sondern auch auf Ukrainisch, Finnisch und in vielen weiteren europäischen Sprachen. „Jede Sprache hat einen anderen Klang“, so Sängerin und Drehleierspielerin Gina Klause. „Und es ist für uns ungemein spannend, diese Möglichkeiten für den Charakter eines Songs zu nutzen.“

Beim Hören der Lieder von „Waldkauz“ fühlt man sich sofort in jenseitige Märchenwelten versetzt, sieht vor dem inneren Auge die tiefen, verwunschenen Wälder, mit riesenhaften knorrigen Baumwurzeln und magischen Wesen wie Elfen und Gnomen. So manches Lied eignete sich sicher als Soundtrack für einen Fantasy-Film. Natürlich drängt sich da immer wieder der Gedanke an die Kollegen von „Faun“ auf, die in diesem Jahr am Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teilnahmen und am nächsten Sonnabend ebenfalls auf dem „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ in Bückeburg auftreten. Doch Gina Klause gibt sich selbstbewusst: „Wir können zwar nicht leugnen, auch von ‚Faun‘ inspiriert worden zu sein, aber bei fünf so kreativen Musikern wie uns gibt es einfach noch viel mehr Einflüsse, und wir machen daraus unser eigenes Ding.“ jp

Ihr erstes eigenes Ding haben „Waldkauz“ im März mit ihrem ersten Album „Komm mit“ auf den Markt gebracht.

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