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Der richtige Durchblick im Dschungel

Bückeburg / Hilfsaktion Der richtige Durchblick im Dschungel

Seine ehrenamtliche Arbeit nimmt er ernst – und er will sie gut machen: Um Augenoptikern im Urwald von Sri Lanka besser assistieren zu können, ist „Interhelp“-Schirmherr Alexander zu Schaumburg-Lippe jüngst bei Augenoptikermeisterin Gundula Dohm und Optiker Sven Ziehmann in Bad Eilsen in die Lehre gegangen.

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Dieses kleine Mädchen braucht dringend eine Augenoperation – Interhelp will helfen.

Quelle: pr.

Bückeburg. Bückeburg (r). Das Vorstandsmitglied der heimischen Hilfsorganisation habe „Grundkenntnisse über die hohen Anforderungen der deutschen Augenoptik vermittelt bekommen“, erklärt Bettina Meyer-Burkhardt, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des Augenoptikerhandwerks in Niedersachsen und Bremen.

 Dass der Jurist aus Bückeburg gelernt hat, mit einem Scheitelbrechwertmesser umzugehen, habe er vor wenigen Tagen eindrucksvoll im ehemaligen Bürgerkriegsgebiet unter Beweis gestellt, sagt der „Interhelp“-Vorsitzende Ulrich Behmann. In der kleinen Dschungel-Klinik von Morawewa untersuchte Alexander zu Schaumburg-Lippe Hunderte von gespendeten Brillengläsern auf ihre Stärke. Zuvor waren bettelarme Frauen, Männer und Kinder zum Krankenhaus geströmt und hatten dort ihre Augen von Optikermeister Mohammad Aflal aus Trincomalee untersuchen lassen. Von den „Interhelpern“ Susanne Treptow, Reinhold Klostermann und Ulrich Behmann wurden die geprüften Brillen an die Bedürftigen verteilt.

 Die Freude war groß. Tränen flossen, vereinzelt knieten die Beschenkten aus tief empfundener Dankbarkeit nieder. Beinahe wäre die Untersuchung der Brillengläser gescheitert, weil der Strom ausgefallen war. Michael Görbing, Chef der „Interhelp“-Partnerorganisation „mfs International“ aus Frankfurt half den Helfern aus dem Weserbergland aus der Patsche: Aus einer Taschenlampe, Leukoplast und einer Streichholzschachtel bastelte der Lehrrettungsassistent eine provisorische Lichtquelle – dadurch konnte das 1000 Euro teure optische Messgerät, das der Bückeburger Augenoptikermeister Giovanni Di Noto gespendet hatte, betrieben werden.

 Bei ihrer jüngsten Reise der Menschlichkeit hatten die „Interhelper“ wieder mehr als 1500 Lesebrillen im Gepäck. Ein Teil der von Optikern aus Hameln, Bückeburg und Neustadt am Rübenberge zur Verfügung gestellten Sehhilfen war „Interhelp“ zuvor von der Kolpingsfamilie Hameln übergeben und von der Fluggesellschaft Emirates kostenlos ins Zielgebiet transportiert worden.

 Auch im Süden der Insel wurden im Beisein von Bildungsminister Piyal Nishanta De Silva (Western Provinces) und Fischereiminister Rajitha Senaratne jede Menge Brillen verteilt. Der „Interhelp“-Schirmherr lief trotz schwül-heißer Temperaturen um 35 Grad zur Höchstform auf: Stundenlang half er im Urwald-Dorf Bandanagoda Menschen in Not, die für sie richtige Brille zu finden. Vor allem die Menschen, die in Hütten rechts und links der Eisenbahnlinie Colombo-Galle im Slum von Mount Lavinia hausen, werden die „Interhelper“ niemals vergessen. Auch dort waren Lesebrillen verteilt worden. Alexander zu Schaumburg-Lippe steht für eine ganz neue Form der Schirmherrschaft: „Ich möchte mich aktiv einbringen, wissen, wovon ich rede. Deshalb werde ich – wann immer möglich – persönlich im Elendsgebiet präsent sein, um mit meinen Freunden Hilfe von Mensch zu Mensch zu leisten.“

 15000 gebrauchte Sehhilfen haben herzensgute Menschen aus den Landkreisen Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Hannover der Hilfsorganisation „Interhelp“ seit 2006 geschenkt. „Eine Brille kostet auf Sri Lanka 20 bis 30 Euro. Für die meisten Menschen ist das mehr Geld, als sie erübrigen können“, sagt „Interhelp“-Vize Reinhold Klostermann.

 Nicht nur Sehbehinderten wird geholfen: In Morawewa im ehemaligen Bürgerkriegsgebiet entsteht gerade das zehnte „Interhelp“-Massivhaus. Und im Dorf Kuruduwatha im Südwesten der Insel wurde von den ehrenamtlichen Helfern der Grundstein für „Ahnefelds Ecke“ gelegt. Mit den 3000 Euro, die im vergangenen Jahr ihrem Hoffest von den Eheleuten Carlo und Wilfried Ahnefeld aus Niedernwöhren gesammelt wurden, wird seit einigen Tagen für eine arme vierköpfige Tagelöhner-Familie ein 50 Quadratmeter großes Haus gebaut. Die Ehrenamtlichen versorgen zudem Hilfsbedürftige mit dem Nötigsten, unterstützen sie auf vielfältige Weise dabei, wieder einer Arbeit nachgehen zu können.

 Allein Alexander zu Schaumburg-Lippe finanziert in diesem Jahr fünf kleine und große „Interhelp“-Hilfsprojekte, die insbesondere Schülern und Kindergartenkindern zugutekommen. Der Bückeburger lässt im Dorf Roklandwatha erneut ein Haus für eine arme Familie sanieren, hat ein Elektrifizierungsprogramm gestartet und bezahlt die Augenoperation für ein krankes Mädchen. Er hofft, dass viele Menschen mit Herz seinem Beispiel folgen und ebenfalls Geld spenden werden.

 „Interhelp“ bittet um Spenden für Menschen in Not. Spendenkonten: Nummer 20313 bei der Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10); Nummer 700700000 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 25462160) und Nummer 33233 bei der Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01).

 Interhelp im Internet: www.interhelp.info.

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