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Details der Reform sind noch nicht bekannt

Bückeburg / Heeresfliegerwaffenschule Details der Reform sind noch nicht bekannt

Beim General der Heeresflieger und damit der Heeresfliegerwaffenschule herrscht derzeit gespannte Ruhe. Die Bundeswehrreform mit ihren erheblichen Auswirkungen auf die Heeresfliegertruppe ist zwar beschlossen, was die Soldaten aber im Detail erwartet, ist immer noch nicht bekannt. „Wir erwarten in den kommenden Tagen auf die ersten Papiere und Befehle aus dem Verteidigungsministerium“, teilte der Presseoffizier der Waffenschule, Oberstleutnant Michael Baumgärtner, auf Anfrage unserer Zeitung mit: „Derzeit gibt es nichts Konkretes. Es fehlen die belastbaren Fakten.“

Bückeburg (rc). Sicher – und Fakt – ist bisher, dass die beiden CH-53-Regimenter der Heeresflieger zur Luftwaffe transferiert werden, die Heeresfliegertruppe im Gegenzug die gesamte NH90-Flotte der Bundeswehr unter ihre Fittiche nimmt. Ebenso werden die Heeresflieger den SAR-Auftrag von der Luftwaffe übernehmen und damit für die Rettungs-Hubschrauber in der Bundeswehr verantwortlich zeichnen. „Wir werden dann einen neuen Auftrag für die Bell UH-1d im Heer übernehmen“, so der Oberstleutnant.

Der Fähigkeitstransfer und damit die truppendienstliche Übernahme – Heeressoldaten unterstehen der Luftwaffe, Luftwaffensoldaten dem Heer – wird wie geplant am 1. Januar 2013 offiziell über die Bühne gehen, widersprach der Presseoffizier anderslautenden Gerüchten. Erste Verantwortungsübernahmen würden aber bereits wie geplant zum 1. Juli dieses Jahres erfolgen.

Ob im Zuge des Transfers des Transporthubschraubers CH-53 auch die Ausbildung auf diesem Hubschraubertyp von der Heeresfliegerwaffenschule abgezogen wird, ist weiterhin offen, so Baumgärtner. Dies sei eine Entscheidung der dann zuständigen Luftwaffe, die zur gegebenen Zeit falle werde. Vorerst werde die CH-53 in Bückeburg bleiben. Da die Luftwaffe zunächst einmal ihre CH-53-Geschwader aufstellen müsse, rechne er in der Frage, wo die Ausbildung hin kommt, nicht mit einer raschen Entscheidung.

Die Waffenschule selbst ist nach dem Zeitplan des Ministeriums erst 2015 mit Umgliederungen an der Reihe. Zunächst müsse der Auftrag als Internationales Ausbildungszentrum definiert und umgesetzt werden. Insofern sei an der Schule eine „abwartende Stimmung“ zu spüren. An der Schule seien alle – noch – zufrieden, so seine Einschätzung. Die Zahl der Dienstposten wird mittelfristig um 470 auf 1040 reduziert.

Obwohl natürlich in den Stäben – ohne Papiere aus dem Ministerium – bereits die Vorbereitungen für die Umsetzung der Reform laufen. So werden nach Angaben des Pressoffiziers bereits die ersten Lehrer-Hörsaal-Berechnungen angestellt, also die Berechnung der Frage, wie viel Fluglehrer die Schule zur Erfüllung ihres Lehrauftrages benötigt, um den Bedarf an neuen Hubschrauberpiloten zu decken. Diese Arbeiten würden geleistet, auch wenn zum Beispiel seitens des Ministeriums noch nicht entschieden ist, ob die Zahl der bestellten NH90-Exemplare reduziert wird. Wie bereits berichtet, gibt es Überlegungen im Ministerium statt 122 NH90 für Heer und Luftwaffe nur noch 80 Exemplare abzunehmen. An der Heeresfliegerwaffenschule sind derzeit elf NH90 stationiert.

Was weiter in Vorbereitung ist, ist die Frage der Entpflichtung der ersten Flugzeugführer: welcher Pilot welcher Altersgruppe und welcher Qualifizierung in der neuen Struktur der Heeresflieger nicht mehr gebraucht wird. Hier müsse ein gesunder Mix gefunden werden, so der Presseoffizier. In Kürze sei auch hier ein Brief des Inspekteurs mit mehr Informationen zu erwarten, so Oberstleutnant Baumgärtner. Sein Fazit: „Es wird ein spannendes und arbeitsreiches Jahr.“

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