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„Die Diakonie ist mehr als reformbedürftig“

Bückeburg „Die Diakonie ist mehr als reformbedürftig“

Vor 495 Jahren hat Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosstür in Wittenberg genagelt, um auf Missstände in der Kirche aufmerksam zu machen.

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Mit sieben Thesen macht die Bethel-Belegschaft mit dem Vorsitzenden der Mitarbeitervertretung, Peter Bigalke, und Krankenschwester Claudia Hitzemann klar, dass die Diakonie ähnlich reformbedürftig ist wie seinerzeit die Kirche vor 495 Jahren.

Quelle: rc

Bückeburg. Am gestrigen Reformationstag eiferten ihn die Mitarbeiter des Krankenhauses Bethel nach. Sie nagelten – symbolisch – sieben Thesen an die Tür des Krankenhauses, um auf die Missstände in der Diakonie aufmerksam zu machen. Der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Peter Bigalke: „Was bei der Diakonie vorgeht, ist mehr als reformbedürftig.“

 Vor etwa 50 Mitarbeitern, die zu diesem Zeitpunkt ihre Mittagspause vor dem Krankenhaus verbrachten, erinnerte er daran, dass die Beschäftigten in diakonischen Einrichtungen wie Bethel seit über zwei Jahren keine Gehaltserhöhung bekommen haben. Außerdem werde von kirchlicher Seite nach wie vor bestritten, dass den Angestellten der Diakonie ein Streikrecht zusteht.

 Auf der Synode in Magdeburg im November 2011 sei dieser Weg seitens der Arbeitgeber, also der Kirche, noch einmal bekräftigt worden, obwohl eingesehen worden sei, dass Korrekturen nötig sind. Bigalke: „Bis heute ist nichts passiert.“

 In den „7 Thesen nicht nur zum Reformationstag“ wurden dieses Verhalten und die weiter zunehmende Belastung der Bethel-Belegschaft aufgegriffen.

 „Warum zählen in einem sozialen Haus eigentlich nur noch betriebswirtschaftliche Zwänge, zum Beispiel Wertschöpfung statt Wertschätzung?“ Oder: „Wie ernst ist es um eine Belegschaft bestellt, in der Nächstenliebe nicht mehr praktiziert wird?“ Oder, These 3: „Ist der 3. Weg ein gesellschaftlicher Rückschritt?“ Was der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung bei seiner kurzen Kundgebungs-Ansprache um die Aussage ergänzte: „Wir haben die gleichen Rechte wie alle Bundesbürger. Wir sind nicht vogelfrei.“

 Oder, These 4: „Wie lange hält ein Mensch das aus: Nachtdienste, Wochenenddienste, Feiertagsdienste, Urlaubsunterbrechungen, Personalengpässe, Arbeitsüberlastung, Nullrunden, Zukunftsängste?“

 Oder, These 5: „Warum bekommen Diakoniemitarbeiter weniger Geld für die gleiche Arbeit als Kollegen an anderen Krankenhäusern?“ Wo Bigalke in diesem Zusammenhang daran erinnerte, dass am 24. Oktober die Arbeitsrechtliche Kommission, die nach dem Verlassen der Arbeitnehmer nur noch aus der Arbeitgeberseite besteht, getagt und als einen Punkt „Absenkung der Löhne und Gehälter“ auf der Tagesordnung gehabt hat. Was später mit einem Versehen entschuldigt und in „Änderungen der Löhne und Gehälter“ geändert worden sei. Bigalke: „Wir wissen bis heute nicht, was besprochen wurde. Und das ist schon sehr bezeichnend. Das können wir uns nicht bieten lassen.“

 Oder, These 6: „Warum werden immer mehr Arbeitsplätze ausgelagert und diese Mitarbeiter zu Billiglöhnen beschäftigt.“ Um an 5. Moses 15, 4 zu erinnern: „Es soll kein Armer unter Euch sein.“ Oder These 7: „Warum sollen Diakonie-Mitarbeiter Grundrechte wie das Streikrecht vorenthalten werden?“ Thesen, die seit gestern am Haupteingang von Bethel prangen, und deren Ankleben mit großem Applaus der Mitarbeiter bedacht wurde. Und wo auch die Politik ihr Fett weg bekam. Es sei mit vielen gesprochen worden, „aber in Abstimmungen ist gegen uns gestimmt worden.“ Die Politik der Stadt Bückeburg habe Bethel im Stich gelassen. Aber demnächst seien ja Wahlen. Bigalke: „Wir wollen heute ein Zeichen setzen. Wir werden weitermachen und uns für unsere Rechte starkmachen.“

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