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Die Eiscreme-Saison beginnt

Bückeburg schleckt Die Eiscreme-Saison beginnt

Was wäre der Sommer ohne Eiscafés? Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen zu Beginn der diesjährigen Saison haben auch die heimischen Gelatieri ihre Tische, Stühle und Sonnenschirme wieder nach draußen gestellt.

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Seit 1977 in Bückeburg: Das Eis-Café „Adria“ an der Langen Straße 3 – hier bei durchwachsenem Wetter während der Osterfeiertage.

Quelle: gp

Bückeburg. Was selbst viele Alteingesessene nicht wissen: Das Eisschlecken hat in Bückeburg eine vergleichsweise lange Tradition. Das erste Geschäft dieser Art gab es schon vor dem Zweiten Weltkrieg.

Gründer und Betreiber war ein gewisser Milan Neschitsch, der kurz zuvor bereits in Stadthagen einen Verkaufsstand aufgemacht hatte. Seine Bückeburger „Zweigstelle“ öffnete er am 25. Juni 1938, und zwar in dem Haus (Lange Straße 3, neben Juwelier Liere und gegenüber dem heutigen „Nahkauf“), in dem heute das Eiscafé „Adria“ cremige Leckereien anbietet. Damals (1938) sah es – nicht nur – in Bückeburg völlig anders als heute aus. Die Läden waren klein und dunkel. Autos waren selten. Das NS-Regime war auf dem Höhepunkt seiner Macht. Das Gesprächsthema Nummer eins hierzulande war der Autobahnbau durch das Wesergebirge. An eine Fußgängerzone dachte noch keiner. Die Lange Straße hieß damals Adolf-Hitler-Straße.

Über die Hintergründe der Eisdielen-Gründung vor einem Dreivierteljahrhundert ist leider nur wenig bekannt. „Ich weiß nur, dass meine Vorfahren nach dem Ersten Weltkrieg aus Serbien nach Deutschland zugewandert und meine Eltern irgendwann in Stadthagen gelandet waren“, erinnert sich der heute 83-jährige gleichnamige Sohn des ersten Bückeburger Eiskonditors.

Eine ganze Zeit lang habe sich sein Vater als Kino-Vorführer durchgeschlagen. Wann und warum dieser dann später auf Eisproduktion umstieg und seine Erzeugnisse auch in Bückeburg anbot, weiß Milan Neschitsch junior nicht. Auch an das Schicksal des Geschäfts während der kurz darauf beginnenden Kriegsjahre kann er sich nicht erinnern. „Es waren schwierige Zeiten damals.“

In der Ex-Residenz kam das neue Angebot offenbar gut an. „Im Hause Adolf-Hitler-Straße Nr. 3 arbeiten fleißig die Handwerker. Wie wir hören, wird in den nächsten Tagen eine Eisdiele eröffnet werden, die auch den verwöhntesten Ansprüchen genügen soll“, kündigte die Lokalpresse damals mit einer Art freudigem Stolz das Ereignis an. Eisdielen gab es damals nur in größeren Metropolen. „Bei dem herrlichen Sommerwetter ist diese Einrichtung für Bückeburg sehr zu begrüßen.“

Die ersten Nachkriegs-Vanille- und Erdbeer-Kugeln konnten die Einwohner übrigens vor 40 Jahren im erwähnten „Adria“ schlecken. Heute wird die 1977 von Franco Giombetti eröffnete Eisdiele von dessen Nachfahren geführt – seit einiger Zeit auch in einer Zweigniederlassung in der Fußgängerzone (Lange Straße 59, im Haus Rauter neben der Bäckerei Schäfer). gp

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