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Die Fränkischen sind Geschichte

Schließung zum 1. April Die Fränkischen sind Geschichte

Letztlich ist der Kampf vergeblich gewesen. Die Fränkischen Rohrwerke in Bückeburg werden zum 1. April geschlossen. 35 Arbeitsplätze gehen verloren. Für die Belegschaft wurde vom Betriebsrat und von der Gewerkschaft ein Sozialplan ausgehandelt.

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Der Bückeburger Standort der Fränkischen Rohrwerke wird geschlossen.

Quelle: rg

Bückeburg. Es wird eine Transfergesellschaft gegründet, die die von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter in neue Beschäftigungsverhältnisse vermitteln soll. „Das Beste, was wir herausholen konnten“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Ralf Meier, der am Donnerstagmorgen den Sozialplan unterschrieben hatte, im Beisein von Sabrina Wirth, der 1. Bevollmächtigten der IG-Metall Nienburg-Schaumburg, gegenüber unserer Zeitung. Die Standortschließung sei beschlossene Sache gewesen. Insgesamt habe man ein „gutes Ergebnis“ für die Mitarbeiter erzielen können, auch wenn natürlich bei den Verhandlungen der Erhalt der Arbeitsplätze das Ziel gewesen ist. Am Donnerstagmittag wurde die Belegschaft informiert. „Es herrschte eine emotionale, bedrückende Stimmung. Und es sind einige Tränen geflossen“, so Meier. Der Großteil habe 20 Jahre und länger für die Fränkischen gearbeitet.

Sozialplan umfasst gut

drei Millionen Euro

Nach Angaben des Betriebsrates umfasst der Sozialplan gut drei Millionen Euro oder drei Jahreseinsparungen. „Vom Volumen nicht schlecht.“ Die maximale Abfindungshöhe beträgt nach Angaben der Fränkischen 130.000 Euro pro Beschäftigten, die sich aus den Faktoren Bruttomonatsentgelt, Dauer der Betriebszugehörigkeit und Alter des Beschäftigten errechnet. Vereinbart wurden zudem soziale Zuschläge für Schwerbehinderte und für Beschäftigte mit unterhaltspflichtigen Kindern. Mitarbeiter über 60 Jahre erhalten einen vollständigen Ausgleich der wirtschaftlichen Nachteile bis zum abschlagsfreien Renteneintritt.

Arbeitgeber und Betriebsrat haben sich zudem darauf geeinigt, den Beschäftigten ab dem 1. April die Möglichkeit zu geben, für maximal zwölf Monate in eine Transfergesellschaft zu wechseln. „Unser Ziel ist es, dass alle Beschäftigten möglichst ohne Zeiten von Arbeitslosigkeit in eine Anschlussbeschäftigung wechseln können“, sagte Aegidius Schuster, Geschäftsführer der Fränkischen. Die Transfergesellschaft soll die berufliche Neuorientierung erleichtern, bei der Suche nach geeigneten Stellen auf dem Arbeitsmarkt unterstützen und die Einkommenssituation bis zu einem gewissen Grad sichern.

50.000 Euro zur Finanzierung

von Qualifizierungsmaßnahmen

Deshalb stockt die Fränkische den Bezug der Transferleistung auf 80 Prozent des bisherigen Netto-Einkommens auf. Beschäftigte, die in die Transfergesellschaft wechseln, haben ebenso Anspruch auf die Sozialplanabfindung. Außerdem stellt das Unternehmen 50.000 Euro zur Finanzierung von Qualifizierungsmaßnahmen bereit. Auch ein Verbleib bei den Fränkischen an den Standorten Königsberg oder Schwarzheide ist möglich. Während einer dreimonatigen Testphase haben Mitarbeiter dann die Möglichkeit, sich noch anders zu entscheiden, also nachträglich in die Transfergesellschaft zu wechseln und/oder die Sozialplanabfindung zu wählen.

Die Fränkischen Rohrwerke hatten im September 2016 angekündigt, den Standort Bückeburg aus Rentabilitätsgründen zu schließen und die Produktion der Drainrohre sowie die Logistik an den Stammsitz Königsberg und die zweite Produktionsstätte Schwarzheide in Brandenburg zu verlegen. rc

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