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Bückeburg Stadt Die Invasion der Neophyten
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Die Invasion der Neophyten
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00:25 16.02.2015
Kirschlorbeers schützt gegen die Blicke der Nachbarn und Passanten. Nur: Die giftige Pflanze gehört zu den invasiven Arten und sollte gegen Liguster oder Buchs ersetzt werden. Quelle: bus
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Bückeburg

Das geht aus dem Sachstandbericht hervor, der von der Verwaltung erstellt worden ist und die invasiven Arten oder auch Neophyten genannten Pflanzen auflistet. Ein Sonderfall ist das giftige Jakobskreuzkraut, das nicht zu den invasiven Arten gezählt wird, den Gärtnern und Landwirten der Stadt aber zunehmend Sorge bereitetet.

 Eine systematische Erfassung der im Stadtgebiet vorkommenden invasiven Arten gibt es bisher nicht. Die im Sachstandsbericht beschriebenen Arten sind entweder Zufallsfunde oder beruhen auf den Meldungen von Bürgern. Sicher ist, dass die invasiven Arten unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben. Sie treten in Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen und verdrängen die einheimischen Arten. Wie etwa am Rand der Bückeburger Niederung, wo es zunehmend Probleme mit dem alles überwuchernden Knöterich gibt. „Augenscheinlich auf dem Vormarsch“, stellt der Bericht fest. Es fehle an Bekämpfungsstrategien, da die Bekämpfung sehr schwierig und aufwendig sei, da sich die Vorkommen in sensiblen Bereichen befänden. Nicht nur am Rande der Niederung, sondern auch an Gewässerrändern wie am Warber Entlastungsgraben, der Schäferstraße, am Heidornweg, aber auch auf einer Waldlichtung bei Röcke. Ihn zu mähen, habe bisher nicht unbedingt den erhofften Erfolg gebracht.

 Das Drüsige oder Indische Springkraut ist ebenfalls bereits an Wasserläufen und Gräben gesichtet worden. Dort sei die Bekämpfung relativ einfach, heißt es in dem Bericht. Was ist zu tun? Die gesamte Pflanze vor der Blüte herausziehen und entsorgen.

 Was bei der Herkulesstaude nichts hilft. Hierbei wurden bisher fünf Standorte gefunden: am Parkplatz Schlossbach, an der Parkpalette, am Wendehammer des Harrl, an der Kleinbahntrasse und am Straußweg. In vier Fällen ging der Bauhof – erfolgreich – mit einem Herbizid gegen den Riesen-Bärenklau vor. An der Pakpalette musste dagegen auf rund 40 Quadratmetern der Boden ausgetauscht werden. Seitdem ist an allen fünf Standorten Ruhe.

 Was vom Jakobskreuzkraut nicht behauptet werden kann, das sich an immer mehr Standorten breit macht. Insbesondere Ausgleichsflächen von Sprekelsholzkamp und Im Kampe sind betroffen. „Besonders massiv“ ist es in der Kreuzbreite. Zudem liegen der Stadt Meldungen oder sogar Beschwerden von Landwirten aus Evesen, Petzen, Scheie und Meinsen über ein gehäuftes Vorkommen des Springkrauts vor. Das Problem: Ab einem gewissen Befall können die Flächen kaum noch landwirtschaftlich genutzt und nicht mehr verpachtet werden. Seitens der Stadt soll daher strategisch gegen das Jakobskreuzkraut vorgegangen werden und auf unterschiedlichen Flächen Bekämpfungsmethoden erprobt werden. Dabei wird eine Kooperation mit dem Landkreis angestrebt, der ebenfalls betroffene Flächen besitzt.

 Sorgen bereitet der Stadt auch die „Problempflanze“ Kirschlorbeer. Die ursprünglich in Asien beheimatete Pflanze wird häufig als Hecken- und Zierpflanze angepflanzt. Der immergrüne Strauch wird drei bis acht Meter hoch. Das Problem: Die gesamte Pflanze ist giftig, mit Ausnahme des Fruchtfleisches. Durch illegale Entsorgung von Gartenmaterial macht er sich zunehmend in der freien Natur breit, wie im vergangenen Jahr die Revierförster des Schaumburger Waldes klagten. Die Bekämpfung ist schwierig, er kann nur ausgerissen, ausgegraben oder gerodet werden. Selbst dann sind Nachkontrollen notwendig, da Stockausschläge gebildet werden können. Das Material müsse verbrannt werde, in einer Kompostanlage mit Hygienisierung oder in eine Vergärungsanlage gegeben werden. Der Appell der Stadt an die Garenbesitzer: Einheimische Pflanzen wie Liguster oder Buchs anpflanzen.

 In diesem Jahr will die Stadt jedenfalls Knöterich, Drüsiges Springkraut und Jakobskreuzkraut erfassen. 3000 Euro sind dafür veranschlagt. Außerdem sollen die Bürger über Flyer, Internet und Pressemitteilungen aufgeklärt werden. rc

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