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Die Musik ist das Eine

Umjubeltes Konzert in der Stadtkirche Die Musik ist das Eine

„A tribute to John Rutter – zum 70. Geburtstag“: So hat das Motto eines Benefizkonzertes gelautet, das in der Stadtkirche in Bückeburg stattgefunden hat.

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Die Chöre und das Streicherensemble bieten Hörgenuss in der Stadtkirche.

Quelle: mig

Bückeburg. Mitwirkende waren das Vokalensemble am Mindener Dom „Cantamus“, der Kammerchor der Stadtkirche Bückeburg „JPS“, der Bläserkreis der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, das Streicherensemble der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg sowie die Solistin Christine Kaiser (Sopran). Wie angekündigt, soll die Kollekte am Ausgang der Flüchtlingshilfe der Lions Clubs Schaumburg und Minden zugute kommen.

 Es ist eine erschreckende Zahl, die das UNHCR, das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen, unlängst verbreitet hat. 60 Millionen Menschen sollen sich aktuell auf der Flucht befinden. Das ist die höchste Zahl, die das UNHCR jemals verzeichnet hat. Waren 2010 noch etwas über drei Millionen Menschen auf der Flucht, sind es 2014 13,9 Millionen Menschen – also rund viermal so viele. Jeden Tag machen sich durchschnittlich 42500 Menschen auf den Weg. Das Elend ein wenig lindern, will die Flüchtlingshilfe der Lions Clubs Schaumburg und Minden. Sprachkurse, Spielzeug für die Kleinen, Decken und Schlafsäcke im Winter – all das wird dringend gebraucht. Beispielsweise für „Kinder, die ohne ihre Eltern stranden“, so der Präsident des Lions Clubs Schaumburg, Stefan Heimann, in einer kurzen Begrüßung. Hilfe sei dringend nötig.

 Dass niemand ohne Grund flieht, machte auch ein Liedtext deutlich, der dem Programm vorangestellt war. „Home is a special Kind of feeling“, heißt es da. Und: „The feeling of a place where you belong.“ Es muss viel passieren, bevor ein Mensch Heim und Heimat verlässt.

 Das Konzert selbst war vor allem ein Tribut an John Rutter, einem zeitgenössischen Komponisten. Rutter, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiert, studierte am Clare College in Cambridge Musik und war von 1975 bis 1979 dessen Musikdirektor. 1981 gründete er die „Cambridge Singers“, einem Kammerchor, den er seither leitet. Der Engländer gilt als einer der bedeutendsten und populärsten Komponisten von Chor- und Kirchenmusik. Seine Werke bestechen durch eine vielschichtige Harmonik und einen großen Reichtum an Melodien, die seiner Musik eine suggestive Kraft geben.

 Während die Musik zeitgenössisch, teilweise sogar jazzig, daherkommt, sind die Texte eher traditionell zu nennen. Alte christliche Botschaften vom Segen Gottes, Lieder auf die Schönheit der Schöpfung: „The Lord bless you and keep you“ oder „The peace of god“. Und noch eines war schnell klar: Die Lieder eignen sich exzellent für den großen Kirchenraum. Schon das erste – „Look at the world“ – hat etwas Sphärisches, das weit hinausreicht. Rutter schafft hymnische Klänge, die einfach schön sind. Wäre da nicht die vielschichtige Harmonik, könnte man manch ein Lied fast für einen Popsong halten. Womit Rutter Unrecht getan wäre, denn auch wenn sich Ohrwurm an Ohrwurm reiht – seine Musik geht weit darüber hinaus. Und hallt lange nach. „All things bright and beautiful“ beispielsweise, das die Schönheit der Welt besingt und ein reines Gefühl auf den Punkt bringt. Der Zuhörer schwimmt auf einer musikalischen Welle, die ihn mitreißt und ihn in einen fast meditativen Zustand versetzt.

 Kurzum: Beide Chöre sangen auf einem ganz hohen Niveau – ausdrucksstark und glockenklar. Die Sänger waren bestens vorbereitet und bestachen durch einen homogen Gesamtklang und eine verblüffende Gesangskultur. Siebelt Meier und Peter Wagner (musikalische Leitung) hatten offensichtlich für eine gute Vorbereitung gesorgt. Das galt auch für das Bläserensemble der Stadtkirche, das Fünfgelds „Moon has risen“ zu Gehör brachte. Fehlerlos, absolut präzise, auf den Punkt.

 Ebenfalls eine gute Figur machte das Streicherensemble der Kammerphilharmonie St. Petersburg, das ein transparentes, frisches Klangbild in die Stadtkirche zauberte. Alles zusammen: ein echter Hörgenuss. mig

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