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Die Not mit dem Kot

Bückeburg / Stadtkirche Die Not mit dem Kot

Glänzender Edelstahl, weißer Nylon oder Polypropylen? Und wenn Polypropylen, dann in Beige oder Schwarz? Das sind die Fragen, die zuletzt das Bauamt der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bückeburg beschäftigen.

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Trotz der Handwerksarbeiten sind in etlichen Gebäudenischen sowie auf hervorstehenden Bauteilen des Westgiebels schon wieder beachtliche Mengen Vogelkot zu finden.

Quelle: wk

Bückeburg. Bückeburg. Denn die gerade für viel Geld sanierte Hauptfassade der Stadtkirche soll zukünftig nicht mehr durch Taubenkot verunreinigt werden. Daher ist beschlossen worden, jene Bereiche, die von den Stadttauben als Ruhe-, Schlaf- und Nistplatz frequentiert werden, mit Schutznetzen abzuhängen. Konkret geht es dabei um das direkt über dem Haupteingang vorhandene Figurenensemble sowie um die hoch oben gelegenen Balustraden.

Zum Auftakt der Sanierung sei der gesamte Westgiebel der Kirche intensiv gereinigt worden, doch trotz der andauernden Handwerksarbeiten sei die Fassade stellenweise schon wieder erheblich mit Taubenkot verschmutzt, berichtet Helmut Meier, Mitarbeiter des Bauamtes der Landeskirche. Und da die Verunreinigungen nicht nur unschön seien, sondern der Sandstein durch den in den Exkrementen der Vögel enthaltenen sauren Harnstoff auch oberflächlich angegriffen werde, habe auch die Denkmalpflege eingesehen, dass entsprechende Schutzmaßnahmen erforderlich seien.

Um herauszufinden, welche Schutznetze sich für diesen Zweck eignen, ohne die Ansicht des rund 400 Jahre alten, historischen Gebäudes zu beeinträchtigen, hat die Kirchengemeinde im oberen Bereich der Fassade probehalber unterschiedliche Muster anbringen lassen. Von der Fußgängerzone aus wurden diese dann sowohl bei Sonnenschein als auch bei bedecktem Himmel mehrfach kritisch in Augenschein genommen. Entschieden habe man sich, so Helmut Meier, letztlich für Netze aus weißem Nylon.

Bei Sonnenschein könne man die weißen Nylonschutznetze zwar von der Straße aus sehen, dafür seien diese aber rund 30 Jahre lang UV- und witterungsbeständig, weshalb solche Nylonnetze unterm Strich den besten Kompromiss darstellen würden, erklärt Sven Meyer, der Bauleiter des die Sanierungsarbeiten ausführenden Fachbetriebes „Natursteine Hans Kaufhold“ aus Hannover. Edelstahl dagegen glänze recht stark und sei zudem – auch was die Montage betrifft – sehr viel teuerer, wenngleich dieses Material freilich noch haltbarer als Nylon sei.

Die Netze aus Polypropylen indes würden voraussichtlich gerade einmal 15 Jahre lang der UV-Strahlung der Sonne und der Witterung trotzen, ohne Schaden zu nehmen. Überdies sei das beigefarbene Polypropylennetz im Vergleich zur Farbe des verbauten Sandsteins viel zu hell, wohingegen das schwarze Polypropylennetz „so gut wie gar nicht zu sehen“ sei, aber eben auch nur etwa 15 Jahre halten würde.

Befestigt werden die – übrigens auch von dem das Gesamtprojekt leitenden Architekten Norbert Bergmann empfohlenen – weißen Nylonnetze laut Helmut Meier entsprechend dem Fortschritt der Sanierung. Das soll heißen: Wenn erst das große Baugerüst ein Stück weit abgebaut wird, werden quasi als Abschluss des jeweiligen Sanierungsabschnitts gleich die Schutznetze angebracht.

Als zusätzliche Taubenabwehrmaßnahme soll dann noch auf der Ostseite der Stadtkirche ein Nistkasten für Turm- oder Wanderfalken montiert werden – in der Hoffnung, dass sich dort ein Greifvogelpaar ansiedelt und die bislang an dem Kirchengebäude brütenden Tauben vertreibt – beziehungsweise dezimiert.

Mit ihrem Taubenproblem ist die Stadtkirchengemeinde in Bückeburg übrigens nicht allein: „Wir hatten auch mal ein Taubenproblem in einem kleinen Innenhof“, verrät Alexander Perl, der Verwalter des Bückeburger Schlosses auf Nachfrage unserer Zeitung. Diesen Bereich habe man daraufhin mit einem Netz abgedeckt, sodass die Vögel nicht mehr in diesen Innenhof gelangen konnten. An anderen Stellen des Schlosses habe man dagegen Fenstersimse und andere Gebäudevorsprünge mit Metallstacheln bewehrt, was jedoch keine nachhaltige Wirkung gehabt habe. Die Tauben hätten diese bis zu 30 Zentimeter langen Stachelbewehrungen nämlich mit der Zeit bis obenhin zugekotet, sodass sie schließlich obendrauf ihre Nester bauen konnten.

Seit jedoch ab und an ein Falkner mit seinem Greifvogel auf dem Schlossgelände unterwegs ist und dessen Falke dort die eine oder andere Taube geschlagen hat, sei das Taubenproblem seit rund einem Jahr erledigt, sagt Perl.wk

Trotz der Handwerksarbeiten sind in etlichen Gebäudenischen sowie auf hervorstehenden Bauteilen des Westgiebels schon wieder beachtliche Mengen Vogelkot zu finden. wk

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