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Die Vielfalt der Menschen anerkennen

Bückeburg / „WIR für Bückeburg “ Die Vielfalt der Menschen anerkennen

Umfangreiche Aufklärung zum Themenkomplex „Inklusion“ hat eine Veranstaltung der kommunalpolitischen Gruppierung „WIR für Bückeburg“ geboten.

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Gerd Bohl (links) und Richard Wilmers im Gespräch.

Quelle: bus

Bückeburg (bus). „Das Thema beginnt sich zu entwickeln und sollte in einem breiten Bündnis aller gesellschaftlichen Gruppen diskutiert und umgesetzt werden“, gab die örtliche WIR-Vorsitzende, Edeltraut Müller, zu verstehen. Möglicherweise stelle das Bückeburger Familienbündnis die passende lokale Plattform dar. „Inklusion anerkennt die Vielfalt der Menschen – jede Person wird als wichtiges Mitglied der Gemeinschaft wertgeschätzt, unabhängig von seinen Möglichkeiten und Einschränkungen“, erläuterte Gerd Bohl.Der Referent ist Leiter des Förderzentrums Wilhelm Schade (Schwerpunkt: Geistige Entwicklung) in Hannover, Mitglied der Steuergruppe des Regionalen Integrationskonzepts Hannover-Nordwest sowie Berater für Inklusion in Schulen und Kommunen. „Inklusion wendet sich gegen jede gesellschaftliche Tendenz, Menschen an den Rand zu drängen. Teilhabe wird zum unteilbaren Bürgerrecht, zum unteilbaren Menschenrecht“, unterstrich der Experte. Inklusion sei zudem ein allgemeinpädagogischer Ansatz, der

- auf der Basis von Bürgerrechten argumentiert,

- sich gegen jede gesellschaftliche Ausgrenzung wendet und

- allen Menschen das gleiche volle Recht auf individuelle und soziale Teilhabe ungeachtet ihrer persönlichen Unterstützungsbedürfnisse zugesichert sehen will.

Was für den Bildungsbereich einen uneingeschränkten Zugang und die unbedingte Zugehörigkeit zu allgemeinen Kindergärten und Schulen des sozialen Umfeldes bedeute. „Es gibt keine zwei Gruppen von Schülern sondern nur eine Schülergesamtheit, deren Mitglieder unterschiedliche Bedürfnisse haben“, führte der Experte aus. Das Inklusionskonzept sehe vor, dass eine Schule für alle konzipiert werde, aus der kein Kind ausgeschlossen wird, weil es den Anforderungen der Schule nicht entsprechen kann. Bohl: „Nicht die Integration muss begründet werden, sondern die Separation.

“Die gegenwärtig geführten Diskussionen basieren auf der 2006 beschlossenen UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (in der Bundesrepublik im März 2009 ratifiziert), in der sich die Unterzeichnerstaaten verpflichten, ein „inclusive education system“ zu errichten, das den gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung als Regelfall betrachtet. Bei der Umsetzung hatte es Irritationen gegeben, weil der im Original der Konvention verwendete englische Begriff „Inclusion“ irreführend mit „Integration“ übersetzt worden war.Für Bohl kommt das Inklusionsprinzip einem Paradigmenwechsel gleich: „Nicht die Schüler passen sich der Schule an, sondern die Schule den Schülern.“ An dem vor 16 Jahren gegründeten Förderzentrum Wilhelm Schade habe man die Erfahrung gemacht, „dass davon alle Schüler ungemein profitieren“. Das Prinzip sei indes nicht per Verordnung umzusetzen.

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